Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

05. Mai 2009

Eine Kartei gegen die Angst

Freiburger Medizinstudenten und die Uniklinik wollen mit der Aktion "Du bist 1:20 000" potenzielle Stammzellspender sammeln

  1. Elena Jochum, Stephanie Eltorp und Julian Geisshardt (von links) versuchen, mit Plakaten, Flyern und Postkarten möglichst viele Freiburgerinnen und Freiburger für die Stammzelltypisierung zu mobilisieren. Foto: INGO SCHNEIDER

Rund 11 000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr neu an Leukämie, Stammzellen von einem Spender könnten ihr Leben retten. Eine Arbeitsgruppe der Fachschaft Medizin der Uni Freiburg will helfen und veranstaltet gemeinsam mit der Uniklinik Freiburg am Mittwoch und Donnerstag eine groß angelegte Stammzelltypisierungsaktion im Kollegiengebäude II der Universität am Platz der Alten Synagoge.

"Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, den Aufruf mit einem persönlichen Schicksal in Verbindung zu bringen", sagt Julian Geisshardt (24) von der Organisatorengruppe. Die zehn Medizinstudenten wollten vielmehr dazu beitragen, dass die Stammzelldatei, in der mögliche Spender registriert werden, ordentlich gefüllt wird. Denn die Wahrscheinlichkeit für einen Leukämiekranken, einen passenden Stammzellspender zu finden, beträgt 1:20 000. Da steigt die Chance natürlich, je mehr Menschen sich typisieren lassen. "Außerdem wollen wir mit der Aktion auch Ängste und Vorurteile abbauen", sagt die 24-jährige Stephanie Eltrop. "Die meisten denken immer noch, sie müssten sich unter Vollnarkose Rückenmark entnehmen lassen, dabei funktioniert das heutzutage hauptsächlich über eine Blutentnahme." Jede Typisierung kostet 50 Euro, für alle, die sich im Rahmen der Aktion "Du bist 1:20 000" Blut abnehmen lassen, ist sie jedoch kostenlos. Wie sie das Geld für die Typisierungen zusammenbekommen werden, "darüber machen wir uns Gedanken, wenn wir wissen, wie viel wir brauchen", sagt Julian Geisshardt. Die Uniklinik habe jedoch zugesagt, dass jede einzelne Spende auch typisiert werde. "Und vielleicht bekommen wir auch noch Spenden von dem ein oder anderen Unternehmen", hofft Geisshardt.

Werbung


Elisabeth Lenartz, die die Freiburger Stammzelldatei am Tumorzentrum Ludwig Heilmeyer leitet, ist beeindruckt vom Engagement der Gruppe. "Ich finde es klasse, wie kreativ die jungen Leute das Thema anpacken und da ein Riesenprojekt organisieren, das läuft ja alles neben dem Studium", sagt sie anerkennend. Und hofft, dass sich die Arbeit lohnt. Momentan enthält die seit zwölf Jahren existierende Datei 48 000 potenzielle Spender aus ganz Deutschland, vor allem aber aus dem südbadischen Raum. "Wir brauchen viele, vor allem junge neue Spender, die lange in der Datei bleiben", sagt Lenartz. Die deutschen Transfusionsrichtlinien schreiben eine Altersgrenze von 61 Jahren vor, und so scheiden nach und nach viele Menschen als mögliche Spender wieder aus.

Spendenkonto der Freiburger Stammzelldatei: Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, Konto 200 440 6, Bankleitzahl 680 501 01. Stichwort "Du bist 1:20 000".

Ausführliche Informationen im Internet unter www.km-spende.de.

Autor: Claudia Füßler