Millioneninvestition

Freiburgs Verkehrs-AG kauft fünf neue Straßenbahnen des Typs Urbos

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Mi, 06. Juni 2018 um 13:50 Uhr

Freiburg

Durch Freiburg gleiten bald fünf neue Trams, die VAG hat gerade den Kaufvertrag unterschrieben. Den Preis verrät sie nicht, aber allein der Landeszuschuss beträgt 5 Millionen Euro.

Die Fahrgäste sollen im Sommer 2020 in den fünf neuen Straßenbahnen durch Freiburg rollen können. Die Vorstände der Freiburger Verkehrs-AG (VAG) haben am heutigen Mittwoch den Vertrag mit dem spanischen Hersteller "Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles" (CAF) unterschrieben.

Über die Kaufsumme schweigt sich die VAG aus. Allerdings teilt sie mit, dass das Land jede Tram mit einer Million Euro aus dem Fördertopf für Schienenfahrzeuge bezuschusst. Die ersten zwölf Urbos-Bahnen, welche die VAG für ihren Netzausbau 2015 und 2017 kaufte, kosteten knapp 40 Millionen Euro.

Treppensteigen in die Tram muss nicht mehr sein

Die neue Anschaffung soll Freiburgs letzte Straßenbahnen ersetzen, die Fahrgäste über Treppen erklimmen müssen. Die fünf reinen Hochflurfahrzeuge vom Typ GT8K werden ausgemustert.

Eine davon wurde schon verschrottet, erklärte VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt: Die Bahn mit der Ganter-Werbung und der Nummer 206 hatte seit 1981 im Fuhrpark und zuletzt als Ersatzteillager gedient. 2020 werde das Hochflur-Zeitalter dann beendet, sagte VAG-Vorstand Oliver Benz. Nur in elf der 74 Freiburger Trams können Fahrgäste dann nicht ganz ebenerdig einsteigen – es sind die sogenannten "Sänftenwagen" mit Niederflurabteil nur in der Mitte.

Serienmäßige Abhilfe gegen das Quietschen

Die VAG ist mit ihrem Dutzend Straßenbahnen vom Modell Urbos 100 und der Zusammenarbeit mit CAF bisher zufrieden. Die neuen sind optisch fast identisch, die VAG lässt aber nach drei Jahren Erfahrung gleich einige Modifikationen einbauen, erklärte Benz’ Vorstandskollege Stephan Bartosch.

So bekommen die Urbosse jetzt serienmäßig gegen das Quietschen Radschallabsorber und eine Anlage zur Schienenkopfkonditionierung. Zudem wird der Innenraum mit LED beleuchtet und an der Schienenbremse etwas verändert.

Das sind wohl nicht die letzten Urbosse für Freiburg: Der Vertrag beinhaltet die Option, bis Ende 2020 sieben weitere zu bestellen. Den aktuellen Abschluss unterzeichnete der städtische Verkehrsbetrieb nach einer europaweiten Ausschreibung. Er helfe CAF, sich auf dem deutschen Markt zu etablieren, meinte Koen De Clercq, der Vertreter des spanischen Herstellers.

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