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21. Juli 2009 11:07 Uhr
Prozess um Zuhälter
Freiburger Terminwohnungen wurden videoüberwacht
Ein Zuhälter, der wegen Steuerhinterziehung angeklagt ist, hat seine Freiburger Terminwohnungen videoüberwacht. Das räumte seine Anwältin jetzt vor Gericht ein. Freier und Huren wurden in flagranti gefilmt. Extra auf die Kameras hingewiesen wurden die Kunden nicht.
Auf Nachfrage der BZ räumte die Anwältin in einer Verhandlungspause ein, dass es in den Wohnungen sowohl versteckte wie auch demonstrativ angebrachte Kameras gegeben habe. "Sie dienten dem Schutz der Frauen", so die Verteidigerin. "Es gab deshalb auch Kameraattrappen." Dass sie gefilmt wurden, darauf wies man die Freier jedoch nicht extra hin.
"Aber das ist im Milieu nicht unüblich, auch in großen Bordellen gibt es Videokameras", sagte die Verteidigerin. Wegen des fehlenden Hinweisschildes wurde ein gesondertes Verfahren, das nach Angaben der Verteidigerin aber zwischenzeitlich eingestellt wurde.
Derzeit steht ein 37-jähriger Freiburger wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung vor dem Amtsgericht: Er soll die Einnahmen aus mehreren Terminwohnungen in Freiburg zwischen 2001 und 2007 nicht korrekt versteuert haben. Das Finanzamt Freiburg Land spricht von einem Schaden in Höhe von 613.000 Euro.
Die Verteidigung betonte zu Prozessauftakt, dass dies ihrer Ansicht nach viel zu hoch gegriffen sei. Der Zuhälter habe auch hohe Ausgaben für Renovierungen gehabt und außerdem hätten ihn die Prostituierten oft übers Ohr gehauen: "Die Geldübergabe erfolgte oft im toten Winkel der Überwachungskamera", sagte die Verteidigerin.
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Für den Prozess sind fünf Verhandlungstage angesetzt, das Urteil wird Anfang August erwartet. Auf einen von der Verteidigung im Richterzimmer vorgeschlagenen Deal ließ sich der Staatsanwalt nicht ein.
- Das Reich der Amazonen: Terminwohnungen sorgen in Freiburg für immer mehr Ärger
Autor: Stefan Merkle
