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22. Februar 2013

Der Opernsänger im Lebensmitteltransporter

DREI FRAGEN AN Wolfgang Newerla, der nicht nur Bariton ist, sondern auch ehrenamtlicher Helfer bei der Freiburger Tafel .

  1. Wolfgang Newerla Foto: Thomas Kunz

Wolfgang Newerla ist professioneller Opernsänger. Der Bariton sang vier Jahre am Stadttheater, seitdem ist er Freiburg treu geblieben, auch wenn ihn seine Engagements nun an andere Häuser wie die Berliner Staatsoper führen. Und er sammelt Lebensmittel für bedürftige Menschen ein – für die Freiburger Tafel. Engagement zeigt der Opernsänger auch am Sonntag: Da singt er bei einem Benefizkonzert. Hendrik Johannemann sprach mit Wolfgang Newerla über Synergien zwischen klassischer Musik und ehrenamtlicher Arbeit.

BZ: Herr Newerla, ein Opernsänger als ehrenamtlicher Helfer, wie passt das zusammen?

Wolfgang Newerla: Ich fand das Konzept der Freiburger Tafel schon immer gut, es war mir ein Bedürfnis, da mitzumachen. Ich finde, dass mein Gesang zwar auch schon ein gesellschaftlicher Beitrag ist, denn er hat eine wichtige Bildungsfunktion. Aber ich wollte auch mal was Handfestes machen. Es werden ja Unmengen an Lebensmitteln weggeworfen, ein nicht sonderlich positiver Auswuchs unserer Gesellschaft. Wir von der Tafel helfen dann, die Abfallproblematik der Geschäfte zu lösen. Die Qualität der Lebensmittel ist uns sehr wichtig: Wir achten penibel auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Die Kunden im Tafelladen bekommen dann gute und gesunde Waren angeboten für kleine, oft symbolische Geldbeträge – denn was nichts kostet, ist auch nichts wert, wie man so schön sagt. Und dann lerne ich auch immer wieder interessante Leute kennen. Jede Fahrt mit dem Transporter ist spannend.

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BZ: Und wie kam’s zu dem Benefizkonzert?

Newerla: Eigentlich klappere ich mit einem Transporter Supermärkte und Discounter ab, um Lebensmittel für unseren Tafelladen einzusammeln. Doch ich wollte mich auch gerne auch noch anders engagieren. Dass ich Opernsänger bin, ist allen bekannt – ich bin ja schon seit vier Jahren ehrenamtlich tätig, da lernt man sich kennen. Die Idee, ein Benefizkonzert zu machen, ist dann naheliegend gewesen. Ich mache das zusammen mit meiner Frau Ursula Eittinger, die Mezzosopranistin ist, und der Pianistin Julia Vogelsänger vom SWR. Wir kennen uns von der Freiburger Kulturszene her, wo wir mitmischen. Es ist schön, dass mehrere Aspekte zusammenkommen: Hochkultur und gesellschaftliche Probleme gewissermaßen. So können wir für die Freiburger Tafel einiges bewegen.

BZ: Wie kann man sich – wenn man selbst kein Benefizkonzert geben kann – noch für die Tafel engagieren?

Newerla: Spenden sind immer willkommen. Der Tafelverein finanziert sich nämlich nur aus Spenden, Benefizveranstaltungen und über Beiträge. Eine Mitgliedschaft im Verein wäre also auch eine Möglichkeit. Oder man meldet sich direkt im Tafelladen in der Schwarzwalstraße und wird als ehrenamtlicher Mitarbeiter aktiv – so wie ich.

Benefizkonzert zugunsten der Freiburger Tafel am Sonntag, 24. Februar, um 17 Uhr im Mozartsaal der Domsingschule im Palais am Münsterplatz mit Wolfgang Newerla (Bariton), Ursula Eittinger (Mezzosopran) und Julia Vogelsänger (Klavier). Auf dem Programm stehen Lieder aus Gustav Mahlers "Des Knaben Wunderhorn" und Balladen von Carl Loewe. Eintritt frei, Spenden erbeten.

Autor: bz