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04. September 2015

Pilgerreise ins Herz des Weltfußballs

Der Freiburger Kleinverleger Christoph Beutenmüller bringt "Matchdays" von Paul Baaijens heraus.

  1. Verleger Christoph Beutenmüller mit den „Matchdays“ Foto: Rita Eggstein

Der Niederländer Paul Baaijens hat "Matchdays" geschrieben – ein Fußballbuch, in dem er seine Pilgerreise ins Herz des Weltfußballs beschreibt. Er hat in London zur Jahreswende 2013/14 in 35 Tagen 17 Spiele gesehen. Das Buch ist nun auf Deutsch erschienen. Verlegt wird es bei Pretty Good Books, einem Kleinstverlag in Freiburg. Verleger Christoph Beutenmüller hat ebenfalls ein Faible für London und für den englischen Football. Und er plant schon zum gleichen Thema Buch Nummer zwei.

Es ist eine etwas längere Geschichte wie ein Fußballfan aus Opfingen zum Verleger eines Buchs über den englischen Hauptstadt-Fußball wird, das im niederländischen Original ein fußballverrückter Holländer geschrieben hat. Christoph Beutenmüller jedenfalls schwärmt für London, seit er 1999 zum ersten Mal für einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Schottland mit dem Flugzeug über die Stadt geflogen ist. "Da blickt man dann aus dem Flieger auf bis zu zehn Stadien, das ist schon faszinierend", sagt er.

Vor allem der Londoner Club Arsenal und dessen legendäres altes Highbury-Stadion haben es ihm angetan. Bei einem Europapokalspiel gegen Werder Bremen war er im Highbury, das bis heute sein Lieblingsstadion ist. Arsenal spielt längst schon im modernen Emirates, die alte Spielstätte wurde in einen Wohnblock eingebaut. Beutenmüller hat viele Kicks in England gesehen. Im Stadion von Crystal Palace zum Beispiel hat er eine Stuttgarter Familie getroffen, komplett eingekleidet in Crystal-Palace-Trikots. London hat allein 13 Profiteams, darunter auch den FC Fulham, der älteste Proficlub in der City.

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Jedenfalls vertiefte sich Beutenmüller in die Materie Londoner Fußball und lernte etliche Experten kennen. In einem Internetblog stieß er auf Paul Baaijens, Jahrgang 1989, der einen pointierten Reisebericht durch die Fußballwelt der britischen Hauptstadt verfasst hat. Baaijens suchte für sein Erstlingsbuch, wie er schreibt, nach dem wahren Londoner Fußballgefühl. Er entdeckte viele Geschichten rund um die Vereine. Er sprach mit Funktionären. Aber vor allem sprach er mit Fans, im Stadion, aber auch in Pubs. Nichts sei in seinem Leben schöner gewesen als diese Reise, schwärmt der Autor. Die Fans halten zu ihren Clubs, trotz unverschämter Ticketpreise, trotz Oligarchen oder Scheichs an der Clubspitze, trotz Transferwahnsinn und Fernsehgeldkommerz ohne Ende.

Christoph Beutenmüller gefielen die "Matchdays" und er hatte die Idee, das Buch auf Deutsch herauszubringen. Er fragte beim Autor in Holland an. Der sagte zu. Was gut passte: Beutenmüller ist gelernter Verlagskaufmann, er hat zudem in Stuttgart an der Hochschule der Medien studiert. Und er arbeitet in Freiburg bei einem Fachverlag. Für sein Hobby Pretty Good Books hat er noch ein paar Ideen für weitere Fußballkulturbücher. Sein London Fußball Guide befindet sich in der Schlussphase. Er wird aber noch eine Verlängerung brauchen.

"Matchdays" ist schon im Buchhandel, wurde auch im Fachblatt 11 Freunde besprochen. Der Autor kommt am Samstag zur Lesung nach Freiburg. Ein sportliches Ziel hat sich Verleger Beutenmüller gesetzt: "Paul Baaijens hat in Holland im Selbstverlag 1000 Exemplare verkauft, das will ich mit der deutschsprachigen Ausgabe auf jeden Fall toppen."

Matchdays-Lesung mit Autor Paul Baaijens am Freitag, 4. September, 19 Uhr, Didi Offensiv, Erasmusplatz Basel; Samstag, 5. September, 19 Uhr, Swamp, Talstraße 90, Freiburg.

Autor: Joachim Röderer