"Ein bisschen wie Vermont"

Jonas Volkert

Von Jonas Volkert

Do, 20. Juli 2017

Freiburg

Austausch des Droste-Hülshoff-Gymnasiums mit US-Highschool.

Für vier Wochen hatten neun Schüler der zehnten Klassen des Droste-Hülshoff-Gymnasiums amerikanische Austauschschüler zu Gast. Die amerikanischen Jugendlichen haben dabei auch eine Unterrichtsstunde für die 6d gehalten. Deren Urteil: "Die beste Englischstunde aller Zeiten!" Ende August folgt der Gegenbesuch der Freiburger Jugendlichen, auch sie werden für vier Wochen bleiben. Die lange Dauer ist ungewöhnlich, sagt Achim Füssenich, der betreuende Lehrer aus Freiburg.

In den vergangenen vier Wochen waren die Schüler der St. Johnsbury Academy, einer High-School im US-Bundesstaat Vermont, in Freiburg zu Gast. Regelmäßig gab es Ausflüge: Zur KZ-Gedenkstätte in Dachau, nach München, auf die Mainau im Bodensee. "Unsere Schüler waren bei fast allen Exkursionen dabei. Die Führungen waren immer auf Englisch, die Schüler haben viel gelernt", sagt Achim Füssenich. Zudem haben alle Schüler gemeinsam über die Auswirkungen der Uni auf die Stadt geforscht.

Der erste Kontakt ging im Oktober 2016 von amerikanischer Seite aus: Auf der Suche nach einer neuen Partnerschule stieß Lehrer Glenn Ehrean im Internet auf die Anzeige des Freiburger Droste-Hülshoff-Gymnasiums. Am DHG war man schon länger auf der Suche nach einer langfristigen Partnerschule im englischsprachigen Raum. "Vor zwei Jahren wollten wir einen Austausch mit einer Schule aus Coventry in England durchführen." Die habe aber unmittelbar vor Beginn des Projekts abgesagt. "Das war ganz schön enttäuschend", berichtet Füssenich. Umso glücklicher ist er jetzt, einen hoffentlich langfristigen Partner gefunden zu haben. Ehrean sagt, die Zeit in Freiburg habe ihm in jeder Hinsicht gefallen: "Wir haben die richtige Partnerschule gefunden, da bin ich sicher". Füssenich hat mit den amerikanischen Schülern gesprochen: "Sechs der neun haben gesagt, dass sie wieder kommen wollen."

Eine von ihnen ist die 15-jährige Katelynn Mosholder. "Ich wollte schon immer mit der Schule verreisen, und als ich von dem langen Aufenthalt in Deutschland gehört habe, wollte ich mitkommen." Überrascht habe sie vor allem die Gastfreundlichkeit und Offenheit der Deutschen. "Mich hat gewundert, dass die Amerikaner jedes Kleidungsstück wirklich nur einmal tragen und dann in die Wäsche packen", berichtet die 16-jährige Stella Reiser, die Freiburger Austauschpartnerin von Katelynn.

Ende August fliegen die neun Freiburger Schüler samt Lehrer in die USA. Die High-School liegt im 7000-Seelen Örtchen St. Johnsbury. In der Schule müssen die Freiburger richtig ran: Sie mussten Ehrean ihre Kurswahl schriftlich mitteilen und werden den ganz normalen Schulalltag einer amerikanischen High-School kennenlernen. Zu viel Heimweh brauchen die Jugendlichen nicht zu fürchten. Mit den vielen grünen Hügeln und den vielen Bäumen sei "der Schwarzwald sowieso ein bisschen wie Vermont" wie Glenn Ehrean sagt.