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07. Dezember 2016 15:36 Uhr

Freiburg

Stadt tauscht schwache Lichtanlage am Münster aus

Schluss mit duster: Die Stadt Freiburg erneuert für 300 000 Euro die Außenbeleuchtung des Münsters. Pikant: die jetzige Anlage ist erst wenige Jahre alt und erweist sich als unbrauchbar.

  1. Schluss mit duster: Die Stadt Freiburg erneuert für 300000 Euro die erst wenige Jahre alte Anlage. Foto: Michael Bamberger

Und es ward Licht! Anfang nächsten Jahres sollen die Arbeiten zum Austausch der Außenbeleuchtung des Freiburger Münsters beginnen. Bis im März will man fertig sein. 330 000 Euro will die Stadt Freiburg in die richtige Illumination des Freiburger Wahrzeichens investieren. Die heutige LED-Beleuchtung war erst vor fünf Jahren für 750 000 Euro worden. Doch die Lampen erwiesen sich als zu schwach und zu anfällig. Das Münster und der "schönste Turm auf Erden" liegen seither weitgehend unbeleuchtet im Dunkeln. Das soll sich nun ändern.

Wenn es Nacht wird in Freiburg werden die Sehenswürdigkeiten der Stadt angestrahlt. Dabei kam seit Jahren immer eine berechtigte Frage auf: Wo ist eigentlich das Münster? "Sie sehen gar nichts", sagt Bernd Dallmann, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe. Er hatte erst am Wochenende einen Freund aus den USA zu Gast. Er ging mit ihm abends hoch auf die Terrasse vom Restaurant Skajo, von wo der Münsterturm eigentlich zum Greifen nah ist. Doch Freiburgs Sehenswürdigkeit Nummer eins blieb dem Besucher wegen der LED-Schwäche und kaputten Lampen verborgen. "Es ist gut, dass nun etwas geschieht", freut sich der FWTM-Chef. Er sage schon seit Jahren, dass es so nicht gehe und der Turm heller angestrahlt werden müsse.

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Stadt erhielt zwei Millionen vom Bund

Diese Sicht der Dinge hat sich – nach einigem Widerstreben – auch bis in Freiburger Rathaus durchgesetzt. In dieser Woche werden die Pläne offen gelegt, wenn es keine Einsprüche gebe, komme das Geld vom Gemeinderat, sagt Frank Uekermann, der Leiter des Garten- und Tiefbauamtes. Die jetzt schwächelnde Beleuchtung wurde komplett vom Bund finanziert bei der Aktion "Kommunen in neuem Licht". Damals erhielt die Stadt insgesamt zwei Millionen Euro. Erleuchtet wurden unter anderem auch der Dreisamweg, der Rathausplatz und der Stadtgarten. Die anderen Leuchten funktionieren, nur beim Münster ging der Leuchterfolg kontinuierlich gegen Null. Vermutlich war es den Leuchten zu intensiv, ein so großes Bauwerk zu beleuchten, außerdem setzte ihnen Feuchtigkeit unten im Boden zu, sagt Amtschef Uekermann: "Die LED-Illumination eines so großen Gebäudes war damals noch Neuland."

Hinzu kommt: Die Firma , die damals das Beleuchtungskonzept umsetzte, ging irgendwann insolvent (ist aber anscheinend wieder da). Jetzt wird ein anderes Unternehmen beauftragt. Ausgetauscht werden auch nur die Leuchten und nicht die Kabel. Erdarbeiten sind also keine notwendig. Es soll künftig eine variable Lichtstärke geben, die regelbar sein wird. Techniker vor Ort werden einer "Jury" unterschiedliche Helligkeitsstufen vorstellen, die Jury soll dann entscheiden.

"Leuchtender Zeigefinger"

"Der Turm wird endlich wieder ein leuchtender Zeigefinger, der in den Himmel weist", freut sich Dompfarrer Wolfgang Gaber über die gute Nachricht in der Adventszeit. Auch er gehört seit Jahren zu den Kritikern der heutigen Schmalspur-Beleuchtung. Er sei froh und dankbar, dass nun die Lampen ausgetauscht werden.

Zudem formiert sich auch eine Initiative aus Anwohnern und Unternehmern, welche für eine bessere Beleuchtung der Sehenswürdigkeit privates Geld sammeln wollen – davon soll das Münster profitieren, ebenso andere Gebäude. "Gehen Sie mal nach Konstanz oder Zürich, dann sehen Sie, wie viel Nachholbedarf Freiburg da hat."

Autor: Simone Lutz, Joachim Röderer