Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
19. Juli 2012 19:14 Uhr
Justiz und Politik
Linksautonome attackieren Rechtsanwältin
Der Streit darüber, ob eine linke Anwältin einen Rechtsradikalen verteidigen darf, zieht immer weitere Kreise. Nun hat das linksautonome Freiburger Kulturzentrum KTS der Rechtsanwältin Tina Gröbmayr Hausverbot erteilt.
"Wir hoffen, sie auch auf anderen linken Veranstaltungen und an alternativen Veranstaltungsorten nicht mehr antreffen zu müssen", heißt es in einer Erklärung der KTS.
Gröbmayr hatte einen Kollegen bei der Pflichtverteidigung des Neonazis Florian S. unterstützt. Gröbmayr war gleichzeitig Sprecherin der linken Grünen Alternative Freiburg (GAF), die mit zwei Sitzen im Gemeinderat vertreten ist. Aus Protest gegen ihre Mitwirkung an dem Prozess waren zwei GAF-Vorstandsmitglieder zurückgetreten; Gröbmayr hat den Verein inzwischen verlassen.
Unterstützung erhält die Anwältin dagegen vom Arbeitskreis kritische Juristinnen und Juristen Freiburg (AKJ), in dem sie ebenfalls Mitglied ist. Der AKJ bekenne sich "ausdrücklich zur aktiven Ablehnung faschistischen Denkens und Handelns". Gleichzeitig habe aber jeder Mensch das Recht auf ein faires Verfahren und eine bestmögliche Verteidigung. Gröbmayr habe ihre Entscheidung in reflektierter und kritischer Abwägung getroffen, es bestehe daher kein Grund, uns von Tina zu distanzieren.
Werbung
Diese Erklärung ist wiederum Anlass für die KTS, die Zusammenarbeit mit dem AKJ zu beenden, dessen Mitglieder auch bei linken Demonstrationen als Beobachter der polizeilichen Einsätze fungiert hatten. Auf der linken Internetseite Indymedia geht ein anonymer Kommentator noch weiter: "Tina und der AKJ unterstützen Nazigewalt. Warum also sollten sie nicht auf die Fresse kriegen?"
Das Rathaus, das die KTS mit einem Mietzuschuss unterstützt, möchte das Hausverbot für Gröbmayr nicht kommentieren. Auch GAF-Stadtrat Coinneach Mc Cabe sagt: "Die KTS ist nicht zufällig ein autonomes Zentrum – die müssen ihre Entscheidungen selbst treffen." Die anonymen Drohungen auf Indymedia seien schwer zu kommentieren; sie stünden aber in dem Kontext, dass Gröbmayr "rechte Gewalt verharmlost", so Mc Cabe.
Dabei bezieht er sich auf eine Erklärung, in der Gröbmayr schreibt, sie lehne Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung generell ab und wolle keine "Waagschalenspiele" betreiben, ob weltweit linke oder rechte Gewalt mehr Übel angerichtet habe.
Wie es mit der GAF weiter geht, wollen die Mitglieder in den nächsten Tagen diskutieren. Seines Wissens seien außer Gröbmayr zwei weitere Mitglieder ausgetreten, sagt McCabe. Eine formale Entscheidung über eine Auflösung oder die Wahl eines neuen Vorstands soll aber erst nach der Sommerpause fallen.
- Grüne Alternative: Zoff um beruflichen Kontakt zu Neonazi
- GAF-Stadträte: Gröbmayr liegt "grundlegend falsch"
Autor: Thomas Goebel
37 Kommentare
Damit Sie Artikel auf badische-zeitung.de kommentieren können, müssen Sie sich bitte einmalig bei Meine BZ registrieren. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.
Die veröffentlichten Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
-
Karl Alfred Wolpert
Registriert seit: 02.03.2010
Kommentare: 1149
-
19. Juli 2012 - 19:29 Uhr
Die "autonomen" Hausverbotserteiler sind autoritäre Zwangscharaktere, die nichts mit "links" oder "autonom" zu tun haben. Den Hausverbotserteiler gehört Hausverbot erteilt ...
-
Ilse Schmidt
Registriert seit: 31.07.2010
Kommentare: 305
-
19. Juli 2012 - 19:33 Uhr
Freiburgs Autonome mögen politisch schon lange nichts mehr auf der Pfanne haben, aber wenigstens habe nsie die 40 Jahre alte Debatte um "die Gewaltfrage" noch im Kopf. Glückauf, Kameraden, mit euch lässt sich Staat machen.
Wenn die Stadt das Thema inhaltlich nicht kommentieren will, warum dreht sie nicht wenigstens den Geldhahn zu? -
Carsten Azonath
Registriert seit: 17.05.2010
Kommentare: 137
-
19. Juli 2012 - 19:50 Uhr
Ich hab die GAF ja gewählt, weil mir die Grünen nicht mehr grün (genug) waren. Allmählich aber wandeln die sich zum verlängerten Arm der Autonomenszene - und damit werde ich sie bestimmt nicht mehr wählen.
PS: Es gibt glaubich schlimmere Attacken als Hausverbot in der KTS zu bekommen :-) -
Gelöschter Nutzer #793088
Registriert seit: 16.11.2009
Kommentare: 562
-
19. Juli 2012 - 20:35 Uhr
Dieses Hausverbot ist wie ein zahnloser Tiger.
Tina war eh nie groß in der KTS :-D -
Simon Kallfass
Registriert seit: 22.02.2012
Kommentare: 31
-
19. Juli 2012 - 20:39 Uhr
Ich finde die Überschrift misslungen. Ich bin im ersten Moment doch erheblich mehr erschrocken, als man es aufgrund eines verhängten Hausverbots sollte.
-
Rolf Schulze
Registriert seit: 26.02.2012
Kommentare: 151
-
19. Juli 2012 - 20:55 Uhr
Ich finde es schlimm, wie diese Linksextremisten hier versuchen, einen Menschen gesellschaftlich auszugrenzen und beruflich zu schädigen, bloß weil dieser seinen Beruf ausübt.
-
Egon Mayer
Registriert seit: 30.06.2010
Kommentare: 1485
-
19. Juli 2012 - 21:47 Uhr
"Die anonymen Drohungen auf Indymedia seien schwer zu kommentieren; sie stünden aber in dem Kontext, dass Gröbmayr "rechte Gewalt verharmlost", so Mc Cabe."
Hier würde man von einem seriösen Politiker eine klare Distanzierung von Gewalt erwarten. Scheinbar sind die Mitglieder der GAF aber Gewalt-Sympathisanten - vorausgesetzt, es handelt sich um "linke" Gewalt.
Damit disqualifizieren sie sich selbst für die nächste Kommunalwahl! -
Uwe Drescher
Registriert seit: 08.07.2009
Kommentare: 713
-
19. Juli 2012 - 22:36 Uhr
Ich finde das sagt mehr über diese Szene aus, als alle ihre Statements. Da hat jemand unser Rechtssystem nicht verstanden.
-
Theodor Heussmann
Registriert seit: 25.03.2010
Kommentare: 1786
-
19. Juli 2012 - 22:36 Uhr
Frau Gröbmayr, suchen Sie sich ein neues politisches "Zuhause", wo man Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten schätzt und Sie nicht auf die Mitarbeit bei der Vertretung eines Rechten vor Gericht reduziert. Wie sehr Ihre vermeintlichen politischen Freunde hinter Ihnen stehen, sehen Sie am Kommentar des Hausbesetzersympathisanten Mc Cabe.
Ein erbärmliches Verhalten der Pseudo-Autonomen KTS'ler und eine noch erbärmlichere Reaktion der GAF.
Th. Heussmann -
Martin Mattmüller
Registriert seit: 13.02.2010
Kommentare: 2035
-
19. Juli 2012 - 22:44 Uhr
Wenn sich der Meinungsterror der Autonomen nicht mehr gegen Genossen aus dem eigenen Lager richtet, sondern "gegen Rechts", ist alles wieder gut ;-)
Spaß beiseite: Ich halte Tina Gröbmayr für ziemlich intelligent; sie wird in diesen Tagen noch viel dazulernen. Wenn Sie dann noch "Unter Linken. Von einem, der aus Versehen konservativ wurde" lesen würde, sähe sie, dass die Ausgrenzung Andersdenkender ein allgemeinlinkes Problem ist und bei den Autonomen nur in besonders augenfälliger Form auftritt. Das Buch ist übrigens vom Spiegelredakteur Jan Fleischhauer geschrieben. -
Thorsten Müller
Registriert seit: 02.02.2010
Kommentare: 51
-
19. Juli 2012 - 23:28 Uhr
Die Auseinandersetzung von Links- und Rechtsextremen wird zum Kabarett. Hier werden politische Linien skizziert und abgegrenzt, die gar nicht so scharf sind. Beide extremen Lager haben eines gemeinsam: Das ist der Hang zur Gewalt bzw. dessen Verharmlosung - Gewalt auf der Straße, Umgehung rechtsstaatlicher Prinzipien, Schaffung eigener Gewaltstrukturen.
Die Attacke in Riegel war kein friedlicher Protest, sondern eine klare geplante hassgeladene Attacke, wo Gewalt billigend in Kauf genommen wurde. Das darf nicht runtergespielt werden, auch nicht bei der Revision. Zugleich muss klar sein, dass der "rechte" Autofahrer ganz einfach hätte rechts auf die Kreuzung Leopoldstraße hätte abbiegen können. -
Roman Weingardt
Registriert seit: 02.12.2010
Kommentare: 3198
-
19. Juli 2012 - 23:43 Uhr
@ Herr Müller
"Die Auseinandersetzung von Links- und Rechtsextremen wird zum Kabarett."
Wie sang schon Liza Minelli:
"Life is the cabaret, old chum,
Come to the cabaret" -
Martin Stadler
Registriert seit: 11.03.2010
Kommentare: 462
-
19. Juli 2012 - 23:44 Uhr
Das nennt man dann wohl eine "antinational befreite Zone"... und jeder Freiburger Steuerzahler finanziert dieses Gehabe noch mit!
-
Beate Huhn
Registriert seit: 06.02.2012
Kommentare: 15
-
19. Juli 2012 - 23:50 Uhr
Ein fairer Prozeß ist ein Menschenrecht. Wer Menschenrechte verweigert, der lebt hier im falschen Land.
-
Harald Meierhofer
Registriert seit: 12.09.2011
Kommentare: 2115
-
19. Juli 2012 - 23:53 Uhr
Die Reaktion der Linksautonomen aus der KTS zeigen eines ganz deutlich: die haben einen an der Waffel.
Können nicht bis 3 zählen, glauben sich aber im Besitz der einzigen universellen politischen Wahrheit. Ich behaupte: die haben von links überhaupt keine Ahnung. Die haben keine Ahnung von Wirtschaft, von sozialer Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit. Die sind nur pauschal gegen Rechts, und wer nicht ebenso pauschal auf alles Rechte einprügelt, der gehört zu den Rechten.
Macht euch noch'n Bier auf und fühlt euch gross.
Kindergarten... -
Martin Mattmüller
Registriert seit: 13.02.2010
Kommentare: 2035
-
20. Juli 2012 - 00:27 Uhr
Ich halte die Empörung hier aus gewissen Mündern für gespielt. Wenn es darum geht, die Demonstrationsfreiheit von Rechten oder Rechtsradikalen zu unterbinden, marschieren Bündnisse von CDU über Linkspipapo bis zur Antifa Arm in Arm "gegen Rechts". Wenn auf einmal eine Genossin Ziel des Meinungsterrors von links außen ist, spricht man verharmlosend von "Kindergarten" oder "eins an der Waffel". Dabei ticken Links- und Rechtsradikalismus gleich.
-
Roman Weingardt
Registriert seit: 02.12.2010
Kommentare: 3198
-
20. Juli 2012 - 00:38 Uhr
@ Herr Mattmüller
Na, noch wach?
Ihnen ist wohl die Überschrift nicht "reisserisch" genug, oder?
Sie hätten es bestimmt lieber gesehen bzw. gelesen, hätte die BZ geschrieben:
"Feiger Terroranschlag gegen wehrlose Rechtsanwältin durch Linksextremisten verübt! Salafisten im näheren Umfeld der KTS vermutet!"
Was man nicht alles aus einem von der KTS ausgesprochenem Hausverbot rausholen kann!
;-)) -
Gelöschter Nutzer #782481
Registriert seit: 08.08.2009
Kommentare: 1605
-
20. Juli 2012 - 06:48 Uhr
Das Problem ist, dass sich die als "Linksautonom" bezeichnenden Personen immer mehr von den Grundwerten unseres Rechtsstaates entfernen und sich in der Wahl ihrer Mittel jenen anpassen, die sie eigentlich bekämpfen.
Ein schönes Beispiel dafür: http://www.badische-zeitung.de/bahlingen/antifa-demonstriert-vor-dem-elternhaus-zweier-neonazis
Einziger Vorteil an diesem Verhalten ist, dass jene, die bislang Symphatie für diese Herrschaften empfanden, jetzt realisieren, dass das Verständnis für Demokratie und Rechtsstattlichkeit bei den Linksautonomen leider ähnlich mangelhaft ist, wie wir es von den Rechtsradikalen kennen. -
Rainer Brombach
Registriert seit: 11.11.2011
Kommentare: 874
-
20. Juli 2012 - 07:12 Uhr
Der Unterschied zwischen Nazis und Internazis ist nicht so gewaltig, wie man in Freiburg erkennen kann.
-
Harald Meierhofer
Registriert seit: 12.09.2011
Kommentare: 2115
-
20. Juli 2012 - 08:58 Uhr
Herr Mattmüller, wenn Sie denken, meine Empörung sei gespielt, muss ich Sie enttäuschen. Aber anders, als Sie denken. Ich empöre mich überhaupt nicht. Ich finde das Verhalten dieses undefinierten Haufens tatsächlich lächerlich, weil es so deutlich offenlegt, dass dort kein Denkprozess stattfindet, sondern bestenfalls gruppendynamisch begünstigtes Reflexverhalten.
Dennoch finde ich es verdammt gewagt von Ihnen, Herr Mattmüller, diese Kinder, die schlimmstenfalls mal 'ne Flasche oder einen Stein werfern, mit Nazis auf eine Stufe zu stellen, die mordend und brandschatzend durch die Gegend ziehen und jeden Andersdenkenden oder -aussehenden brutal zusammenschlagen. Die, die Sie Linksextremisten nennen, bewegen sich auf einem ganz anderen Niveau als Rechtsextremisten. Zu Zeiten der RAF und ihrer engen Unterstützergruppen gab es Extremismus dieser Ausprägung auch von Links. Aber heute sind das weitgehend Maulhelden, die eben nicht mit Baseballschlägern, Springmessen und Kampfstiefeln die Gegend unsicher machen.
Herr Mattmüller, Sie verharmlosen immerzu die rechte Gewalt. Das ist widerlich. -
Tilman Winkler
Registriert seit: 21.09.2010
Kommentare: 46
-
20. Juli 2012 - 09:04 Uhr
Was für eine misslungene Überschrift zu einem merkwürdigen Geschehen:
Die KTS versteht sich als autonom in dem Sinne, dass ihnen niemand in ihre Entscheidungen reinreden soll. Dann bleibt ihnen die Verhängung eines Hausverbots unbenommen.
Warten wir ab, ob die Stadt weiter einen Zuschuss an eine Einrichtung zahlt, die Anwälten Hausverbot erteilt, die ihrem Beruf unpolitisch nachgehen...
Es sollte doch bitte der Verteidigung selbst die Entscheidung überlassen bleiben, welche Mandate angenommen werden und in welchen Bereichen eine gute Verteidigung nicht als möglich angesehen wird. Verteidigung ist doch in aller Regel nicht Verteidigung der Tat, sondern die Verteidigung des Täters!
Entsprechend verquer ist der Vorwurf McCabes an die Adresse der Kollegin Gröbmayr, sie habe "rechte Gewalt verharmlost". Bedauerlich, dass seine Äußerung zudem als Relativierung der angedrohten "linken?" Gewalt gegen Gröbmayr verstanden werden können. Schade, dass McCabe die Gelegenheit verpasst hat, sich klar gegen Gewalt zu positionieren. -
Theodor Heussmann
Registriert seit: 25.03.2010
Kommentare: 1786
-
20. Juli 2012 - 09:17 Uhr
"Herr Mattmüller, Sie verharmlosen immerzu die rechte Gewalt. Das ist widerlich."
Naja, Herr Meierhofer, Sie können sich nicht gänzlich davon freisprechen, die linke Gewalt harmloser als rechte Gewalt anzusehen.
Oder glauben Sie, die vermummten Antifanten in Riegel wollten mit dem Rechten "nur spielen"? Lesen Sie mal die aktuellen Kriminalitätsstatistiken - "Links" steht "Rechts" schon lange in nichts mehr nach.
Th. Heussmann -
Gelöschter Nutzer #793088
Registriert seit: 16.11.2009
Kommentare: 562
-
20. Juli 2012 - 09:36 Uhr
Nun Herr Heussmann, einen qualitativen Unterschied zwischen rechter und linker Gewalt muss man indes schon feststellen.
Der rechte Terror wendet sich hauptsächlich und gezielt gegen Menschen, oft am politischen Geschehen unbeteiligte (Hoyerswerda, Rostock, Solingen, Mölln, München 1980, NSU-Morde, und zahlreiche Übergriffe auf Menschen -auch Kinder- mit anderer Hautfarbe). Dabei bewegt sich die Zahl der Getöteten Menschen im hohen, zweistelligen Bereich.
Währenddessen beobachtet man bei den Linksradikalen überwiegend Übergriffe auf Dinge, sieht man von den Taten der RAF einmal ab.
Aber es scheint gemeinhin ein gängiges Totschlagargument zu sein, denjenigen "Verharmlosung" vorzuwerfen, die auf diese qualitativen Unterschiede hinweisen.
Und glauben sie ernsthaft dass eine Handvoll junger Linksradikaler -einer mit Pfeffersypray bewaffnet - vor hatte diesen Rechtsradikalen in Kenzingen umzubringen? -
Hannes Happle
Registriert seit: 08.05.2012
Kommentare: 55
-
20. Juli 2012 - 09:41 Uhr
Eine Überschrift im besten BILD-Stil, reife Leistung!
Musste die Aktion an sich sein? Ich denke nicht... -
Michael Basket
Registriert seit: 30.07.2009
Kommentare: 1207
-
20. Juli 2012 - 09:57 Uhr
Herr Happle beschwert sich über die "reisserische" Überschrift gegen "Links", Herr Mattmüller an anderer Stelle über "reisserische" Bericht über "Rechts". Ergo: BZ, alles richtig gemacht!!!
-
Maria Stiegle
Registriert seit: 22.09.2009
Kommentare: 57
-
20. Juli 2012 - 10:05 Uhr
Die Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus ist erbärmlich, einfach falsch und sogar gefährlich wenn sie eine Verharmlosung von rechter Gefahr darstellt. Diese Verharmlosung und sogar Legitimierung von rechter Gewalt kommt aus der Mitte der Gesellschaft wie viele dieser Kommentare exemplarisch belegen.
Anregung: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-11/schroeder-extremismus-kommentar
Recht findet immer in einem politischen Kontext statt und hier spiegeln sich gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse wider. Und zur Zeit gibt es ein klares Statement von Seitens des Staates: Nazis können mordend durch die Republik ziehen, Bomben in Lahr basteln oder mit ihrem Auto absichtlich Menschen überfahren und sie kommen ungestraft davon.
Die Basis für eine solche Haltung kommt wie gesagt aus der Mitte der Gesellschaft. -
Michael Basket
Registriert seit: 30.07.2009
Kommentare: 1207
-
20. Juli 2012 - 10:14 Uhr
Ich finde das ganze gequatsche, von wegen welche Gewalt schlimmer, weniger schlimm, ja sogar noch gerechtfertigter ist, einfach nur zum Erbrechen!! Gewalt, egal welche Idioten diese gegenüber anderen ausüben, gehört bestraft! Und zwar mit aller Schärfe! Dem, betroffenen,geschädigten, verletzten oder vielleicht getöten Opfer ist es nämlich Schei...egal welch Kriminelle-Idioten ihm das angetan haben!
-
Theodor Heussmann
Registriert seit: 25.03.2010
Kommentare: 1786
-
20. Juli 2012 - 11:38 Uhr
Herr Kühner, wollte denn der Rechtsradikale die vermummten Linksradikalen umbringen?
Diese Argumentation dreht sich doch im Kreis, besonders wenn Sie den linken Terror der 70er und 80er weglassen und die linke Gewalt deshalb verharmlosen wollen. Diese einseitige Sicht geht am Grundproblem des erstarkenden Extremismus vorbei - ob dieser von rechts oder links kommt, spielt doch keine Rolle, beides darf nicht verharmlost und gegeneinander aufgewogen werden.
Frau Stiegle, was Sie offensichtlich einfordern ist ein Gesinnungsstrafrecht. Meinungen und Ansichten würden dann unter Strafe gestellt, wenn sie der aktuellen Gesellschaftspräferenz wiedersprechen. Wollen Sie das wirklich? Das hatten wir zwischen 1933 und 1945 schonmal... Die Justiz kann die rechte Gesinnung nicht bekämpfen, das kann nur die Gesellschaft selbst. Sie fangen damit schon an - das ist der bessere Weg, als der Justiz Versäumnisse vorwerfen zu wollen, dass die politische Überzeugung bei der Urteilsfindung keine Rolle spielte
Th. Heussmann -
Hannes Happle
Registriert seit: 08.05.2012
Kommentare: 55
-
20. Juli 2012 - 11:54 Uhr
Danke für den Artikel Frau Stiegle.
Außer Frage steht: Extremismus ist in der Regel abzulehnen.
Dennoch ergeben sich zwischen Rechts und Links klare Unterschiede, sowohl in der Qualität, als auch in der Motivation der "Straftaten". -
Michael Basket
Registriert seit: 30.07.2009
Kommentare: 1207
-
20. Juli 2012 - 12:16 Uhr
Herr Happle, Straftaten, aus welchen Idiotischen politischen Überzeugungen auch immer, sind immer zu veruteilen! Wenn sich Links und Rechts wenigstens nur gegenseitig den Schädel einschlagen würden, hätte ich weniger Probleme damit. Das aber BEIDE Lager immer wieder billigend "Kollateralschäden" billigend in Kauf nehmen ist zum Erbrechen! Ich will mit eurem Mist nix zu tun haben!
-
Carsten Azonath
Registriert seit: 17.05.2010
Kommentare: 137
-
20. Juli 2012 - 14:05 Uhr
Als nächstes geben McCabe und Monika Stein ihr Gemeinderatsmandat auf und gehen als Grüne Armee Fraktion in den Untergrund.
-
Martin Gruber
Registriert seit: 28.07.2011
Kommentare: 366
-
20. Juli 2012 - 14:33 Uhr
Oder als GAU, Herr Azonath - Grüner Alternativer Untergrund.
-
Michael Keller
Registriert seit: 12.03.2012
Kommentare: 745
-
20. Juli 2012 - 14:55 Uhr
Danke, Herr Basket!
Es gibt keine "bessere" oder "schlechtere" Motivation für Gewalt. Egal vom wem, egal wo sie herkommt - Gewalt bleibt Gewalt und auch "nicht-rechte" politische Gewalt kann nicht schöngeredet werden, schon gar nicht auf Grundlage einer Ideologie, die ihrerseits ebenso falsch sein könnte.
Nebenbei sollte man sich Gedanken über ein Demokratieverständnis machen, das sogar beim ansonsten völlig unverdächtigen AKJ rechtsradikale Sympathien unterstellt. Auch mit persönlicher Diskreditierung kann man das Ziel totalitärer Meinungsbildung verfolgen.
P.S.: Auch ich finde das Verhalten von Frau Gröbmayr und auch die Entscheidung des Gerichts richtig. Muss ich nun, nachdem ich das öffentlich geäußert habe - auch mit Diskreditierung als Nazi-Sympathisant oder gar mit "Fresse voll" rechnen? Oder zündet man mir halt nur den Wagen an: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/unbekannte-wollen-autos-anzuenden-zeugen-gesucht ? -
Martin Mattmüller
Registriert seit: 13.02.2010
Kommentare: 2035
-
20. Juli 2012 - 14:57 Uhr
"Dennoch finde ich es verdammt gewagt von Ihnen, Herr Mattmüller, diese Kinder, die schlimmstenfalls mal 'ne Flasche oder einen Stein werfern, mit Nazis auf eine Stufe zu stellen, die mordend und brandschatzend durch die Gegend ziehen und jeden Andersdenkenden oder -aussehenden brutal zusammenschlagen. Die, die Sie Linksextremisten nennen, bewegen sich auf einem ganz anderen Niveau als Rechtsextremisten. ... heute sind das weitgehend Maulhelden, die eben nicht mit Baseballschlägern, Springmessen und Kampfstiefeln die Gegend unsicher machen." (Meierhofer, 08:58 Uhr)
Herr Maierhofer, bitte bringen Sie einen Beleg aus den letzten paar Jahren, wo Rechtsradikale "mordend und brandschatzend durch die Gegend ziehen und jeden Andersdenkenden oder -aussehenden brutal zusammenschlagen".
Aber bitte nur Beispiele, wo der VS nicht verwickelt ist und Akten vernichtet hat.
Über die linksradikale Szene scheinen Sie schlecht informiert zu sein:
Brandschatzung:
http://www.badische-zeitung.de/wagenburg-rhino-nach-naechtlicher-eskalation-geraeumt
http://www.badische-zeitung.de/auto-angezuendet-autonome-bekennen-sich
https://autonome-antifa.org/?article164
http://www.kath.net/detail.php?id=35659
Und hier mit heutigem Datum: http://www.badische-zeitung.de/unbekannte-wollen-autos-anzuenden-zeugen-gesucht
Freiburg ist, wohlbemerkt, noch ein beschauliches Provinzstädtle in Sachen linksradikaler Terrorismus, verglichen mit Berlin, Hamburg und anderen Städten. Beispiel von dort: http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/neue-stufe-der-gewalt-anschlag-auf-polizisten-ein-sprengsatz-und-die-folgen/1859372.html -
Harald Meierhofer
Registriert seit: 12.09.2011
Kommentare: 2115
-
20. Juli 2012 - 15:35 Uhr
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/todesopfer-rechter-gewalt
Und das wollen Sie, Herr Mattmüller, auf eine Stufe stellen mit der Randale bei der Rhino-Räumung? Das ist wirklich eklig... bah!
Und Ihr kath.net-Link verweist auf etwas, das die Staatsanwaltschaft als nicht strafrechtlich relevant eingestuft hat, also gerade *keine* Straftat darstellt. Es mag in Ihrer Rezeption eine sein, aber die ist ja ohnehin gefärbt. -
Martin Mattmüller
Registriert seit: 13.02.2010
Kommentare: 2035
-
20. Juli 2012 - 17:55 Uhr
Nein, Herr Meierhofer. Ich will nicht die Randale (Brandschatzung) bei der Rhino-Räumung mit 139 rechtesextremistischen Morden auf eine Stufe stellen. Sondern eine rechtsradikale Brandschatzung mit einer linksradikalen. Beides ist gleich übel.
Bei der von Ihnen verlinkten Zahl von 139 Todesopfern "rechter Gewalt" handelt es sich übrigens um linke Propaganda. Die Bundesregierung, die ja unter Merkel auch nicht gerade rechts ist, geht von 46 Opfern aus:
http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M5f5fa00c67a.0.html
Inzwischen hat man die mutmaßlichen Opfer der Zwickauer Zelle hinzugezählt und kommt auf 58: http://www.taz.de/!88156/
Mir ging es nicht darum, rechtsradikale Morde zu vertuschen oder zu verharmlosen, sondern Ihre agitatorische Wortwahl anzuzeigen ("Nazis ..., die mordend und brandschatzend durch die Gegend ziehen und jeden Andersdenkenden oder -aussehenden brutal zusammenschlagen.")
Einen konkreten Fall, auf den diese Beschreibung genau zutrifft, konnten Sie Gott-sei-Dank nicht nennen. Solche Verhältnisse sah ich zuletzt in Libyen, als die Rebellen Jagd auf die Gaddafi-Leute machten. -
Ch. Tröndle
Registriert seit: 22.07.2011
Kommentare: 45
-
20. Juli 2012 - 20:05 Uhr
Was ist so ein Kulturzentrum wert, wenn es selbst intolerant ist?????
Egal in welche gesellschaftlichen Stellung , gerade in einem Kulturzentrum ist Toleranz nötig. Ansonsten bitte das KTS sofort schließen!! Ich denke nicht, das Kultur was mit politischer Einstellung zu tun haben sollte.
Weitere Artikel: Freiburg
-
Sedanquartier: 124 Autos abgeschleppt, 819 Strafzettel verteilt
Schwerpunktaktion gegen Falschparker: Eine Woche lang kontrollierte der Gemeindevollzugsdienst im Sedanquartier. Mehr
-
Traditions-Gaststätte Tröscher muss Neubau weichen
Tröscher-Wirt Frank Ginter muss weg – ebenso zwei Kastanien. Mehr
-
Bürgerreisen nach Innsbruck, Lviv, Tel Aviv und Isfahan geplant
Im Sommer und Herbst sind mehrere Bürgerreisen in Partner- und Freundschaftsstädte von Freiburg geplant. Mehr



