Husserls Grab bleibt weiter in Günterstal

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Sa, 06. Mai 2017

Freiburg

Stadt und Universität werden sich künftig die Kosten teilen.

Edmund Husserl, dessen Todestag sich 2018 zum 80. Mal jährt, war ein berühmter Philosoph und Mathematiker. Viele Wissenschaftler und ehemalige Studierende von überallher verbinden ihren Aufenthalt in Freiburg mit einem Besuch am Grab Husserls auf dem Friedhof in Günterstal. Entsprechend groß war die Aufregung über Freiburg hinaus, als sich herumsprach, dass das Grab abgeräumt, der Grabstein auf den Ehrenhain der Stadt auf dem Hauptfriedhof verlegt werden soll. Doch nun haben sich Stadtverwaltung und Universität zusammengesetzt und eine andere Lösung gefunden: Die Grabstätte Husserls, der auch Freiburger Ehrenbürger ist, bleibt in Günterstal.

In all den Jahrzehnten haben Angehörige das Grab gepflegt. Diese hatten nun der Stadt mitgeteilt, dass sie diese Pflege nicht mehr übernehmen könnten. Die Stadtverwaltung erwog die Verlegung in den Ehrenhain, der für solche Fälle vor gut zehn Jahren angelegt worden ist. Husserls Grabstein war bereits abgebaut.

Eine aufmerksame Friedhofsbesucherin hat die Universität und deren Husserl-Archiv informiert. Nun gibt es eine andere Lösung. Die Grabstätte wird in Günterstal am angestammten Platz bleiben und die Stadt trägt die Kosten für die Ruhestätte des berühmten Wissenschaftlers, die Universität die für die Grabpflege. Professor Hans-Helmuth Gander, Direktor des Husserl-Archivs und Dekan der Philosophischen Fakultät, freut sich, dass es gelungen ist, durch die schnelle Reaktion das Grab zu erhalten: "Husserl und die Phänomenologie gehören zum Traditions- und Kernbestand der Universität Freiburg." Das Fundament der Grabstätte muss neu befestigt werden. Kommende Woche soll das Grab wieder vollständig hergerichtet sein, so Uni-Sprecher Rudolf-Werner Dreier.