"Es gibt immer wieder Quereinsteiger"

Anita Rüffer

Von Anita Rüffer

Do, 20. Januar 2011

Freiburg

Die Waldorfschulen kommen auch als weiterführende Schulen in Frage.

Sie gelten nicht als die klassischen weiterführenden Schulen nach der Grundschulzeit. Dennoch gibt es immer wieder Eltern, die ihr Kind nach der vierten Klasse gerne in eine der drei Freiburger Waldorfschulen schicken würden. Ganz aussichtslos ist das nicht, auch wenn nicht gezielt Plätze dafür geschaffen werden. "Es gibt immer wieder Quereinsteiger", bestätigt Kornelia Wahl, für die Öffentlichkeitsarbeit der Waldorfschule im Rieselfeld zuständig.

Alle Waldorfschulen ermuntern interessierte Eltern deshalb, auf jeden Fall bei ihnen anzufragen. Freilich müssen sie das Glück haben, dass gerade ein Platz frei ist und ihr Kind im Auswahlverfahren als passend für diese Klasse befunden wird. Im Rieselfeld etwa wird darauf geachtet, dass etwa gleich viele Mädchen wie Jungen in einer Klasse sind. Durch Umzüge oder Schulwechsler in umgekehrter Richtung kann, wie zu hören ist, immer wieder mal ein Platz frei werden in einer der öffentlich geförderten Privatschulen mit ganz eigener Philosophie und pädagogischem Konzept.

Waldorfschulen sind eine Art Gesamtschule, in der von der ersten bis in die höheren Klassen alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen. Sie müssen also keine frühe Schullaufbahnentscheidung treffen. Bis zur 11. Klasse gibt es keine Noten, sondern Berichte über die Gesamtentwicklung der Kinder. Wer nach der 9./10. Klasse die Schule verlassen will, bekommt auf Antrag ein Notenzeugnis, das er oder sie sich von der Schulbehörde als Hauptschulabschluss anerkennen lassen kann. Ein Realschulabschluss ist möglich mit externen Prüfern.

Nach der 13. Klasse kann das ganz normale baden-württembergische Zentralabitur abgelegt werden. Anders als in den staatlichen Schulen werden dafür aber nicht schon die Leistungen der 12. Klasse mit berücksichtigt. Das 13. Schuljahr wird aus dem Waldorfschulsystem ausgenommen und dient der gezielten Abiturvorbereitung. In Waldorfschulen werden von der ersten Klasse an zwei Fremdsprachen unterrichtet: Englisch und Französisch in der Schwimmbadstraße und im Rieselfeld, Englisch und Russisch in St.Georgen. Es werden einkommensabhängige Monatsbeiträge erhoben.