Die VAG will bei E-Bussen einsteigen

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Sa, 22. Juli 2017

Freiburg

Pilotprojekt der städtischen Verkehrs-AG mit Testlinie im Netz / Gute Erfahrung mit E-Autos.

Die Verkehrs-AG will Elektrobusse testen. 2019 soll eine erste elektrische Linie im VAG-Netz fahren. Das Testprojekt soll 1,8 Millionen Euro kosten und innerhalb von zwei Jahren die Frage klären, ob für Freiburgs Busflotte ein Umstieg vom Diesel in Frage kommt. Der Aufsichtsrat des städtischen Unternehmens gab grünes Licht für das Pilotprojekt.

"Angefangen mit der Elektromobilität haben wir ja 1901", sagte am Freitag VAG-Vorstand Stephan Bartosch augenzwinkernd mit Blick auf die ersten Straßenbahnen. 2013 begannen VAG und Badenova ein Pilotprojekt mit E-Kombis für Ikea-Kunden. Weil die Erfahrung mit Kosten und Nutzen gut war, wurde der Pilot zur Dauereinrichtung und die VAG 2015 selbst Nutzer von E-Autos. Drei sind inzwischen unter den 17 Dienstwagen, dazu zwei Hybridautos. "Es funktioniert", sagte Bartoschs Vorstandskollege Oliver Benz. In Zukunft will die VAG alte Autos durch Elektro-Autos ersetzen und größer denken: Kleintransporter – und Busse.

Das Verkehrsunternehmen beobachtet die Entwicklung der Elektrobusse, sagte Bartosch: "Wir wollen auch hier ins Thema einsteigen." E-Busse kosten mit knapp einer halben Million noch doppelt so viel wie Dieselmodelle, stünden aber kurz vor der Serienproduktion. Das Fraunhofer-Institut hat Freiburgs Netz geprüft: "In großen Teilen geeignet", erklärte Benz. Ein Vorteil: Die Stadt hat schon ein Tram-Elektronetz. Als nächstes soll eine E-Buslinie im VAG-Netz eingerichtet werden – wo ist noch unklar. Für die geschätzten Kosten von 1,8 Millionen Euro kümmert sich die VAG schon um Fördermittel. Denkbar wäre ein Schnellladesystem, das die Busse in den Wendezeiten "tankt".