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27. Mai 2011

Mehr Lesestoff für Freiburg

CDU-Fraktion regt Einrichtung offener Bücherschränke an.

  1. Offene Bücherschränke – ein Vorschlag der Freiburger CDU. Foto: Ingo Schneider

Die Stadtratsfraktion der CDU wagt einen Vorstoß in Sachen Lesekultur. In einer Anfrage an die Stadtverwaltung regt sie die Einrichtung offener Bücherschränke in der Stadt an. Ganz neu ist die Idee nicht. In Darmstadt und Hannover gibt es sie bereits seit Mitte der neunziger Jahre und viele deutsche Städte sind inzwischen dem Beispiel gefolgt. Besonders rührig zeigt sich die Stadt Bonn. Die dortige Bürgerstiftung hat seit 2003 immerhin acht Schränke installiert.

CDU-Stadtrat Daniel Sander hat davon gelesen und wundert sich: "Es ist erstaunlich, dass es im kulturbeflissenen Freiburg noch keine offenen Bücherschränke gibt", findet er. Diesem Zustand möchte er nun abhelfen, zumal es in den benachbarten Gemeinden Bad Krozingen und Staufen bereits seit 2008 ein solches Angebot gibt. Dort installierte der Lions-Club Bücherregale in ausrangierten Telefonzellen.

Das Prinzip der offenen Bücherschränke ist einfach. Die Möbel werden im öffentlichen Raum für jedermann zugänglich aufgestellt. Interessierte Bürger können dort ohne jegliche Formalitäten Bücher einstellen und entnehmen. Gepflegt werden die Schränke von so genannten Schrankpaten, die regelmäßig den Zustand kontrollieren. Der Schaden durch Vandalismus ist nach Erfahrungen in anderen Städten gering.

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Zur Finanzierung meint Sander: "Es ist klar, dass die Stadt die Kosten für diese Schränke nicht übernehmen kann." Er setzt vielmehr auf private Initiativen und Sponsoren: "Einen namhaften Sponsor hätte ich schon", verrät er.

Da das Angebot für die Bewohner Freiburgs sein soll, macht es laut Sander Sinn, die Schränke auch dezentral in den Stadtteilen aufzustellen. Deshalb plant er in einem ersten Schritt, die Bürgervereine anzusprechen, um geeignete Standorte zu finden. Wichtig an dem Projekt ist Sander vor allem der soziale Effekt: "Auf diese Weise nehmen vielleicht auch mal Menschen ein Buch zur Hand, die sonst mit Lesen nichts am Hut haben", hofft er.

Ganz neu und originell wäre Sanders Idee, die Bücherschränke auch in den Bussen und Bahnen der VAG zu installieren. Andreas Hildebrandt, Pressesprecher der VAG, winkt aber ab: "Erstens ist in den Fahrzeugen der Platz zu knapp, außerdem könnten die Bücher dort nicht ausreichend gesichert werden", so seine Argumentation.

Wie die Schränke dann einmal aussehen sollen, ist noch nicht klar. Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Vom hochwertigen Edelstahlschrank über biedermeierlich anmutende Retro-Regale bis hin zu umgenutzten Verteilerschränken und den erwähnten Telefonzellen ist alles denkbar – aber dies ist wohl nicht zuletzt eine Frage des Geldes.

Autor: Petra Völzing