Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

21. Januar 2011

Das Leben in Gang halten

Martin Gönnheimer folgt Gabriele Steurer in der Leitung der Familienpflegeschule Freiburg.

  1. Gabriele Steurer und ihr Nachfolger Martin Gönnheimer Foto: bamberger

Ein bemerkenswertes Zeichen setzt 56 Jahre nach ihrer Gründung die Familienpflegeschule Freiburg: Mit Martin Gönnheimer übernimmt zum ersten Mal in ihrer Geschichte ein Mann die Leitung dieser Einrichtung. Sie bildet junge Menschen dafür aus, das Leben einer ganzen Familie in Gang zu halten, wenn sie selbst das nicht mehr schafft.

In der Kartäuserstraße 43 tut sich aber noch mehr Neues. Da wird nämlich mitgebastelt an einem deutschen Qualifikationsrahmen, mit dem eine europaweit vergleichbare Qualifizierung in den Blick genommen wird. "Wir können nicht mehr in den klassischen Säulen denken", erklärt der 39-jährige Theologe und Pädagoge, "sondern die Beschreibung der Qualifikationen muss etwas aussagen über die Kompetenzen derer, die die Ausbildung machen." In deren Mittelpunkt stehen in einer dreijährigen Mischung aus Theorie und Praxis Hauswirtschaft, Pflege und Erziehung – und am Ende staatlich anerkannte Haus- und Familienpflegerinnen oder -pfleger.

Männer sind allerdings in diesem bislang typischen Frauenberuf noch selten, sagt Gabriele Steurer, die nach zehn Jahren als Leiterin der Familienpflegeschule zum ersten Februar in den Ruhestand geht. Mit neuen Arbeitsfeldern, hofft sie, werden vielleicht auch mehr Männer diesen Beruf wählen, den sie als "so bunt wie das Leben" bezeichnet. Denn längst helfen Familienpflegerinnen nicht nur aus, wenn in Familien die Mütter krank sind. Mittlerweile sind sie auch immer öfter gefragt, wenn Familien in schwierigen Situationen zum Beispiel ein Haushaltsorganisationstraining brauchen oder eine Hilfe bei der Erziehung oder eine unterstützende Begleitung bei der Pflege.

Werbung


Zur Zeit bildet die Katholische Berufsfachschule für Haus- und Familienpflege in drei Klassen je 25 junge Frauen aus, aber auch ältere, die ihre Lebenserfahrung in die Ausbildung einfließen lassen können. Seit 1955 wurden hier etwa 1400 Menschen darauf vorbereitet, Familien in Nöten beizustehen. Mit guten Aussichten auf eine Anstellung übrigens, sagt Gabriele Steurer, die die Familienpflegeschule nun an Martin Gönnheimer übergibt. Er arbeitete nach seinem Studium in Freiburg zunächst als Jugendreferent in Basel, leitete das Bischöfliche Jugendamt in Mainz, war zuletzt Referent für Kinder- und Jugendhilfe beim Deutschen Caritasverband – und freut sich auf seine neue Aufgabe, einen "Frauenberuf" auch für Männer attraktiv zu machen.

Einen Informationstag zu ihren Ausbildungsmöglichkeiten bietet die Familienpflegeschule am 5. Februar von 10 bis 13 Uhr in der Kartäuserstraße 43 an.

Autor: Gerhard M. Kirk