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08. Mai 2014 18:41 Uhr

Sonnenstrahlen

Fassade der Freiburger UB blendet zu sehr – Banner müssen aufgehängt werden

Im Frühjahr und Herbst wird die Hi-Tech-Fassade der Freiburger Uni-Bibliothek an der Südostseite verhüllt werden müssen. Der Grund: Steht die Sonne tief, spiegelt sie sich so heftig in der Fassade, dass Autofahrer geblendet werden.

  1. Die Uni-Bibliothek steht glänzend da Foto: Michael Bamberger

  2. Die Uni-Bibliothek steht glänzend da Foto: Michael Bamberger

  3. Die Uni-Bibliothek steht glänzend da Foto: Michael Bamberger

  4. Die Uni-Bibliothek steht glänzend da Foto: Michael Bamberger

So ist es also, wenn einem ein Problem ins Auge springt: Vergangenen Montag glänzte und gleißte die Südostfassade der Uni-Bibliothek unter blauem Himmel in der Sonne. Ohne die schwarzen Planen, die seit kurzem an der unteren Hälfte angebracht sind, hätten Autofahrer auf der Rempartstraße geblendet anhalten müssen. Wer den Blick nach oben, auf die Fassade über den Planen richtete, musste die Augen abwenden – und sah noch eine ganze Weile lang schwarze Flecken im Sehfeld tanzen. Eindeutig: Die Uni-Bibliothek hat an dieser Ecke ein Problem.

"Ich würde es eher ein Phänomen nennen", sagt tapfer Karl-Heinz Bühler. Der Leiter des Universitätsbauamts muss die Glas- und Stahlfassade nicht zum ersten Mal erklären. Man sei, sagt er, im Frühjahr bei der Montage der senkrecht emporragenden Südostfassade darauf aufmerksam geworden: Wenn die Sonne sehr flach steht, bringt sie die Fassade zum Gleißen. Zwei Mal im Jahr, drei bis Wochen im Frühjahr und im Herbst, "aber am Tag nur etwa 20 Minuten lang, so gegen neun Uhr". Provisorisch habe man nun Planen mit drei verschiedenen Materialien zu Testzwecken aufgezogen. Das passende soll später die Blendwirkung reduzieren, aber den Blick von innen nicht versperren.

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Auf der Südostseite besteht die Fassade fast zu 70 Prozent aus Glas. Ursprünglich sollte es mit Aluminium gefasst werden, das verwarf man als zu grell. Nun wird dunklerer polierter Edelstahl montiert, die Südostfassade ist bald dran.

"Wir sehen das Phänomen als Chance, etwas draus zu machen", sagt Bühler. In Absprache mit der Uni soll zur kritischen Zeit ein die untere Hälfte verhüllendes Banner an dünnen Stahlseilen gehisst werden. Was draufsteht, wird noch verhandelt. Sobald die Sonne höher steht, kommt es weg, verspricht Bühler. Zur Eröffnung – nach Verzögerung soll sie nun im Wintersemester stattfinden – muss es wohl zum ersten Mal gehisst werden.
Die Uni-Bibliothek

Seit 2008 wird die zentrale Uni-Bibliothek nach Plänen des Basler Architekten Heinrich Degelo neu errichtet. Die Kosten erhöhten sich von ursprünglich 32 auf 49 Millionen Euro. Dank moderner Technik spart das Gebäude jährlich rund 800.000 Euro Energiekosten ein. Im Wintersemester 2014/2015 soll der spektakuläre Bau fertig werden, ursprünglich war Herbst 2013 angepeilt worden. Mehr als 6000 Studierende täglich können die Bibliothek dann rund um die Uhr nutzen.

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Autor: Simone Lutz