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07. Juli 2011 10:07 Uhr
Bewerbung
Freiburg: Salomon legt das Projekt Kulturhauptstadt ad acta
Die Bewerbung Freiburgs als Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2020 scheint sich zu erledigen. Zwar hat der Gemeinderat beschlossen, erst zum Jahresende über den Antrag abzustimmen, doch sieht Oberbürgermeister Dieter Salomon nach einer Expertenanhörung Ende Mai keinerlei Chancen für eine Bewerbung.
Oberbürgermeister Dieter Salomon hat die Bewerbung um den Titel einer Kulturhauptstadt 2020 ad acta gelegt. Zu diesem Schritt habe er sich im Gespräch mit den Fraktionen entschlossen. "Ich sehe keinerlei Chancen", sagte er auf Anfrage der BZ. Gleichwohl hat sich eine Bürgerinitiative für die Teilnahme am Wettbewerb gegründet.
Für Salomon und den Gemeinderat war nach der Anhörung von Experten Ende Mai klar, dass das vorgelegte Konzept des Kulturamts nicht trägt, um sich für die Europäische Kulturhauptstadt zu bewerben. Am Ende des von ihm zugesagten Treffens mit Stadträten am vergangenen Montag machte er klar: "Wir stellen unsere Bemühungen ein." Bislang finanzierte die Stadt eine halbe Stelle für das Projekt.Kultur und Nachhaltigkeit zu einer Leitidee zusammenzubringen, wie einige Experten vorgeschlagen hatten, wollten weder CDU, SPD noch Unabhängige Listen, sagte Salomon. Im Herbst will die Europäische Union bekannt geben, ob überhaupt eine deutsche Stadt an der Reihe ist."Ich sehe nicht, wie wir in einem halben Jahr eine Leitidee entwickeln sollen." Eine Konzeptgruppe hatte es zwei Jahre lang versucht. "Die Frage ist, wer den Mut hat zu sagen, dass der Kaiser nackt ist." Salomon will jetzt "die Bremse reinhauen, bevor wir gutes Geld dem schlechten hinterherwerfen."
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Dass Salomon die Marschroute des Gemeinderats verlässt, den Grundsatzbeschluss erst Ende des Jahres zu fassen, stößt auf heftige Kritik der SPD (9 Mandate). Damit werde eine große Chance verspielt, die Stadt nach vorne zu bringen. Die Fraktion hat aber noch die leise Hoffnung, dass der Gemeinderat widerspricht.
Zumal die Unabhängigen Listen (7) für die Kulturhauptstadt sind, und auch die CDU-Fraktion (10) daran festhält. "Wir werden die Bewerbung auf keinen Fall zu diesem Zeitpunkt killen", sagte Stadträtin Ellen Breckwoldt, "wir sind dabei, eine Leitidee in den Ring zu werfen." FDP (4) und Freie Wähler (3) sind gegen eine Bewerbung, die Grünen (13) denken derzeit noch über eine Verbindung von Green City und Kultur nach.
32 Gründungsmitglieder hat die neue Bürgerinitiative "Pro Kulturhauptstadt Freiburg". Eine inhaltliche Festlegung sei am Dienstag nicht getroffen worden, so Martin Flashar, der kommissarisch als Sprecher fungiert. Ein Vorstand soll Ende Juli gewählt werden.
- Kommentar: Salomons Schlusspunkt
Autor: Uwe Mauch
