DAS MACHT SCHULE!

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 15. Mai 2013

Freiburg

Kröten in Nöten

Unsere Kröten sind in Nöten,

diese Armen.
Will sich niemand denn

der armen Tier’ erbarmen?

Unsere Kröten sind in Nöten,

viele Autos woll’n sie töten.

Wär’ ich selber doch in Nöten

und den Kröten ging es gut!

Mit dieser selbst gedichteten Strophe zu einem Kinderlied begann die Krötenrettungsaktion der Klasse 4c der Adolf-Reichwein-Schule. "Wir waren am Waldsee und trugen die Kröten über die Straße", berichtet Chayenne Reinhardt. Sie und die anderen Schüler aus Weingarten haben viele Kröten an den Schutzzäunen gefunden. Wer sich traute, sammelte unter Anleitung von Fachfrau Gisela Friederich Tiere ein. Die anderen sammelten Müll. Chayenne gab die Tiere den Jungs und Mädchen in ihrer Gruppe in die Hand. "Ich dachte zuerst, die Kröten sind eklig", schrieb ihr Mitschüler Ardit, "aber am Ende wollte ich sie gar nicht mehr loslassen und hätte gerne eine mitgenommen." Die Viertklässler brachten Single-Erdkröten zurück, die Paare in Eimern sicher zum Waldsee – das ist ihr Laichplatz, an dem sie selbst als Kaulquappen ins Leben starteten. Die Kröten am Waldsee sind seit der Straßensperrung nicht mehr durch Autos, sondern durch Radler und Jogger gefährdet. Wegen der Kälte begann die Krötenwanderung dieses Jahr mit Verspätung, und viele Tiere sind schwach, weil sie vom Spätherbst bis nach dem Laichen nichts fressen, erklärte Lehrerin Gabi Kaiser: Vor allem für die Weibchen ist das Stress, denn sie tragen den Laich im Bauch und die Männchen auf dem Rücken. "Wir haben gesehen, wie eine Kröte im Eimer gelaicht hat, weil sie es nicht mehr bis zum See ausgehalten hat", schrieb ihre Schülerin Emelie Dittmann, und dass manchmal fünf Männchen auf ein Weibchen kommen: "Und wenn das Weibchen dann in den See springt, ertrinken alle. Aber zum Glück ist das bei uns nicht passiert."

Filmemacher im FG

Der Dokumentarfilmer Marcus Vetter hat am Friedrich-Gymnasium seinen Film "Das Herz von Jenin" gezeigt. Vetters Kinodoku über die spektakuläre Organspende des Palästinensers Ismail Khatib erhielt den Deutschen Filmpreis 2010. Sein Publikum diesmal: Neunklässler, die es genau wissen wollten. Moderiert von den Abiturienten Matteo Cecconi und Fabio Egle stellte sich der 46-jährige Filmemacher den Fragen aus dem Publikum und berichtete über die dramatischen Dreharbeiten und politischen Umstände vor Ort. Die Schüler waren tief beeindruckt, schreibt ihr Lehrer Gregor Delvaux de Fenffe. Sie hätten den Nahostkonflikt aus der Perspektive der Leidtragenden kennengelernt. Der Film erzählt die wahre Geschichte von Khatib, dessen elfjähriger Sohn Ahmed im Westjordanland wegen einer täuschend echten Spielzeugwaffe von israelischer Soldaten in den Kopf geschossen wurde – Hirntod. Der Palästinenser entscheidet, seine Organe zu spenden und ermöglicht so israelischen Kindern das Weiterleben. Der Film begleitet Khatibs Besuche bei ihren Familien. Vetter erzählte auch von seinem Projekt "Cinema Jenin", das den Wiederaufbau eines Kinos in der palästinensischen Stadt dokumentiert.