BZ-Serie „Namen machen Schule“ (13)

Ordensschwester Karoline Kaspar prägte die Mädchenschule im 19. Jahrhundert

Ute Wehrle

Von Ute Wehrle

Di, 24. Januar 2017

Freiburg

Ihre Namen sind in der Stadt bekannt, schließlich heißen Schulen nach ihnen. Doch wer waren sie? In einer Serie stellen wir die Namenspaten vor – heute die Ordensschwester Karoline Kaspar, nach der eine Schule in Vauban benannt ist.

Karoline Kaspar wurde 1780 als Tochter des Schlossverwalters in Umkirch geboren. Mit 16 Jahren trat sie in das Freiburger Kloster St. Ursula ein. Errichtet wurde das Ursulinenkloster, wegen der Tracht der Ordensschwestern auch als "Schwarzes Kloster" bekannt, von der Gesellschaft der heiligen Ursula von Anne de Xainctonge.

Die Schwestern widmeten sich hauptsächlich der Erziehung junger Frauen. Was damals durchaus üblich war, denn beim Schulunterricht für Mädchen spielten die Freiburger Frauenklöster seit dem 17. Jahrhundert eine wichtige Rolle, die mit Einführung der allgemeinen Schulpflicht 1803 und den steigenden Schülerzahlen noch an Bedeutung gewann.

Drei Jahre bevor Karoline Kaspar, damals gerade 28 Jahre alt, als Superiorin die Leitung des Klosters übernahm, hatte Großherzog Karl Friedrich als Folge der Französischen Revolution und des Übergangs der Stadt Freiburg an das protestantische Großherzogtum im Breisgau sämtliche Stifte und Klöster aufgelöst. Übrig blieben nur die Frauenklöster, die sich dem Unterricht widmeten. Allerdings unter strengen Bedingungen: Die beiden Lehrorden der Dominikanerinnen von Kloster Adelhausen und der Gesellschaft der heiligen Ursula von Anne de Xainctonge mussten in weltliche Institute umgewandelt werden.

Die Ordensregeln wurden 1811 durch ein für alle weiblichen Lehr- und Erziehungsinstitute geltendes "Regulativ" ersetzt, das die inneren Angelegenheiten der Ordensgemeinschaft betraf und unter anderem folgende Vorschriften enthielt: "Das sog. klösterliche Silentium ist ganz aufgehoben ." "Die bisherigen Klosterexerzitien haben aufzuhören ." "(Es ist) den Kandidatinnen untersagt, von der neuen Ordnung abzuweichen, und etwa das lateinische Brevier zu beten, oder sonstige zwecklose Andächteleien zu beobachten ." (Quelle: Engelbert Krebs: Die Aufhebung des "weißen" und "schwarzen" Klosters in Freiburg und die Errichtung des Kath. Lehrinstituts V. In: Freiburger kath. Gemeinde-Blatt 1926).

Im "Weiblichen Lehrinstitut St. Ursula" erlernten Mädchen fortan nicht mehr nur Gebete, Sprachen und Handarbeiten, sondern wurden auch in Fächern wie Geschichte, Geographie und Naturkunde unterrichtet. Karoline Kaspars Ziel war es, "den Schulunterricht so zu vervollkommnen, dass die Bewohner Freiburgs nicht genötigt sein sollten, ihre Töchter in das Ausland zu schicken" (Konradsblatt).

Finanziell unterstützt wurden ihre Bestrebungen vom Freiburger Stadtrat. Um 1810 hatte St. Ursula an die 500 Schülerinnen und war damit vermutlich die größte Mädchenschule in Baden. In Breisach konnte eine Filialanstalt gegründet und in Freiburg ein Pensionat eröffnet werden. 51 Jahre lang prägte Karoline Kaspar die Erziehung der Mädchen. Sie starb 1860. Ihre letzte Ruhestätte fand sie auf dem Alten Friedhof.

Info: Karoline-Kaspar-Schule
Profil: Grundschule

Stadtteil: Vauban, Paula-Modersohn-Platz
Lehrkräfte: 21
Schüler: 282