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01. Juni 2010

Klinik testet Pellets im Heizkraftwerk

Ziel ist der Ausstieg aus der Steinkohle / Biobrennstoffhändler liefert das Heizmaterial.

Zur Zeit testet die Universitätsklinik Freiburg in ihrem Heizkraftwerk an der Hartmannstraße die Verbrennung von Holzpellets anstelle von Steinkohle. Die Versuche begannen gestern vormittags und sollen im Laufe des heutigen Tages abgeschlossen werden. In einem der beiden Heizkessel, die noch zur Verbrennung von Feststoffen geeignet sind – die drei anderen werden mit Erdgas betrieben – werden 100 Tonnen Holzpellets verbrannt, die von der EC Bioenergie GmbH Heidelberg aus dem Naturholzzentrum in Kehl angeliefert werden.

Die Heidelberger Firma ist ein Biobrennstoffhändler und zugleich Betreiber von Biomassekraftwerken bei Gemeinden und Unternehmen, in Freiburg zum Beispiel beim neuen, mit Pellets betriebenen Heizkraftwerk der Pharmafirma Pfizer im Industriegebiet Nord. Den Versuch vor Ort mit Pellets aus Kehl beobachtet ECB-Geschäftsführer Otto Schwarzmann persönlich. Sein erster Eindruck gestern: "Grundsätzlich geht es, jetzt muss erprobt werden, welche Leistung erzielt werden kann und was eventuell an der Anlagentechnik optimiert werden muss."

Holzpellets haben einen etwas geringeren Brennwert als Kohle, das muss durch eine verbesserte Zuführung ausgeglichen werden. Ebenfalls beim Testlauf dabei ist Emissionsexperte Eberhard Rothfuß vom TÜV Süd in Filderstadt, der untersucht, mit welchen Brennstoffarten die Heizanlage grundsätzlich überhaupt befeuert werden kann. Im Gespräch ist – neben den Pellets – auch so genannte Biokohle. Das ist – wie Holzkohle – ein unter Druck und Hitze konzentrierter Brennstoff aus pflanzlicher Biomasse etwa aus Ernterückständen oder Abfällen.

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Die Experten von Klinik, TÜV und Pelletslieferant prüfen neben der Frage, ob der Brennwert für die geforderte Wärmeleistung für die Universitätsklinik selbst und für zusätzliche Fernwärmekunden ausreichend und wirtschaftlich ist.

Geprüft wird auch die Menge und Qualität des Schadstoffausstoßes nach der Verbrennung. Die Emissionen von CO2, Schwefel und Methangas werden laufend am Schornstein des Heizkraftwerks gemessen. Gestern machten sich die Landtagsabgeordneten Walter Krögner (SPD) und Bernhard Schätzle (CDU) und Gemeinderat Daniel Sander vor Ort ein Bild vom Testlauf. Oberbürgermeister Dieter Salomon hatte mehrfach erklärt, die Uniklinik müsse die Steinkohle in ihrem Heizkraftwerk durch einen umweltfreundlicheren Brennstoff ersetzen.

CDU-Gemeinderat Daniel Sander sieht durch die Anstrengungen der Uniklinik, von der Steinkohle weg zu kommen, das Hindernis für die Anbindung der Neubauprojekte an der Berliner Allee beseitigt. Die Ergebnisse des Pelletstests werden voraussichtlich im August vorliegen.

Autor: Heinz Siebold