Was nun?

Der Fahrplan fürs Dialogverfahren um den Platz der Alten Synagoge

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Mo, 16. Juli 2018 um 09:40 Uhr

Freiburg

Wie können die Platzbesucher sensibler mit dem Brunnen umgehen? Das Rathaus prüft derzeit mehrere Möglichkeiten. Es gibt Ideen – bauliche und organisatorische. Details nennt die Stadt aber noch nicht.

Wie bekommt man die Menschen dazu, sensibler mit dem Brunnen auf dem Grundriss der Synagoge umzugehen? Die Frage sind Fachleute der Stadtverwaltung mit den Platzplanern bei einem ersten Termin angegangen. Es gibt Ideen – bauliche und organisatorische. Details nennt das Rathaus noch nicht. Das Dialogverfahren soll erst weiterlaufen. "Wir brauchen ein bisschen Zeit", sagt Rathaussprecherin Edith Lamersdorf.

"Wir brauchen ein bisschen Zeit"Rathaussprecherin Edith Lamersdorf
Der Fahrplan: Zunächst soll mit den jüdischen Gemeinden und mit den Planern gesprochen werden. Die Ideen werden entwickelt und auf Machbarkeit geprüft. Nach der Sommerpause sollen sie mit den Bürgermeistern diskutiert werden. Wenn die konkreten Ideen auf dem Tisch liegen, kündigte Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach an, gibt es einen Austausch mit den Fraktionen des Gemeinderats. Vermutlich folgt ein Schnitt, um noch mal nachzudenken, ob die Vorschläge genügen, ehe das weitere Vorgehen besprochen wird.

Der OB lehnt ein Betretungsverbot ab

Schon vergangenes Jahr keimte eine Debatte um einen würdevolleren Umgang mit dem Gedenkbrunnen auf, doch nach der Eröffnung war der Sommer kurz. Mit dem schönen Wetter kehrten nun die Auswüchse zurück, die bei der Planung niemand erwartet hatte.

Gemeinderat und Stadtspitze sehen Handlungsbedarf. Ein Betretungsverbot lehnen Oberbürgermeister Martin Horn und die beiden jüdischen Gemeinden ab. Die Israelitische Gemeinde regte an, den Brunnen umzubauen und einen weiteren zum Planschen zu errichten. "Wenn etwas nicht verboten ist, ist es gestattet", meint generell dazu Volker Rosenstiel, der den Platz mit Martin Schedlbauer entwarf: "Das Verhalten der Bürger in der Öffentlichkeit hat sich geändert." Der Architekt findet es nicht schlimm, wenn mal Kinder durch das Wasserbecken rennen. "Aber wenn es verschmutzt und missbräuchlich genutzt wird, um das Fahrrad zu putzen oder Bier reinzustellen, ist das nicht tolerierbar." Vandalismus und Verschmutzung sieht er als grundsätzliches Problem: "Man wird nicht drumherum kommen, dass sich ein Ordnungsdienst darum kümmert."