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25. Juli 2011

Die vielen Arten, in Bewegung zu sein

Sport verknüpft mit Klimaschulung: Beim Fest "Badenova bewegt" konnten Kinder erleben, wie viel Energie Stromfresser brauchen.

  1. Immer gefragt: Die Balance halten. Foto: Michael Bamberger

  2. Ohne Punktestress, aber in Aktion: Kleinere Kinder konnten rollende Räder und andere Angebote des „Spielmobils“ ausprobieren. Foto: M.bamberger

Als Kim Held (10) loslegt, kommt einiges in Bewegung. Ein kleiner Zug dreht seine Runde, das Radio geht an, die Energiesparlampen fangen an zu leuchten und irgendwann auch die Glühbirne. Kim fährt Rad – und erlebt dabei, wie viel Energie nötig ist, damit Strom fließt. Die Rad-Energie-Station war am Freitag und Samstag eine von insgesamt 35 im Seeparkstadion beim Sportfest "Badenova bewegt" des Energieversorgers, des Sportportals "Sportalis" und der Stadt Freiburg.

Die 400 Extrapunkte hat Kim schon beim Start in der Tasche: Sie ist mit ihrem Vater und ihrer Freundin Milena Walz (10) mit dem Rad gekommen, das wird belohnt. Denn was der Energiebilanz eines Sportfests am meisten schadet, ist nicht der Strom, der dort verbraucht wird, sondern der Weg zum Fest – wenn viele mit dem Auto kommen. Ziel ist, sagt Jens Hoffmann von "Sportalis", dass das Sportfest möglichst CO2-neutral abläuft. Klar, dass nur Ökostrom im Einsatz ist und das Essen für die Helfer aus regionalen Produkten hergestellt wird. 1863 Schülerinnen und Schüler von zweiten bis sechsten Klassen sind am Freitag gekommen, beim Familientag am Samstag blieb’s deutlich ruhiger – 441 waren da.

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Zwei Stunden vor dem Ende am Samstag hat Marat Khaydarov (9) schon fast alle Stationen hinter sich. Am meisten Punkte hat er beim Aikido, Eishockey und Seilspringen ergattert, am besten gefallen hat ihm Taekwondo. Was fehlt jetzt noch? Überall auf dem Gelände werden verschiedene Sportarten angeboten, die meisten von Vereinen, die sich am Sportfest beteiligen. Jens Hoffmann geht Marats Punkteliste mit ihm durch und entdeckt: Beim Tanzen und bei den Mountainbikes war Marat noch nicht. Er geht in die dritte Klasse der Mühlmatten-Grundschule in Hochdorf und ist mit seinem Vater da, der ist Eishockeytrainer. Die Kinder treten zwar auch am Samstag für ihre Schulen an, doch sie kommen im Gegensatz zum Freitag aus eigener Initiative.

Besonders engagiert sind dieses Mal die Kinder der Adolf-Reichwein-Grundschule in Weingarten: Sie haben die meisten Punkte gesammelt, gefolgt von der Gerhart-Hauptmann-Grundschule und der Wentzinger-Realschule aus dem Stadtteil Mooswald.

Das Gewinnen ist vielen nicht das Wichtigste. Die Kleinen probieren Einradfahren und andere Angebote vom "Spielmobil" aus. Und Kim und ihre Freundin Milena machen einfach das, was ihnen Spaß macht. Beim "Strampeln für den Strom", das der Verein "Solare Zukunft" anbietet, haben sie erlebt, wie viel Energie typische "Stromfresser" kosten. Für ein Klimamosaik haben sie Bilder gemalt: Bei Kim sind es Bäume und ein Windrad, bei Milena Solarzellen und ein Wasserrad. David Thoma (12) geht ehrgeiziger dran, er will alles durchprobieren. Erstmal bleibt er aber bei den Stepperbikes hängen – Fahrrädern mit Steppern statt Pedalen, eine ziemlich neue Trendsportart. Dagegen fühlt man sich ein Stück weiter wie in einer Zeitreise in die 1950er Jahre zurückversetzt: Dort legt Dagmar Habermann vom Verein der "Aloha-Freunde" mühelos mit dem Hula-Hoop-Reifen los, im Hintergrund läuft das "Hula-Hoop-Lied". Ein Rudel Kinder macht mit, alle schnappen sich einen der bunten Reifen, die einst in Mode waren.

Autor: Anja Bochtler