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28. März 2015 15:42 Uhr

Freiburg

Neue Mountainbike-Strecke am Kybfelsen im Bau

Vier Kanadier bauen unterhalb des Kybfelsens derzeit an einer neuen Mountainbike-Strecke. Sie soll eine spaßige Herausforderung für Biker sein – und illegale Abfahrten verhindern helfen.

  1. Arbeit und Spaß: Die neue Mountainbikestrecke am Kybfelsen Foto: Thomas Kunz

Im Freiburger Stadtwald unterhalb des Kybfelsen wird schwer geschafft: Ein vierköpfiges Spezialteam aus Kanada baut derzeit eine Abfahrtsstrecke für Mountainbiker, die hinunter bis zur Sternwaldwiese in der Wiehre führen soll. Die Stadtverwaltung hatte den Trail bereits im Sommer 2014 genehmigt, um wilden Abfahrten quer durch die Botanik entgegenzuwirken.

Auf der Facebookseite des Freiburger Mountainbike-Vereins lässt sich fast täglich der Baufortschritt beobachten. Die vier Männer in Holzfällerhemden lächeln breit in die Kamera. Der Verein ist sowohl für das Anlegen des Trails als auch seine Pflege zuständig. Allerdings reagieren die Verantwortlichen zunächst zurückhaltend auf Nachfragen von Journalisten. In der Vergangenheit seien Konflikte mit Wanderern konstruiert worden, sagt Arne Grammer, zweiter Vorsitzender. Es gebe immer schlecht gelaunte Menschen, im Wald wie in der Straßenbahn, und auch Einzelfälle von unverantwortlichen Mountainbikern, "aber man sollte nicht alle über einen Kamm scheren".

Viele Wanderer hatten Bedenken

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Andreas Schäfer vom Forstamt kennt die Problematik. In der Verhandlungsphase im vergangenen Jahr habe es teils massive Proteste gegeben. Er habe alle Kritiker, die sich in Leserbriefen zu Zeitungsartikeln äußerten, zu einer Begehung eingeladen. "Es hat sich gezeigt: alles halb so wild", sagt Schäfer. Die Wanderer hätten befürchtet, dass die Mountainbikestrecke den Höhenwanderweg des Schwarzwaldvereins, markiert mit einer blauen Raute, tangiere. Dem sei nicht so. Strecke und Wanderweg verliefen zwar teilweise eng nebeneinander, kreuzten sich aber an keiner Stelle. Nur weiter unten im Verlauf schneide der Trail viermal Forstwege. Dies werde gekennzeichnet – sowohl auf den Forstwegen als auch auf dem Trail.

Andreas Schäfer vom Forstamt ist voll des Lobes für den Freiburger Mountainbike-Verein. "Wir haben sehr, sehr positive Erfahrungen gemacht mit dem Borderline-Trail am Rosskopf", sagt er. "Die Zusammenarbeit mit dem Verein läuft hervorragend." Das Amt hofft, dass sich mit dem neuen Trail die Nutzung illegaler Strecken reduziert und Konflikte minimieren. "Wir werden gemeinsam mit dem Verein darauf drängen, dass so etwas unterbleibt." Für die Mountainbiker sei es sowieso deutlich attraktiver, als irgendwo schmale Wanderwege runter zu sausen.

Das Forstamt hat mit dem Verein bereits einen Gestattungsvertrag abgeschlossen – wie beim Borderline-Trail auch. Das heißt, der Verein übernimmt Haftung und Verkehrssicherung. Das Forstamt ist dazu nicht bereit. "Das geht ja über die normale Erholungsnutzung des Waldes hinaus", erklärt Schäfer. Fragen des Denkmalschutzes – im Bereich des Verteidigungswalls Sternschanze – und des Naturschutzes seien in Absprache mit dem Umweltschutzamt der Stadt Freiburg berücksichtigt worden.

"Es handelt sich hier nicht

um eine Downhillstrecke." Arne Grammer,

Mountainbike-Verein
Arne Grammer vom Mountainbike-Verein ist eine Klarstellung wichtig: "Es handelt sich hier nicht um eine Downhillstrecke." Es sei lediglich ein Single-Trail, auf dem Anfänger und Profis fahren könnten. Er sei nicht gefährlich, und man könne die gesamte 3,6 Kilometer lange Strecke über 450 Höhenmeter auch ohne Sprünge zurücklegen, wenn man möchte. Das Tempo sei in der Regel niedriger als auf einer klassischen Downhillstrecke.

Dass die Strecke ausgerechnet von vier Freunden aus Kanada gebaut wird, ist dem Zufall geschuldet.

Transatlantischer Austausch unter Gleichgesinnten

Arne Grammer erzählt, man habe sich bei einem Urlaub kennengelernt. Und die Jungs hätten Interesse gehabt, die deutsche Mountainbikeszene kennenzulernen. In ihrem Heimatland hatten sie bereits mehrere Trails gebaut, was dort deutlich unbürokratischer geregelt wird als hier im engen Deutschland. Die vier Freunde verdienen bei ihrer Arbeit im Freiburger Stadtwald übrigens kein Geld. Sie bekommen Kost und Logis, und haben sehr viel Spaß beim Ausüben ihres Hobbys. Die offizielle Eröffnung des Trails ist für Ende April geplant – im Rahmen des Bikefestivals im Ganter-Biergarten.

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Autor: Adrian Hoffmann