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17. Mai 2010

Freiburg als urwaldfreundliche Stadt?

Greenpeace-Gruppe warnt in der Fußgängerzone vor Tropenholz-Gartenmöbeln aus Raubbau.

  1. Greenpeace informiert an einem Stand am Bertoldsbrunnen über ein urwaldfreundliches Freiburg. Foto: Thomas Kunz

Aufmerksame Passanten konnten am Samstag in der Fußgängerzone durchaus auf Fußspuren eines Orang-Utans stoßen. Doch keine Angst vor freilaufenden Tieren, die Fußspuren am Bertoldsbrunnen waren Teil des Aktionsstandes der Greenpeace-Gruppe Freiburg. Mit diesem Stand wurde auf den Aktionstag "Gartenmöbel und Urwaldschutz" aufmerksam gemacht.

Doch was haben Gartenbänkchen mit dem Regenwald zu tun? Sehr viel, weiß Urwald-Experte Christoph Trautwein. Viele Gartenmöbel werden aus Tropenholz hergestellt, da dies sehr witterungsbeständig ist. Oftmals stammt dieses Holz, wenn nicht gesondert gekennzeichnet, aus Raubabbauten in den letzten Urwäldern der Erde. So beispielsweise auch aus Indonesien, der Heimat des Orang-Utans. Die Greenpeace-Gruppe Freiburg will dem entgegenwirken und kontrollierte nun schon zum fünften Mal die Freiburger Gartenmöbel-Anbieter. Rückblickend auf die letzten fünf Jahre ist eine Verbesserung erkennbar und die Verkäufer zeigen sich handlungsbereit. Wichtig wäre laut Trautwein jedoch ein bundesweites Gesetz.

Seit zwei Jahren hat die Greenpeace-Gruppe Freiburg noch ein größeres Ziel: Freiburg soll zur ersten urwaldfreundlichen Stadt Deutschlands werden. Dafür ist es wichtig, alle lokalen Holzhändler und Handwerker in die Kampagne miteinzubeziehen. Der Gemeinderat sowie mehr als 2000 Freiburger unterstützen derzeit das Projekt. Will man als Konsument die Aktion unterstützen, sollte man beim Kauf von Gartenmöbeln darauf achten, dass das Holz aus heimischen Wäldern stammt. Handelt es sich bei dem verarbeiteten Holz um Tropenholz, sollte dies mit dem Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) versehen sein. Dies garantiert eine ökologische und nachhaltige Waldnutzung.
"Das Bewusstsein ist zwar vorhanden, doch die wenigsten packen an", bemerkt Christian Trautwein. Aus diesem Grund seien Aktionsstände und persönliche Ansprache wichtig. Am Samstag zeigten die Passanten größtenteils Interesse für die Aktion. So nahm sich auch Heike Browa die Zeit, sich informieren zu lassen: "Die Aktion kannte ich schon, und ich finde eine Unterstützung sehr wichtig". Denn bis Freiburg den Titel "urwaldfreundlich" trägt, ist es noch ein weiter Weg, der Lebensraum für die Orang-Utans wird jedoch zunehmend begrenzt.

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Autor: Vanessa Kopp