Fridays for Future

Freiburger und Offenburger Schüler fahren zum Klimastreik nach Berlin

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Mi, 23. Januar 2019 um 14:35 Uhr

Freiburg

Schülerinnen und Schüler aus Südbaden streiken am Freitag wieder für besseren Klimaschutz – und zwar in Berlin. Die Freiburger Organisatoren der Aktion "Fridays for Future" chartern einen Bus.

Jugendliche aus Freiburg und Offenburg reisen am Freitag nach Berlin. Die Schülerinnen und Schüler wollen während der letzten Sitzung der Kohlekommission gemeinsam mit Tausenden anderen jungen Menschen demonstrieren, erklärt Tariel Leiss von "Fridays for Future Freiburg".



Vergangenen Freitag waren in Freiburg rund 3500 Schüler durch die Innenstadt gezogen, um von der Politik einen konsequenteren Klimaschutz zu fordern. Auch in Offenburg schlossen sich rund 500 Schüler dem weltweiten Protest an, den die 15-jährige Schwedin Greta Thunberg "Fridays for Future" im Sommer startete.

Kein Streik in Freiburg geplant

An diesem Freitag soll es in Freiburg keinen Streik geben, sagte auf BZ-Anfrage Jesko Treiber, der Vorsitzender des Schülerrats. Ob es gegebenenfalls eine kleine Aktion für alle geben wird, die nicht Berlin fahren können, wollte das Orgateam noch besprechen.

Wenn in der Hauptstadt die Kohlekommission über das Datum des Kohle-Ausstiegs entscheidet, wollen junge Leute vor dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie dem Kanzleramt lautstark auf ihr Anliegen aufmerksam machen. "Wir erinnern die Mitglieder der Kommission an ihre Verantwortung für unser aller Zukunft", teilte Tariel Leiss mit. "Ein Kohleausstieg nach 2030 ist für uns keine Option", ergänzte der 18-jährige Schüler der Freien Waldorfschule St.Georgen.



Konsequenzen halten sich in Grenzen

Die hatte im Vorfeld des Freiburger Streiks offen Sympathie für den Klimastreik gezeigt und ihre Schülerinnen und Schüler an der Demonstration teilnehmen lassen. Andere Schulen hatten dagegen mit Konsequenzen gedroht: Das Schulrecht lasse ihnen keine Wahl, wenn die Jugendlichen dem Unterricht unerlaubt fernbleiben, und freistellen komme nicht in Frage. Die Fehlzeiten müssen notiert werden, verpasste Klassenarbeiten sind mit einer Sechs zu bewerten.

Die meisten Konsequenzen für die jungen Demonstrantinnen und Demonstranten halten sich in Grenzen, soweit das Freiburger Orgateam weiß. "Einige Schulen lassen sie ein bis zwei Stunden Nachsitzen, andere lassen sie fünf Seiten Aufsatz schreiben, warum sie an unserem Streik teilgenommen haben", erklärt Jesko Treiber.

Einen vollständigen Überblick über alle Freiburger Schulen gibt es nicht. "Wir machen das mit Augenmaß", sagt zum Beispiel Martin Rupp, Direktor des Droste-Hülshoff-Gymnasiums in Freiburg-Herdern. Das ist auch das Motto von Eberhard Fritz, der das berufliche Walter-Eucken-Gymnasium im Stadtteil Wiehre leitet und ergänzt: "Oder wir werden kreative Lösungen finden." Fälle mit schwerwiegenden Konsequenzen liegen dem Rektor keine vor.