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02. August 2012

Das Uni-Notfallzentrum ist in Betrieb - zehn Jahre Planung und Bau

Zehn Jahre Planung und Bau, 42 Millionen Euro Kosten – und seit gestern läuft der Betrieb. Eines der ambitioniertesten Projekte der Uniklinik ist an den Start gegangen: Das Universitäts-Notfallzentrum, von jetzt an die zentrale Anlaufstelle für fast alle Notfälle, die in die Uniklinik eingeliefert werden.

Zehn Jahre Planung und Bau, 42 Millionen Euro Kosten – und seit gestern läuft der Betrieb. Eines der ambitioniertesten Projekte der Uniklinik ist an den Start gegangen: Das Universitäts-Notfallzentrum, von jetzt an die zentrale Anlaufstelle für fast alle Notfälle, die in die Uniklinik eingeliefert werden.

Knatternd landet der Hubschrauber auf dem Dach des neuen Gebäudes. Sanitäter werden gleich eine Trage ausladen und damit im Fahrstuhl verschwinden – ein weiterer Patient wird eingeliefert. Die meisten Patienten jedoch kommen – weit weniger dramatisch – durch den zentralen Eingang im Erdgeschoss. Erst gestern wurde das neue Uni-Notfallzentrum am Nordrand des Klinikgeländes offiziell eröffnet, behandelt wurden aber schon mehr als 1000 Notfallkranke. "Wir haben eine Woche lang ,Vorbetrieb‘ gehabt," erklärt Hans-Jörg Busch, ärztlicher Leiter des Bereichs Innere Medizin. Und sein Kollege Peter Strohm, leitender Oberarzt in der Chirurgie, meint: "Anfangs war es noch ein wenig holprig, aber jetzt läuft es immer besser."

Der reibungslose Betrieb des Zentrums ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Immerhin wurden, das ist das Neue, die Notfallambulanzen von Innerer Medizin und Chirurgie zusammengelegt – zusammen versorgen sie die meisten Notfallpatienten. Nun können sich Spezialisten aller Disziplinen schneller absprechen und parat stehen. Das beginnt schon am Empfang: "Hier erkennen speziell geschulte Pflegekräfte, welche Behandlung nötig ist," sagt Andreas Brendle, Stationsleitung Innere Medizin. Im Zentrum selbst hängen riesige Monitore an den Wänden; darauf sehen Ärzte und Pfleger, wieviel und wann Patienten versorgt werden müssen, was jeder Einzelne hat, welche Behandlung ansteht – "T" zum Beispiel steht für Trauma. "Im Prinzip wie am Flughafen," sagt Dominik Brendle, Stationsleitung Chirurgie.

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Alle haben Einblick und arbeiten als interdisziplinäres Team – dieses Prinzip setzt sich fort. So sind in allen Schockräumen die gleichen Geräte, die Daten für alle liefern. Patienten werden an mobile Überwachungseinheiten angeschlossen, die mit dem Patienten mitwandern – der muss nicht immer neu verkabelt werden, seine Daten sind für alle zugänglich. Die Wege sind kurz, die Geräte auf dem neuesten Stand und an der Planung haben sich alle beteiligt. Drei Intensivbereiche, vier Herzkatheterlabors, ein Endoskopiezentrum, Röntgen, Gipsen – hier kann alles untersucht, behandelt oder zur weiteren Behandlung weiterverwiesen werden. Viel Licht und Platz gibt es, sogar einen gekachelten Ausnüchterungsraum mit abwaschbaren Matratzen, die auf dem Boden liegen – Drogenkonsumenten "sind häufige Patienten, die Probleme machen," so Strohm.

Mit rund 38 000 Patienten pro Jahr rechnen die Ärzte, davon ungefähr 150 Schwerstverletzte und etwa 500 Patienten, die künstlich beatmet werden. 13 000 Notfallpatienten müssen wohl stationär aufgenommen werden, die restlichen können vom Hausarzt weiterbehandelt werden. Alle sollen, das hat man sich im neuen Notfallzentrum vorgenommen, schnell informiert und optimal versorgt werden.

Wer mit dem eigenen Auto kommt, egal aus welcher Richtung, muss am Friedrich-Ebert-Platz einbiegen und auf die Sir-Hans-A.-Krebs-Straße fahren, die das Klinikgelände im Norden begrenzt und per GPS noch nicht zu finden ist. Nur sie führt auf den zentralen Eingang zu, der für alle Notfallpatienten Anlaufpunkt ist. Schilder für eine bessere Wegweisung sind in der Mache, im Zweifelsfall gilt: Einfach dem Hubschrauber nach.

Uni-Notfallzentrum, Sir-Hans-A.-Krebs-Straße (Stühlinger), Tel. 0761/270-33333. Infos unter http://www.uniklinik-freiburg.de

Autor: Simone Lutz