Freiburg-Innenstadt

Die Tage der Oberlinden-Linde sind gezählt

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Do, 29. Dezember 2016 um 11:15 Uhr

Freiburg

287 Jahre alt ist die Linde am Schwabentor, die dem Quartier Oberlinden seinen Namen gab. Der Baum ist krank – und soll Ende 2017 gefällt werden. Ob er so lange durchhält ist unklar.

Die Tage der 287 Jahre alten Linde am Schwabentor, die dem Quartier Oberlinden seinen Namen gab, sind gezählt. Experten der Stadtverwaltung hatten gehofft, den Baum noch bis Ende 2017 halten zu können, doch sein Zustand ist äußerst bedenklich – ob er noch so lange steht, ist fraglich.

Prächtig geschmückt – aber schwer krank

Das 1729 gepflanzte stadthistorische Wahrzeichen ist morsch und hohl. Selbst jetzt, da der Baum zu den Festtagen mit roten Sternen geschmückt ist, sieht er krank aus. Das Garten- und Tiefbauamt will ihn so lange wie möglich halten. Allerdings muss die Krone bis Ende Februar nochmals zurückgeschnitten werden – aus Gründen der Sicherheit. Rathaus-Pressesprecherin Martina Schickle: "Aber weitere erforderliche Kronenrückschnitte können nicht beliebig oft wiederholt werden, da dann nur noch ein Baumtorso an einem zentralen innerstädtischen Platz verbleiben würde."

"Der Baum sieht sehr traurig aus." Walter Krögner
Das heißt: Die Linde wird in absehbarer Zeit durch einen jungen Baum ersetzt werden. Nur wann? Da die Freiburger Verkehrs-AG in den nächsten Jahren die Straßenbahngleise sanieren möchte, wird das Garten- und Tiefbauamt versuchen, die alte Linde so lange zu halten, bis die Bauarbeiten beginnen, heißt es im Rathaus. Die neue Linde soll dann später, wenn die Gleisarbeiten vorbei sind, möglichst gute Ausgangsbedingungen haben, zum Beispiel einen optimierten Standort. Allerdings ist unklar, ob die alte Linde bis zum Beginn der Arbeiten durchhält.

"Der Baum sieht sehr traurig aus", bestätigt Walter Krögner. Der gelernte Forstingenieur hatte zusammen mit Manuel Karopka von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt im August diesen Jahres Samen von der Linde gepflückt. Der Baum hatte noch einmal keimfähige Samen produziert, was an dem trockenen Jahr 2015 oder am Selbsterhaltungstrieb liegen konnte – die Pflanze spürt, dass es zu Ende geht.

Ob nun Schösslinge keimen, ist noch unklar, sagt Krögner jetzt: "Das zeigt sich erst nächstes Frühjahr, vielleicht sogar erst übernächstes." Falls es klappen sollte, stellt sich Krögner vor, dass Bürger dann Pflänzchen kaufen und so eine neue Linde mitfinanzieren könnten.

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