Neue VAG-Ansagen

Michaela Albrecht ist ab sofort die Stimme in Bussen und Bahnen

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Do, 25. Oktober 2018 um 19:34 Uhr

Freiburg

Vorbei die Zeiten mit abgehackter Computerstimme und seltsamen Betonungen. Die Neue wurde zwar auch digitalisiert – aber mit einem Hauch Badisch.

Die Verkehrs-AG hat eine neue Stimme: Ab heute sagt Michaela Albrecht in Bussen und Bahnen die Haltestellen an. Die VAG-Mitarbeiterin hat ein internes Casting gewonnen und Tage im Tonstudio geschwitzt.

"VAG sucht den Superstar" war das Motto, erzählt Vorstand Oliver Benz am Donnerstag. Die Verkehrsbetriebe wollten eine Frauenstimme, aber keine von außen, und riefen zum Bewerben auf. "Ich hab’ mich sofort gemeldet", sagt Michaela Albrecht, die kaufmännische Assistentin ist und sich gegen 21 Kolleginnen durchsetzte. In Sprechtests war sie unter anderem die Einzige mit einem fehlerfreien "zum Archäologischen Museum bitte aussteigen" für die neue Rottecktram.

An jeder Betonung wurde gefeilt

Früher musste Schauspieler Peter Haug-Lamersdorf immer wieder für Änderungen ins Tonstudio. Wegen des Netzausbaus, vieler Baustellen und Ersatzrouten benötigte die VAG mehr Flexibilität, sagt Vorstand Stephan Bartosch. 2014 stellte sie auf ein digitales System um, das 1000 Euro kostete und für den US-Markt produziert war. "Das hört man auch", sagte Oliver Benz. Mancher Fahrgast war irritiert. "Unser Lieblingswort war der Omniibusbahnhof." Auch Konzetthaus und Hornuusstraße konnten die VAG-Leute nicht mehr hören. Sie feilten, bis zum Beispiel nur der Busbahnhof übrig blieb, aber nicht alles ließ sich beheben.

Jetzt gibt es wieder einen Omnibusbahnhof. 580 Haltestellen und Umsteigemöglichkeiten hat "The Voice", wie die Vorstände Michaela Albrecht nennen, 2017 eingesprochen. Dazu alle Straßen und Plätze und viele Textbausteine – wer weiß, was kommt. Zwei Wochen ging das, jeden Tag vier Stunden, erzählt die 51-jährige Freiburgerin munter, danach war selbst ihr nicht mehr nach Reden. Eine Softwarefirma hat alles digitalisiert.

Rudolf Dischinger bearbeitete die Daten bei der VAG, damit er sie ins Betriebsleitsystem für die Bordrechner spielen kann. In der Nacht auf Freitag läuft das Update. Mit dem neuen System und seinem "text to speech"-Programm für knapp 50 000 Euro kann Dischinger künftig ratzfatz neue Ansagen erstellen. Die VAG denkt, dass Michaela Albrecht nicht so schnell wieder ins Studio muss. Sie sagt: "Ich hoffe, meine Stimme gefällt den Fahrgästen."