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30. März 2009 16:58 Uhr

Live-Ticker

Demonstration gegen den Nato-Gipfel in Freiburg

Sie demonstrieren gegen die innere und äußere Aufrüstung: Vier Tage vor Beginn des Nato-Gipfels haben sich die Gegner in Freiburg versammelt. Autonome Linke stehen einem Großaufgebot der Polizei gegenüber. Die BZ berichtet live.

  1. Demonstration gegen den Nato-Gipfel in Freiburg. Foto: Ingo Schneider

  2. Musik aus dem Lautsprecher beschallt den Zug. Foto: Ingo Schneider

  3. Massive Polizeipräsenz in der Freiburger Innenstadt. Foto: Ingo Schneider

  4. Demonstranten als Clowns verkleidet. Foto: Ingo Schneider

  5. Die Liste Junges Freiburg tagt trotz Demo. Foto: Ingo Schneider

  6. Die Polizei marschiert auf. Foto: Ingo Schneider

  7. Die Freiburger Innenstadt: Die Polizei geht von 1000 bis 1500 Teilnehmern aus. Foto: Ingo Schneider

  8. Sanitäter sind ebenfalls vor Ort. Foto: Ingo Schneider

  9. Demonstration gegen die Nato. Foto: Ingo Schneider

  10. Die mediale Aufmerksamkeit ist groß, die Furcht vor Randalen geschürt. Foto: Ingo Schneider

+21.38 Uhr: Der Protestzug geht friedlich auseinander+
Die Furcht vor Ausschreitungen war groß – und wurde nicht zuletzt geschürt durch die Berichterstattung im Vorfeld. Doch allen Befürchtungen zum Trotz verlief die Demonstration gegen den Nato-Gipfel in vier Tagen weitgehend friedlich. Die Polizei schätzt, dass unter den Protestlern rund 200 Krawallmacher waren. diese seien aber aufgrund des hohen Aufgebots an Beamten nicht zum Zuge gekommen. Mittlerweile ziehen nur noch vereinzelt Demonstranten durch die Stadt.

+21.13 Uhr: Polizei verhaftet zweiten Demonstranten+
Wie erst jetzt bekannt wurde, hat die Polizei bereits am Nachmittag einen Mann verhaftet, der aus dem Protest-Zug heraus eine Rauchbombe geworfen haben soll. Damit wurden insgesamt fünf Personen in Gewahrsam genommen: Neben dem Rauchbomben-Werfer wurde ein Mann verhaftet, weil er während der Demo mit einer Dachlatte um sich geschlagen haben soll. Außerdem nahm die Polizei drei Männer wegen illegalen Waffenbesitzes im Vorfeld der Proteste fest.

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+21.09 Uhr: Die Demonstranten erreichen ihr Ziel+
Der Protest-Zug der Gipfel-Gegner ist im Grün angekommen. Die Polizei lässt sie passieren. Der Zug verläuft sich in den einzelnen Straßen. Dabei kommt es noch zu kleineren Kabbeleien zwischen Beamten und Demonstranten. Doch damit hat es sich.

+21 Uhr: Hunderte Passanten begleiten den Zug+
Die Polizei ist erstaunt und die Demonstranten sonnen sich in ihren Publikum: So viele Passanten wie selten zuvor bei einem Protest-Zug begleiten die Autonomen auf ihrem Weg durch die Freiburger Straßen. Und das, obwohl es mit Einbruch der Nacht immer kälter geworden ist. Doch selbst davon lassen sich die Schaulustigen nicht abhalten. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagt Polizei-Einsatzleiter Harry Hochuli.

+20.47 Uhr: Rangeleien zwischen Polizei und Demonstranten+
Alle Seiten drücken und stoßen: Zwischen Polizisten und Demonstranten ist es zu Rangeleien gekommen. "Daher haben wir die Helme aufziehen lassen", sagt Einsatzleiter Harry Hochuli. "Das ist ein eindeutiges Zeichen." Per Lautsprecher ließ die Polizei verkünden, dass sie die Demo schnell zu Ende bringen wolle. Alle sollten friedlich weiterziehen und die Provokationen unterlassen.

20.42 Uhr: Die Lage spitzt sich zu
Auf der Höhe des Hauptbahnhofs nimmt der Lärmpegel plötzlich deutlich zu. Alle Polizisten setzen mit einem Mal ihre Helme auf und rücken ihre Gürtel zurecht. Die Linien ziehen sich dicht zusammen. auf beiden Seiten.

+20.25 Uhr: Wie die Gipfel-Gegner wirklich marschieren wollten+
Verwaltungsgericht, Kreiswehrersatzamt und Ernst-Mach-Institut Freiburg – so sah der Weg der Demonstranten eigentlich aus. Doch die Polizei hat ihnen ein Strich durch die Rechnung gemacht und sie umgeleitet. Laut Gipfel-Gegner wird am Ernst-Mach-Institut Waffenforschung betrieben. Zum offiziellen Forschungsprofil des Instituts gehört die Ballistik.

+20.11 Uhr: Polizei verhaftet Angreifer+
Die Beamten haben einen Mann festgenommen, der mit einer Holzlatte aus der Masse heraus um sich geschlagen hat. Während der Demonstration ist dies die erste Verhaftung. Die Polizei geht von einem versprengten Einzeltäter aus. Bereits am Mittag waren bei Verkehrskontrollen rund um Freiburg zwei Männer in Gewahrsam genommen worden.

+20.08 Uhr: Polizei geht auf Forderung der Demonstranten ein+
Offenbar ist die Polizei auf die Weg-Forderung der Demonstranten eingegangen. Der Zug zieht jetzt Richtung Rotteckring, Eisenbahnstraße, Bismarckallee Richtung Grün. Zahlreiche Passanten begleiten als Schaulustige die Demonstration.

+20.02 Uhr: Bei Einbruch der Nacht sollte Schluss sein+
Polizei und Demonstranten hatten offenbar vereinbart, dass bei Einbruch der Nacht Schluss sein sollte. Doch davon kann bei den Demonstranten keine Rede sein. Sie wollen weiterziehen – die Polizei genau das verhindern.

+19.40 Uhr: "Militaristischer Spaziergang durch das militaristische Freiburg"
Die Organisatoren haben den Protest-Zug durch die Münstermetropole unter ein ironisches Motto gestellt: "Ein militaristischer Spaziergang durch das militaristische Freiburg". Am Siegesdenkmal ertönt über Lautsprecher: "Krieg macht nur Spaß, wenn man Gewinner ist." Ein kleiner geschichtlicher Abriss über die Geschichte des Denkmals wird von lautem Trommeln und Sambarhythmen begleitet.

+19.29 Uhr: Die Demonstranten ziehen weiter+
Die Polizei und die Organisatoren haben sich scheinbar geeinigt. Der Zug der Demonstranten zieht weiter am Siegesdenkmal vorbei über den Friedrichring und der Stefan-Meyer-Straße zum Kreiswehrersatzamt.

+19.19 Uhr: Ratlosigkeit bei der Polizei – und eine versteckte Drohung+
Offenbar fühlt sich von den Demonstranten niemand von der Aufforderung der Polizei angesprochen. Niemand nimmt Kontakt zu den Beamten auf. Der Schwarze Block reagiert gelassen – und mit einer kaum verhüllten Drohung: "Die Polizei weiß genau, was jetzt kommt." Über Lautsprecher fordern die Protestler die Polizei auf, sie weiterziehen zu lassen. Doch die beharrt auf ihrer Forderung, dass sich ein Verantwortlicher bei ihr melden muss.

+19.14 Uhr: Polizei stoppt den Zug+
Die Polizei stoppt den Protest-Zug in der Ka-Jo auf Höhe des Starbucks-Café. Über Lautsprecher macht sie klar: "Damit der Zug weitergehen kann, brauchen wir einen Ansprechpartner." Die Reaktion der Demonstranten ist verhalten. Einige buhen, doch ansonsten ist es friedlich.

19.10 Uhr: Coinneach McCabe fordert Abschaffung der Nato+

Der Stadtrat von der Grünen Alternativen Liste Coinneach McCabe richtet sich an die Demonstranten: "Die Nato muss abgeschafft werden!", schreit er und bekommt dafür jubelnden Applaus.



+19.01 Uhr: Gespenstische Stille am Bertoldsbrunnen+
Demonstranten und Polizisten sind weitergezogen, die Straßenbahnen stehen still. Noch. Einige wenige Passanten bummeln durch die Bertoldstraße und traben in Richtung Kaiser-Joseph-Straße. In der Freiburger Innenstadt ist es gespenstisch still – jetzt kommt eine erste Straßenbahn vom Stadttheater angezuckelt. Kaum etwas erinnert am Bertoldsbrunnen an den Zug Hunderter. Es herrscht wieder Normalität.

+18.53 Uhr: 100 schwarz Vermummte – und eine weiße Hose+
Aufregung unter den Anhängern des Schwarzen Blocks: Ein Spaßvogel in weißer Hose hat sich in ihre dunkle Reihen gemischt. Einige schauen pikiert, andere skandieren weiter ihre Parolen gegen Nato und Krieg. Noch ist alles friedlich.

+18.47 Uhr: Der Schwarze Block marschiert auf+
Sie tragen Wollmützen, Kapuzen-Shirts und Sonnenbrillen – einige der Demonstranten haben sich vermummt und beginnen die Ka-Jo Richtung Norden zu ziehen. Die Polizisten schließen sich noch enger zusammen. Zwar haben sie mittlerweile Kontakt zu den Organisatoren der Demonstration aufnehmen können – dennoch ist die Stimmung gespannt.

+18.41 Uhr: Musikzug und politische Demonstration+
Musik vom Band untermalt die Demonstration mit fetzigen Rhythmen. Die Teilnehmer der Demo jubeln und klatschen in die Hände. Doch einige scharren förmlich mit den Hufen. Sie wollen, dass es endlich weitergeht.

+18.33 Uhr: Ein Zug zieht gen Norden+
Ein alter VW-Bus mit Lautsprechern und Mikro-Anlage offenbart sich als Ursprung der Musik. Plötzlich ertönt die Stimme einer jungen Frau, die ansagt, wie es weitergehen soll: Sie dirigiert die Demonstranten in Englisch und auf Deutsch Richtung Siegesdenkmal. Der Zug fügt sich langsam aber friedlich.

+18.30 Uhr: Star-Wars am Bertoldsbrunnen+
Plötzlich tönt der Star-Wars-Theme durch die Straßen Freiburgs. Laut aufgedreht sorgt er unter den Demonstranten für zahlreiche Lacher. Woher kommt die Musik?

+18.26 Uhr: Der Zug stockt – die Polizei ist besorgt+
Laut Harry Hochuli von der Einsatzzentrale der Freiburger Polizei war mit den Demonstranten vereinbart, dass sich der Zug Richtung Siegesdenkmal bewegt. Doch der verharrt unverändert am Bertoldsbrunnen. "Das verunsichert uns", sagt Hochuli. Die Polizei suche jetzt den Kontakt zu den Protestlern. Die Behörden gehen davon aus, dass zwischen 1000 bis 1500 Menschen an der Demonstration teilnehmen.

+18.23 Uhr: Passanten suchen sich ihren Weg+
Da die Ka-Jo verstopft ist, nutzen zahlreiche Passanten die Löwen-Apotheke als Abkürzung. "Das ist kein Problem", sagt Michael Walter von der Apotheke. Zum einen Eingang rein – und zum anderen wieder hinaus.

+18.15 Uhr: "Nein zur Nato, nein zum Krieg!"+

Die Demonstranten haben sich um den Bertoldsbrunnen versammelt und skandieren ihre Parolen. "Nein zur Nato, nein zum Krieg!". Die Anti-Konfliktteams der Polizei in gelben Warnwesten rücken vor zur Salzstraße, wo die Polizei den Zug blockiert.

+18.09 Uhr: Polizei blockt Zug+
Die Beamten lassen keine Demonstranten in die Bertoldstraße. Sie haben sich übr die gesamte Breite der Straße aufgereiht. Sie blockieren außerdem die Salzstraße und verhindern, dass der Zug weiterziehen kann. Er steht vor dem Martinstor. Es kommt zu einem Rückstau in die Ka-Jo.

+18.05 Uhr: Die Demo beginnt+
Mit Trommeln, Pfeifen und Plakaten ziehen die Demonstranten durch die Freiburger Innenstadt. Sie marschieren lautstark vom Rathausplatz Richtung Bertoldsbrunnen und weiter zum Martinstor. Die Polizei zieht sich langsam zusammen. Sie versammeln sich Ecke Bertoldsstraße/Universitätsstraße. Sie scheinen die Bertoldsstraße zu blockieren. Ob sie den Zug aufhalten wollen? Und: Ob sie es können?

+18.02: Warten auf den Showdown+


Passanten umringen die Demonstranten. Um 18 Uhr soll der unangemeldete Protestzug durch die Freiburger Innenstadt starten. Gebanntes Warten. Auf allen Seiten.

+17.54 Uhr: Clowns laufen auf – und Journalisten+
Etwa zehn als Clowns verkleidete Demonstranten kommen auf den Rathausplatz und verulken Polizisten. Doch diese bleiben entspannt. Die mediale Aufmerksamkeit ist groß. Fernsehteams, Fotografen und Reporter sind vor Ort.

+17.46 Uhr: Polizei besänftigt Passanten+
Die Verunsicherung bei den Freiburgern ist groß – nicht zuletzt wegen der massiven Polizeipräsenz. "Sollte man die Innenstadt meiden?", fragt eine besorgte Freiburgerin einen der hundert Polizisten. Doch der Beamte wiegelt ab und schüttelt den Kopf.

+17.41 Uhr: 600 demonstrieren auf dem Rathausplatz+
Die Zahl der Demonstranten gegen den Nato-Gipfel nimmt stetig zu. Mittlerweile haben sich rund 600 Gipfel-Gegner auf dem Rathausplatz versammelt. Zuvor waren sie in kleinen Einzelgruppen durch die Straßen gelaufen. Die Veranstalter verteilen vorbereitete Plakate.

+17.33 Uhr: Polizei hat Einsatzgebiet abgesichert+
Einsatzleiter Harry Hochuli sagt, die Polizei habe den Einsatzraum gesichert. Die Lage ist ruhig. "Im Notfall können wir die Hitzköpfe schnell unter Kontrolle bringen." Dann könne man die Demo auch laufen lassen. "Daran wird der Rechtsstaat nicht scheitern."

+17.31 Uhr: Junges Freiburg tagt trotz Demo+
Die Liste Junges Freiburg lässt sich von der Demo nicht aus dem Konzept bringen. Sie tagt trotzdem und bereitet die morgige Sitzung im Gemeinderat vor.

+17.26 Uhr: Polizei und Gipfel-Gegner sammeln sich auf dem Rathausplatz+
"Nein zur Nato – Nein zum Krieg": Sie marschieren mit Plakaten auf – zahlreiche Gipfel-Gegner sammeln sich auf dem Rathausplatz. An der Kundgebung nehmen zwischen drei- und vierhundert Menschen teil. Die Polizei verhält sich sehr defensiv. Anti-Konfliktteams sind vor Ort.

+17.25: Personenkontrollen an den Zufahrtstraßen+
Die Polizei hat bereits seit dem frühen Nachmittag verdächtige Personen aus dem Verkehr gezogen.

+17.15 Uhr: Einige wenige Läden machen dicht+
Zero, Esprit – einzelne Geschäfte haben ihre Pforten vorsichtshalber geschlossen. Ansonsten läuft der Betrieb an der Kaiser-Joseph-Straße unverändert weiter.

+17.06 Uhr: Massives Polizeiaufgebot am Rathausplatz+
Noch überwiegt die Masse an Polizisten – doch langsam tröpfeln auch die ersten Gipfel-Gegner ein. Auf dem Platz sind Anti-Konfliktteams der Polizei unterwegs.

+17.01 Uhr: Beamte postieren sich entlang der Bertoldstraße+
Schlagstöcke, Kevlar-Westen und Helme – die Polizei hat aufgerüstet und zeigt Präsenz. Passanten laufen argwöhnisch an dem Aufgebot vorbei. Die Buchhandlung Rombach hat bereits sämtliche Buchrollen in das Geschäft reingefahren. Von Demonstranten ist bislang nichts zu sehen.

+16.55 Uhr: Die Polizei marschiert auf+
Vier bis sechs Einheiten der Polizei nähern sich von allen Seiten dem Bertoldsbrunnen. Sie marschieren gen Rathausplatz, wo in wenigen Minuten die offizielle Kundgebung der Gipfel-Gegner beginnt. Zwei Einheiten sind sogar aus Hessen angerückt.

Autor: Alexandra Sillgitt, Frank Zimmermann, Joachim Röderer, Simone Lutz