Dank Preis keimt die Hoffnung

Patrick Schliffer

Von Patrick Schliffer

Fr, 18. Januar 2019

Freiburg

Freiburger Forscher erhält 3 D-Zellkulturen für die Untersuchung hochresistenter Keime, um künftig Tierversuche zu reduzieren.

FREIBURG. Ein kürzlich vergebener Preis der Tierrechtsorganisation Peta und des Schweizer Biotechnologieunternehmens Epithelex weckt große Hoffnung: Die dabei verliehenen 3D-Zellkulturen, die die Atemwege des Menschen simulieren, sollen die Forschungsarbeiten der Preisträger erweitern und vorantreiben. Einer der Gewinner ist Richard Gminski.

Am Freiburger Universitätsklinikum forscht Richard Gminski in der Arbeitsgruppe Umwelt- und Nanotoxikologie: Er möchte hochresistente Keime erforschen und dazu beitragen, Tierversuche in diesem Forschungsbereich zu reduzieren und sie – so das große Ziel – irgendwann einmal vollständig zu ersetzen.

Nun hat er einen Preis gewonnen, vergeben von der Tierrechtsorganisation Peta und dem Schweizer Biotechnologieunternehmen Epithelex. Richard Gminski blickt gespannt auf die neuen Möglichkeiten, die die überreichten 3D-Zellkulturen in Bezug auf seine Arbeit mit sich bringen. "Wir hoffen mit dieser Forschungsförderung, die Entwicklung neuer Medikamente gegen hochresistente Keime zu etablieren", erklärt er sein zentrales Anliegen.

Damit sei der zunehmenden Entstehung und Verbreitung von multiplen und hoch antibiotikaresistenten Bakterien in Krankenhäusern entgegenzuwirken, die die medizinischen Eingriffe gefährden würden, umreist der Forscher das grundsätzliche Problem. Die tatsächlich Leidtragenden der Experimente verliert er dabei ebenfalls nicht aus den Augen: "Wir möchten mit unserer Forschung auch einen Beitrag zum teilweisen Ersatz von Versuchstieren für diese Art von Forschung ermöglichen".

In der Verwendung soll das Gewebemodell dabei besonders einfach sein. Grundsätzlich funktionieren die Schweizer 3 D-Zellkulturen so, dass unterschiedliche Bereiche des Atemtraktes dargestellt werden. Da sich die 3 D-Modelle ähnlich verhalten wie menschliches Gewebe, können sie verschiedenen Testsubstanzen ausgesetzt werden und deren Resultate man für weitere Forschungsarbeiten verwenden kann. So können Forscher die Auswirkungen von schädlichen Substanzen auf die Atemwege – wie beispielsweise Zigarettenrauch – testen, ohne auf Tierversuche zurückzugreifen. Diese bestehen meistens darin, Ratten durch enge Röhrensysteme zu drängen und sie somit zu zwingen, stundenlang giftige Stoffe einzuatmen.

Bei den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Gewebeproben überrascht es nicht, dass die 3 D-Zellkulturen entsprechend begehrt waren. Von überall auf der Welt wurden Anträge von Forschern eingereicht, die das Gewebematerial für ihre Arbeit nutzen wollten. Letztendlich gewinnen konnten jedoch nur drei: Neben Richard Gmisnki sind die anderen beiden Preiträger Kristine Nishida der Johns Hopkins School of Medicine in den USA und Chang Guo, der bei der Regierungsbehörde Public Health in England tätig ist. Mit ihrer Arbeit möchte Kristine Nishida die Auswirkungen der Inhalation von Zigarettenrauch erforschen. Chang Guo untersucht die Folgen von toxischen Substanzen auf den menschlichen Atemtrakt.