Preisträgerin Irene Schumacher

GESICHT DER WOCHE: Medienkompetenz tut not

Deborah Oefner

Von Deborah Oefner

So, 08. April 2018

Freiburg

Ich stehe nicht nur für mich, sondern für ganz viele hier." Mit diesen Worten nahm Irene Schumacher den diesjährigen Preis der Solidar-Energie, der soziales und kulturelles Engagement in Südbaden fördert, im Freiburger Vorderhaus entgegen.

Die Vorsitzende der Initiative "Kommunikation & Medien" erhielt für ihren Verein den mit 3 000 Euro dotierten Hauptpreis.

Die Initiative fördert den kompetenten Umgang mit Medien unabhängig von Alter oder Herkunft– etwas, das Irene Schumacher sehr am Herzen liegt.

Geboren und aufgewachsen in Wertheim, verbrachte Irene Schumacher ihre Kindheit und Jugend zusammen mit fünf Geschwistern auf einem Bauernhof. "Für das Studium vom Dorf in eine große Stadt zu ziehen hat mich sehr geprägt", sagt sie. Im Jahr 1997 kam sie nach Freiburg. Über den zweiten Bildungsweg machte sie zunächst eine Ausbildung zur Hauswirtschaftsleiterin und studierte anschließend Sozialpädagogik mit einem besonderen Interesse an Medienpädagogik.

Mittlerweile lebt die 56-jährige Medienpädagogin im Stühlinger und hat drei Kinder.

"Anfänglich erinnere ich mich an ein Filmprojekt mit arbeitslosen Jugendlichen", sagt Schumacher. "Es ging darum, die eigene Geschichte filmisch umzusetzen. Ich konnte großes Interesse der jungen Menschen feststellen, den Film als Medium einzusetzen, um ihre Ansichten zu zeigen."

Dies war für sie ein Aha-Moment: "Medien dienen als Sprachrohr." Deswegen ist es Irene Schumacher wichtig, einen selbstbewusster Umgang mit Medien und sozialen Netzwerken zu vermitteln. "Alle Menschen mit Fragen darf man zur Beantwortung dieser nicht nur ins Netz schicken", sagt sie.

Als Vorstand der Initiative "Kommunikation & Medien" arbeitet Schumacher daran, eine Anlaufstelle zu schaffen, die den erhofften selbstbewussten Umgang mit dem Computer sowie mit den sozialen Medien fördert.

So ermöglicht das Netzwerk, das "Freiburgerinnen aus aller Welt" heißt, Frauen ihre Geschichte durch Filmbeiträge zu dokumentieren oder mit Umfragen sichtbar zu machen.

Momentan gebe es eine Reihe an Informationstagen unter dem Namen "Frag Moritz", sagt Schumacher. Der nächste Termin ist der 14. April, gewidmet den "Gefahren im Internet".

Von einem erfolgreichen Zuschauervoting der "Google-Challenge" erhofft sich Irene Schumacher für ihre Initiative weitere Förderung. Sie weiß: "Es liegt viel Arbeit vor uns. Aber gemeinsam lässt sich viel bewegen. Ich glaube an die Kraft der vielen." Deborah Oefner