Stadtentwicklung

Das sind die Sieger-Entwürfe für Freiburgs neuen Stadtteil Dietenbach

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Fr, 09. Februar 2018 um 14:41 Uhr

Freiburg

So könnte der 15.000-Einwohner-Stadtteil neben dem Rieselfeld aussehen: die vier ausgewählten Entwürfe des städtebaulichen Wettbewerbs.

Die vier Siegerentwürfe werden noch bis Donnerstag, 22. Februar, im Raum Roßkopf im Erdgeschoss des neuen Rathauses ausgestellt. Hier sind sie präsentiert:

Hosoya Schaefer Architects



Dieser Entwurf lebt von den zwei grünen Parks, die sich durch den Stadtteil schlängeln und durch ein urbanes Zentrum miteinander verknüpft werden. In den Parks sind durchgängige Radwege vorgesehen. Wie in allen prämierten Entwürfen laufen die Straßenbahngleise vom Rieselfeld kommend Richtung Stadtteilmitte und knicken dann nach Westen ab.



In diesem Entwurf steht an der Endhaltestelle ein vielleicht zu hoher Tram-Turm. Sogenannte Nachbarschaftsblocks ermöglichen vielfältige Wohnformen vom Reihenhaus bis zum Mehrfamilienblock und sorgen für soziale Durchmischung. Nachbessern müssen Hosoya Schaefer Architects den zentralen Platz in der Mitte des Stadtteils, der zu klein dimensioniert ist und dafür von Nebenplätzen gesäumt wird.

Cityförster



Hier werden die verschiedenen Quartiere im Stadtteil durch einen Erschließungsring (unten rot eingezeichnet) verbunden. In der Mitte liegt eine Fußgängerzone, die an die Straßenbahn und den Radschnellweg angebunden ist. Neben den Dietenbachauen ist auch der Bereich am Käslebach als Grünstreifen gestaltet. Schulen und Sportflächen sind in diesem Entwurf gegenüber den Rieselfelder Schulen angeordnet.



Entlang der Besançonallee stehen zur Abschirmung siebengeschossige Baukörper. Von den Wohnformen her ist der Entwurf deutlich gegliedert: Im nördlichen Bereich Blocks, im Südwesten kleinteilige Reihenhäuser und einfamilienhausähnliche Gebäuden – das birgt die Gefahr, dass hier ein soziales Gefälle zwischen Nord und Süd entsteht.
Die Besichtigung der Entwürfe ist möglich: montags bis donnerstags von 7.30 bis 18 Uhr, freitags von 7.30 bis 16 Uhr, samstags von 9 bis 12.30 Uhr.

Studio Wessendorf



Das Berliner Büro hat den klarsten Entwurf geliefert. Vom Rieselfeld her schiebt sich ein Keil mit Sportplatz und Schulen in den neuen Stadtteil. Er mündet in einen zentralen Platz mit Stadtteiltreff und Versorgungseinrichtungen. Der Platz wiederum öffnet sich als Terrasse zu den Dietenbachauen hin. Ansonsten gibt es mehrere kleine Grünflächen und vor allem große Innenhöfe in den Häuserblocks.



Innerhalb der Blocks sind die Wohnformen sehr gemischt. An der B31 schirmen große Blöcke den Lärm ab. Nachbessern muss Studio Wessendorf noch bei der Erschließung des Mundenhofs, da die dorthin führende Straße im Entwurf nicht außer-, sondern innerhalb des Stadtteils verläuft.
Alle anderen Entwürfe sind im benachbarten alten Gebäude des Technischen Rathauses im Untergeschoss zu sehen. Öffnungszeiten: montags bis donnerstags von 7.30 bis 16.30 Uhr, freitags von 7.30 bis 15.30 Uhr.

K9 Architekten



Zwei große Freiflächen dominieren in diesem Entwurf: Einerseits die Dietenbachauen, andererseits das Gelände entlang des Käslebachs. Beide werden zur Stadtteilmitte hin weiter und damit große Aufenthalts- und Erholungsflächen. Die Stadtteilmitte ist eher klein geraten, für Straßenbahn, Radfahrer, Fußgänger und Autos ist sie gut zu erreichen.



Zum nördlichen Rand hin stehen bis zu 20-geschossige Gebäude, am südöstlichen Rand sind die Schulgebäude an einer Spange angeordnet. Die Blöcke sind mit verschiedenen Wohnformen gut gemischt. Nacharbeiten muss das Freiburger Büro am Nordrand der westlichen Dietenbachaue; unklar ist, ob Dienstleistung und Gewerbe dort hinpassen.


Eine Infoveranstaltung zu den Ergebnissen findet am Donnerstag, 1. März, 18 bis 20.30 Uhr, im Bürgerhaus Zähringen, Lameystraße 2, statt. Baubürgermeister Martin Haag und Rüdiger Engel, Leiter der Projektgruppe Dietenbach, werden die Entwürfe vorstellen und erläutern.

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