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21. Juli 2009
Genossen haben keine Chance auf Thüga-Anteile
Badenova-Chef: zu spät.
Die genossenschaftliche Initiative "Energie in Bürgerhand" hat keine Chance, um die Thüga AG mitzubieten. Badenova-Chef Thorsten Radensleben sagte gestern in der Bilanzpressekonferenz, die Initiative habe trotz mehrfacher Bitte nicht die notwendigen Informationen beschafft. Das letzte Gespräch habe vor etwa drei Wochen stattgefunden, seitdem habe er nichts mehr gehört. "Aufgrund des Zeitplans und des Stands der Verhandlungen können wir die Initiative nicht mehr in die Transaktion einbinden." Dass sich die Genossenschaft vielleicht später an der Thüga beteiligen könnte, wollte Radensleben nicht ausschließen. Wie mehrfach berichtet, hat der Düsseldorfer Energiekonzern Eon angekündigt, seine Tochter Thüga verkaufen zu wollen. Sie ist eine Holding und hält Anteile an 110 kommunalen Energieversorgern, darunter an der Badenova AG. Diese wiederum will gemeinsam mit anderen Stadtwerken die Mehrheit der Thüga-Anteile kaufen. Mitmachen will auch jene Genossenschaft, die sich Mitte April gegründet hat. Deren Angaben zufolge haben interessierte Mitstreiter insgesamt zwölf Millionen Euro zugesagt, allerdings noch nicht auf das Treuhandkonto überwiesen.
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2,5 Millionen Euro eingezahlt haben im vergangenen Jahr 200 Bürgerinnen und Bürger für das Bürgerkraftwerk mit dem Namen "Regiomix 2030". In Rekordzeit, so Radensleben, sei das Beteiligungsprojekt ausverkauft gewesen. Zusammen mit einem 6,1-Millionen-Kredit der Sparkassen investierte die Badenova-Tochter Regiowind GmbH in erneuerbare Energien, die jährlich so viel Strom produzieren sollen wie 2600 Haushalte verbrauchen. Zum Jahresende soll das nächste Beteiligungsprojekt starten.
Laut Vorstandsvorsitzendem Radensleben hat sich die Umstellung auf atomfreien Strom zum 1. Januar positiv bemerkbar gemacht. Die Abwanderung zur alternativen Konkurrenz habe sich verringert, sagte Radensleben, ohne Zahlen zu nennen. Branchenangaben zufolge dürften das bislang mehr als 10 000 Haushalte gewesen sein, davon allein gut 2000 im Jahr vor der Umstellung. Zwei Drittel machten ökologische Gründe geltend.
Anders als beim Gas, mit dem Badenova zwei Drittel des Umsatzes macht, konzentriert sich die Stromkundschaft auf Freiburg und Breisach mit insgesamt 150 000 Kleinabnehmern und 5000 Großkunden. Mit etwa 10 000 sei auch die Zahl der Kunden stabil geblieben, die den teureren "Regiostrom aktiv" beziehen, also mehr bezahlen, um den Ausbau der regenerativen Energien zu fördern.
Die Zahl der Badenova-Beschäftigten ist in den vergangenen sechs Jahren von 1010 auf 973 gesunken. Im gleichen Zeitraum ist sie am Standort Freiburg von 619 auf 745 gestiegen. Grund dafür sei die stärkere Zentralisierung am Hauptsitz.
Autor: Uwe Mauch
