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25. November 2008
Oberhandwerker im Schlamassel
Werner Kraus und Brigitta Burbiel-Snietka beharken sich weiter
Kreishandwerksmeister Werner Kraus, und seine langjährige, mittlerweile ehemalige Mitarbeiterin Brigitta Burbiel-Snietka befehden sich gegenseitig. Seit Oktober 2006 beschäftigen der Chef und die einstige Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Freiburg, des Dachverbands der Innungen, die Justiz mit gegenseitigen Vorwürfen. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Freiburg ein von Kraus forciertes Verfahren gegen Burbiel-Snietka wegen angeblicher Untreue eingestellt – mangels Tatverdacht. Doch beide Seiten wollen weiter prozessieren.
Beim nun abgewiesenen Untreue-Vorwurf der Kreishandwerkerschaft gegen Burbiel-Snietka ging es um Unregelmäßigkeiten bei Verkauf und Verbuchung von Parkplaketten an Handwerksbetriebe. Es soll dabei ein Schaden von 68 550 Euro entstanden sein. Die Staatsanwaltschaft entdeckte bei den Ermittlungen, bei der auch Burbiel-Snietkas Wohnung durchsucht wurde, zwar Hinweise auf Nachlässigkeiten bei der Dokumentation von Geschäftsvorgängen. Hinweise auf Vorsatz oder Bereicherung waren aber keine zu finden."Wir können nicht verstehen, wie der Staatsanwalt angesichts der vorliegenden Beweise den Vorwurf der Untreue gegenüber der Kreishandwerkerschaft hat fallen lassen können", erklärt Kraus auf Anfrage der BZ. Man habe bereits Widerspruch gegen die Entscheidung eingelegt.
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Burbiel-Snietka hingegen sieht sich durch die Einstellung des Verfahrens in ihrer Ansicht bestätigt, wonach Kraus eine Kampagne gegen sie betreibe. In einer Mitteilung, die Burbiel-Snietkas Mann verbreitete, werden weitere gerichtliche Schritte gegen den Kreishandwerksmeister angekündigt. So habe die Ex-Geschäftsführerin ihrerseits einer Entscheidung der Staatsanwaltschaftschaft widersprochen, die einen von ihr erhobenen Strafantrag gegen Werner Kraus wegen falscher Beschuldigungen nicht weiter verfolgen wollte.
Weiter heißt es in dem Schreiben: "Der Kreishandwerksmeister und seine Vorstandskollegen haben nun mit einigen weiteren Strafanzeigen seitens Frau Burbiel-Snietka zu rechnen, da diese Herren sehr viele Dinge getan und behauptet haben, um die Geschäftsführerin irgendwie loszuwerden, aber keiner ihrer Vorwürfe und keine ihrer Beschuldigungen sind zutreffend."
Laut Staatsanwaltschaft sind bisher seitens Burbiel-Snietka fünf Strafanzeigen gegen Kraus eingegangen (wegen falscher Verdächtigungen und Unterschlagung), wovon vier eingestellt worden seien, und seitens Kraus zwei gegen Burbiel-Snietka (wegen Beleidigung), die ebenfalls nicht weiterverfolgt wurden.
Wenigstens ein Streitpunkt zwischen Kraus und seiner ehemaligen Geschäftsführerin ist erledigt: Am 19. Juni einigten sich die Parteien vor dem Oberlandesgericht darauf, das seit 1987 bestehende Arbeitsverhältnis von Burbiel-Snietka rückwirkend zum 30. November 2007 zu beenden. Auch hier waren mehrere Gerichtstermine vorangegangen. "Das ist abgeschlossen", sagt Rechtsanwalt Christian Fernow, der die Kreishandwerkerschaft vertreten hat. "Wir haben beim Vergleich Stillschweigen über die Einzelheiten vereinbart", so Fernow weiter.
Für Kraus kommt es derzeit dick. Gerade jetzt hat auch noch Schornsteinfeger Johannes Dold aus Waldkirch, seit vier Jahren stellvertretender Kreishandwerksmeister und eigentlich als Kraus-Nachfolger vorgesehen, sein Amt niedergelegt. Zu den Hintergründen wollten weder Dold noch Kraus Einzelheiten sagen.
Autor: Holger Schindler


