Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

05. Februar 2010

Neues aus Masterplan City

Gemeinderat beschließt Konzept zur "energieeffizienten Stadt".

Der eine Masterplan – nämlich der zum Abbau des Schuldenbergs – ist gerade ausgesetzt, der nächste – zum Thema "Energieeffiziente Stadt" – schon beschlossen: Freiburg ist nicht nur Green, sondern auch Masterplan City. Einstimmig beschloss der Gemeinderat ein energetisches Konzept, das in den Stadtteilen mithelfen soll, bis 2030 40 Prozent weniger Kohlendioxid zu produzieren. Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), über deren Ausbau ebenfalls informiert wurde, ist ein wesentlicher Punkt bei diesem Konzept.

Statt von Kraft-Wärme-Kopplung könnte man auch von stromerzeugender Heizung sprechen. Vor allem kleine und mittlere KWK-Anlagen sind in den vergangenen Jahren entstanden, zum Beispiel im Hallenbad Lehen, beim Ausbau des Stadttheaters oder bei der Sparkasse. Insgesamt gibt es jetzt 140 Anlagen, die etwa die Hälfte des Freiburger Strombedarfs decken. Weil das Energieversorgungsunternehmen Badenova dabei verstärkt auf regenerativen Strom setzt, ist der Atomstromanteil unter 25 Prozent gesunken.

An möglichst vielen Stellschrauben will die Stadtverwaltung drehen, um den Ausbau von KWK voranzutreiben und das städtische Klimaziel zu erreichen. Beispiel: Bei neuen Baugebieten wird das Energiekonzept in der umweltverträglichsten Variante realisiert. Auch Badenova fördert KWK bei Industrie, öffentlichen Einrichtungen, Häuslebauern und Gewerbetreibenden. Das alles soll mit einfließen in den Masterplan "Energieeffiziente Stadt Freiburg": Erst wird ein Wärmekataster den "Energiezustand" Freiburgs anhand energierelevanter Daten darstellen, dann werden im Masterplan Entwicklungsszenarien erarbeitet, etwa wie die einzelnen Stadtteile optimal mit Energie versorgt werden können, und schließlich soll eine schlagkräftige Öffentlichkeitskampagne zusammen mit dem Klimabündnis Freiburg entwickelt werden. 155 000 Euro soll das zwei Jahren dauernde Projekt kosten, das nun auf einhellige Zustimmung der Fraktionen stieß.

Werbung


"Vor allem im Altbaubereich schlummert ein gigantisches Einsparpotenzial", ist Eckart Friebis (Grüne) überzeugt. Auch Daniel Sander (CDU) begrüßte den Ausbau: "Das Masterplan ist das richtige Instrument." Hans Eßmann (SPD) mahnte: "Ziel muss sein, KWK mit regenerativen Energien zu verbinden statt Erdgas zu nutzen." Ulrike Schubert (Unabhängige Listen) ermunterte Privatleute, KWK einzubauen: "Da hat man eine legale Gelddruckmaschine im Keller." Manfred Stather (Freie Wähler) störte sich allerdings daran, dass Badenova "subventioniert" als Wettbewerber des Handwerks auftrete. OB Dieter Salomon nutzte die Gelegenheit, um die Uniklinik mit ihrem Kohlekraftwerk zu mahnen: "Wir bauen in der Nähe mehr als 1000 Wohnungen. Es kann nicht sein, dass die Uniklinik dort Heizwäme aus Kohle verkauft."

Autor: Simone Lutz