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11. September 2017

Neuer Kunstrasen, alte Bekannte

Startrainer und Promi-Kick beim Einweihungsfest im Weststadion.

  1. Dass die Sportfreunde Eintracht nun über einen neuen, zweiten Kunstrasenplatz verfügen, ist die Folge eines Rechtsstreits mit Nachbarn um den ersten Kunstrasenplatz, der näher an den Wohnhäusern der Grenzstraße liegt. Foto: Michael Bamberger

  2. Stargast bei der Einweihung und beliebter Selfie-Partner war Ottmar Hitzfeld (rechts). Foto: Michael Bamberger

Zur Einweihung des neuen Kunstrasenplatzes begrüßten die Sportfreunde Eintracht Freiburg (SFE) einen prominenten Gast im Weststadion: Ex-Fußballtrainer Ottmar Hitzfeld aus Lörrach betonte in einer Talkrunde, dass die Amateurvereine die Basis für den Profifußball seien, und beglückwünschte den Verein zu den verbesserten Trainingsbedingungen. Schließlich haben die SFE jetzt sogar zwei Kunstrasenplätze mit Flutlichtanlage und damit eine Sportanlage, von der viele andere Vereine nur träumen können.

Finanziert wurde der rund 500 000 Euro teure Platz zu 70 Prozent von der Stadt und zu 30 Prozent vom Badischen Sportbund (BSB), die beim Festakt durch Sportbürgermeister Otto Neideck und BSB-Präsident Gundolf Fleischer vertreten waren. Neideck sprach von einem "guten Investment im Westen der Stadt" vor allem für die vielen Jugendlichen und Kinder. Er betonte allerdings, dass die SFE den neuen Platz ausschließlich einem Rechtsstreit verdankten.

Nach der Fusion der Sportfreunde mit der Eintracht im Jahr 2004 wurden in den folgenden Jahren sowohl das Weststadion als auch die Anlage an der Fischermatte saniert und aufgebessert. Insgesamt 2,3 Millionen Euro wurden laut Fleischer investiert, die teilweise vom BSB bezuschusst wurden. Der neue Kunstrasenplatz sorgte allerdings für reichlich Ärger, weil sich Anwohner der benachbarten Grenzstraße durch Lärm und Licht belästigt fühlten und sich durch alle Instanzen klagten. Ein Gerichtsurteil sorgte dafür, dass der Platz freitags nach 19.30 Uhr und sonntags zwischen 13 und 15 Uhr nicht mehr genutzt werden durfte.

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"Wir haben uns an alles gehalten, und es gab seit Jahren keinen Streit und keine Vorkommnisse mehr", sagte Marina Faist-Hanser, Geschäftsführerin des Vereins und Leiterin der Fußballabteilung. Im Trainings- und Spielbetrieb habe das allerdings für Probleme gesorgt, die nun durch den direkt neben dem ersten Kunstrasenplatz liegenden neuen Platz zur Berliner Allee hin behoben sind. "Jetzt sind wir glücklich", strahlte Faist-Hanser. Sie freute sich auch über den großen Andrang auf dem Vereinsgelände am Sonntagmittag, bei dem es unter anderem eine Trikotversteigerung und einen Promi-Kick gab, bei dem neben FFC-Trainer Ralf Eckert auch ehemalige Eishockey-Profis vom benachbarten EHC aufliefen.

Dass die SFE im Vergleich zu anderen Vereinen überproportional gefördert wurden, "da können sie selbst nichts dafür", betonte Neideck, der zugleich die gute Nachwuchsarbeit des Kooperationsvereins des SC Freiburg lobte. Rund 550 Jugendliche spielen in 31 Jungen- und Mädchenmannschaften. Damit zählen die SFE zu den größten Vereinen der Stadt, im Juli wurde zudem ein Förderverein für die Jugendarbeit gegründet. Die Nachbarschafts-Problematik sei beim Bau des ersten Kunstrasenplatzes nicht absehbar gewesen, erklärte der Sportbürgermeister, der insgesamt "viel mehr Toleranz und Akzeptanz für Sportanlagen in Wohngebieten" forderte: "Wir wollen doch, dass unsere Kinder zu Fuß und mit dem Fahrrad kommen können." Eine Hilfe sei, dass die Bundesregierung die Lärmrichtlinien seit Anfang September verändert habe.

Nach Ansicht von Hitzfeld, der mit Dortmund und Bayern die Champions League gewonnen hat, haben die Mädchen und Jungen im Weststadion jetzt "perfekte Voraussetzungen, um sich als Spieler weiterzuentwickeln". Der 68-Jährige erinnerte sich dabei auch an seine Anfänge in Lörrach-Stetten, wo alle Mannschaften auf einem Hartplatz trainiert und gespielt hätten, "auch wenn er unter Wasser stand".

Autor: Daniela Frahm