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30. April 2015 11:34 Uhr

Freiburger Innenstadthandel

Mode-Kaiser fordert sonntägliches Shopping-Verbot im Internet

Wenn schon keine verkaufsoffenen Sonntage in Freiburg, dann bitte auch eine sonntägliche Kaufsperre im Internet – Modehaus-Chef Gerhard Kaiser macht einen kuriosen Vorschlag.

  1. Gerhard Kaiser, Geschäftsführer von Mode Kaiser. Foto: Thomas Kunz

Modehaus-Chef Gerhard Kaiser hat bei einer Podiumsdiskussion der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU Freiburg am Mittwoch seine Forderung nach verkaufsoffenen Sonntagen in der Freiburger Innenstadt bekräftigt. Dies wäre nur als "Gleichberechtigung" zum Internethandel zu sehen, sagte er im Autohaus Kollinger im Gewerbegebiet Haid.

Etwas provokant fügte er hinzu: "Ich plädiere für ein Verkaufsverbot im Internet am Sonntag." Der Sonntag sei im Internet der stärkste Tag für Händler. Wenn jemand sonntags bei ihm an die Scheibe klopfe, dürfe er nichts verkaufen. Er frage sich: Wieso im Internet erlauben, aber in der Innenstadt verbieten?

Wie familienverträglich ist die Arbeit am Sonntag?

CDU-Bundestagsabgeordneter Matern von Marschall sagte dazu, er halte es für illusorisch, den Internethandel aufhalten zu wollen.

Martin Lauby, Geschäftsführer der Schwarzwald City, ergänzte, es gehe hier nur um zwei verkaufsoffene Sonntage im Jahr – nicht um Dutzende wie in anderen Städten. "Das hat auch mit einer Wertschätzung der Händler zu tun."

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Er wäre froh, wenn die Mitarbeiter bei Megasamstagen nicht mehr bis nachts im Laden stehen müssten, sondern alternativ vier Stunden am Sonntag zu normalen Arbeitszeiten in der Stadt sein könnten – aus seiner Sicht wäre dies auch familienverträglicher.

"Ich denke, das christliche Abendland hätte damit kein Problem", sagte er mit Bezug auf Klaus Schüle, CDU-Stadtrat. Schüle hatte vorher unmissverständlich klargemacht, dass der Sonntag für ihn unantastbar sei. Er glaube auch, dass hierfür keine Mehrheit im Freiburger Gemeinderat zu finden sei.

Das Thema beschäftigt Freiburg schon lange

Markus Meyer, Ortsverbandsvorsitzender der CDU Herdern, merkte an, das Frühlingsfest der Stadtgärtnerei sei auch am Sonntag gewesen – von 11 bis 18 Uhr. Wenn man so argumentiere wie Schüle, müsse man diesen Grundsatz auch für städtische Gesellschaften gelten lassen. Johannes Baumgärtner, CDU-Gemeinderat in March, und Martin Braun, MIT-Kreivorsitzender, sprachen sich für verkaufsoffene Sonntage aus. "Wir sind dafür, dass der Handel in Freiburg eine Chance bekommt, zu überleben", sagte Braun.

Die Thematik war über Jahre hinweg bereits vielfach im Freiburger Gemeinderat in der Diskussion, bislang schien eine Umsetzung stets chancenlos.

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Autor: ahf