Kuckuck, Kuckuck

Fabian Vögtle  und Ingo Schneider

Von Fabian Vögtle (Text) und Ingo Schneider (Fotos)

Mi, 27. September 2017

Freiburg

BZ HAUTNAH: Leserinnen und Leser bekommen eine exklusive Führung durch das neu eröffnete Motel One am Siegesdenkmal /.

Ganz schwarzwälderisch mit tickenden Kuckucksuhren, Bollenhut-Hockern und Schindeln an der Rezeption zeigt sich das vor kurzem eröffnete Motel One. Wer von den BZ-Leserinnen und -Lesern dachte, beim Rundgang erwarte sie ein Haus wie jedes andere der Hotelgruppe im Land, täuschte sich. "Ich finde es eine tolle Idee, dass hier mit dem Lokalkolorit Flagge gezeigt wird", sagt BZ-Leser Wolfgang Stächelin. Der Schwarzwald, Südbaden und Freiburg ziehen sich wie ein roter Faden durch den Neubau am Friedrichring. Neben den Motiven, die den Schauinsland hinter der Rezeption und den Kaiserstuhl im Frühstücksraum zeigen, sind die zwölf Kuckucksuhren aus Triberg der Hingucker in der Lobby. Seitlich davon in der Lounge läuft ein Filmchen über die Herstellung der weltberühmten Uhren.

Auch in den 252 Zimmern, die mit 16 Quadratmetern klein, aber fein sind, haben Hotelmanager Patrick Thomas und sein Team auf Heimatverbundenheit gesetzt. "Es ist doch schön, wenn die Gäste auch im Hotel etwas von Freiburg und vom Umland mitnehmen", sagt Thoma, der die Hotellerie in die Wiege gelegt bekommen hat: Seine Eltern haben ein Hotel am Schluchsee. Die Tapete über fast jedem der 380 neuen Boxspringbetten präsentiert den Gästen eine Karikatur des Künstlers Tilmann Waldvogel mit Gässle, Bächlebooten, Fahrrädern und Wasserspeiern. Beim Blick nach draußen kommt noch das Münster und der Schlossberg hinzu. Und wer den Raum betritt oder verlässt, entdeckt an der Garderobe einen motivierenden Spruch: "Kumm mit un loß di usselocke! Biim Wandre un i frohner Rund do bliibt ko Au. ko Gurgle trocke un s Herz wird wiit, un du bliibsch gsund." Mehr Identifikation geht wohl nicht.

Wunsch nach einer

Dachterrasse mit Bar

Das findet auch Stächelin, der sich im Vorführ-Zimmer im achten Stock ganz genau umschaut: "Schöne Armaturen, hochwertige Dekokissen, ein super Fernseher und ein wirklich schönes Ambiente", ist sein Fazit. Hinzu kommen ein kleiner Marmortisch, eine Kofferablage und ein begehbarer, offener Kleiderschrank.

"Wie lange hält das alles?", fragt ein anderer Leser. "Alle fünf bis sechs Jahre findet ein Re-Design statt", antwortet Hoteldirektor Thoma. Das seien für Hotels recht kurze Zyklen. Die ersten Häuser der Hotelgruppe aus dem Jahr 2000 befänden sich heute bereits in der sechsten Zimmergeneration. Neben den Standardzimmern gibt es fünf Eckzimmer, die etwas größer sind und sechs Zimmer mit einem kleinen Balkon zur Habsburgerstraße hinaus.

"Wo sind hier die Liegestühle?", fragen sich mehrere Leser als es nach der Zimmerbesichtigung über den "schönsten Fluchtweg Freiburgs" (Thoma) zwischen den zwei Gebäudeteilen zurück in die Lobby geht. Der Hotelmanager muss an dieser Stelle die BZ-Leser, genauso wie künftige Hotelgäste, enttäuschen. Der Wunsch von OB Dieter Salomon beim Richtfest im Juni 2016 dort oben eine Dachterrasse mit Lounge-Bar einzurichten, sei aus Bau- und Sicherheitsgründen nicht möglich gewesen.

Unten in der 24 Stunden offenen Bar angekommen, lässt sich Maria Sowa in einen Schaukelstuhl fallen. "Hier bleibe ich", sagt die BZ-Leserin total glücklich über den Einblick ins derzeit größte Freiburger Hotel. Sie habe zwar anfangs einen Schock bekommen, weil es in der Lobby so dunkel gewesen sei. Aber die vielen tollen Sitzgelegenheiten und die Dekoration gefalle ihr gut. Auch das Preis-Leistungsverhältnis (69 Euro pro Nacht im Einzelzimmer) findet sie genauso wie andere Teilnehmer angemessen. "Das ist eine echte Bereicherung für Freiburg", sagt Stächelin. Ein anderer Leser, der jahrelang ein eigenes Hotel im Umland hatte, ist skeptisch: "Ein so großes Hotel hier hinzustellen – da gehört schon Mut dazu", sagt er. Er findet die Einrichtung ansprechend, sieht aber ein Problem auf Freiburg und die kleinen, privat geführten Hotels zukommen, da derzeit ganz viele große Budgethotels eröffnen.