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12. November 2017 12:29 Uhr

Bauprojekt

Güterbahnhof: 12 Millionen Euro dank geänderter Pläne

Die Pläne ändern sich: Weil auf dem Güterbahnhofareal mehr Wohnbau möglich ist, profitiert auch die Stadt erheblich. Mit dem Geld werden ein öffentlicher Platz und ein Bolzplatz angelegt.

  1. Impression vom Baugebiet Freiburger Güterbahnhof. Foto: Jens Kitzler

Wenn der Gemeinderat nächsten Dienstag die Offenlage eines geänderten Teilbebauungsplans auf dem Güterbahnhofgelände beschließt, dann platzt ganz offiziell ein dicker, fester Knoten. Denn mit dem Beschluss kann nun das letzte große Dreieck im Neubaugebiet in Angriff genommen werden – dort, wo einst der Betrieb Badische Flüssiggas GmbH aus Sicherheitsgründen den Bau von Wohnungen und Büros unmöglich machte.

65 Prozent Wohnungen, 35 Prozent Gewerbe

Es geht um das 8,5 Hektar große Gebiet auf dem westlichen Teil des Güterbahnhofgeländes, oberhalb der Neunlindenstraße und entlang der Bahngleise. Der Störfallbetrieb mit seinem Flüssiggas ist weggezogen, deshalb wird diese Fläche vom Gewerbe- zum Mischgebiet. Das bedeutet: 65 Prozent Wohnungen, 35 Prozent Gewerbe. Etwa 650 neue Wohnungen sind das Ziel.

Das bedeutet aber auch 18 Millionen Euro mehr Planungsgewinn. Wie in solchen Fällen üblich, erhält die Stadt zwei Drittel davon, also etwa zwölf Millionen Euro, ein Drittel geht an die Eigentümerin Aurelis. Und: Aurelis gibt knapp 15 Prozent der Fläche an die Stadt ab, damit diese dort etwa 150 geförderte Wohnungen bauen kann.

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Planungsgewinn für Kita, Park und Bolzplatz

Eigentlich hätte Aurelis nach der in Freiburg gültigen 50-Prozent-Regelung die Hälfte aller zu bauenden Wohnungen als geförderte errichten müssen, doch das Unternehmen nutzte ein Schlupfloch: Wer 10 Prozent der Fläche abgibt – Aurelis erhöhte auf knapp 15 Prozent –, ist für den Rest vom Förderzwang befreit. In der Vergangenheit ist das bei einigen Gelegenheiten so geschehen und hat die Regelung quasi unterhöhlt.

Von ihren zwölf Millionen Euro wird die Stadt einen Bolzplatz anlegen sowie einen großen, öffentlichen Platz vor der alten Lokhalle. Da im Wohngebiet nicht mehr besonders viel Grünfläche übrig ist, wird als Ausgleichsmaßnahme ein Teil des Hauptfriedhofs um den Teich herum als kleiner Park verschönert.

Erschließung und Planungskosten ebenfalls abgedeckt

In einer neuen Kita sollen vier Gruppen unterkommen, weitere wären für die Zukunft möglich. Ein Baufeld soll für Baugruppen reserviert werden. Auch Erschließung und Planungskosten sind mit dem Planungsgewinn abgedeckt, unter anderem vier Mehrfachbeauftragungen. Die Stadt erhält außerdem Gewerbeflächen von Aurelis zu günstigen Konditionen.

Die Bebauung soll an den äußeren Rändern des Gebietes höher und kompakter werden und hauptsächlich für Handwerker und Kleingewerbe sein. Im Inneren dagegen liegt der geschützte Bereich, der für Wohnungsbau geeignet ist.

Autor: Simone Lutz