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07. April 2011
Freiburger Innenstadt
Quartier Unterlinden – neue Märkte heizen den Wettbewerb an
Die neuen Märkte von Rewe und Alnatura in der Innenstadt heizen den Wettbewerb im Lebensmittelhandel kräftig an.
An der Nordwestecke der Freiburger Innenstadt, im Quartier Unterlinden, haben ein 1850 Quadratmeter großer Rewe-Supermarkt und ein 480 Quadratmeter großer Alnatura-Biodiscountmarkt eröffnet. Die beiden Geschäfte, die zusammen 55 Arbeitsplätze schaffen, werden seitens ihrer bestehenden Mitbewerber mit Argusaugen beobachtet. Manche befürchten nun einen Verdrängungswettbewerb, denn die Konsumenten können ihr Haushaltsgeld letztlich nur einmal ausgeben.
Der Kölner Rewe-Group-Handelskonzern hat sich auf 1850 Quadratmetern im Untergeschoss des Quartier-Unterlinden-Neubaus breitgemacht. Größenmäßig kann dem neuen Supermarkt von den Lebensmittelgeschäften in der Innenstadt nur Migros das Wasser reichen. Die Schweizer verfügen über 2500 Quadratmeter Ladenfläche im Karstadt-Untergeschoss an der Kaiser-Joseph-Straße. Schon die Aldi-Filiale im Einkaufszentrum Schwarzwald-City ist mit 1400 Quadratmetern deutlich kleiner. Der alteingesessene Edeka-Markt (früher Gottlieb) an der Wasserstraße kommt auf 700 Quadratmeter, der Penny-Markt an der Bertoldstraße, der auch zur Rewe-Group gehört, hat 350 Quadratmeter. An der Sedanstraße verkauft außerdem ein Norma-Markt Lebensmittel auf 600 Quadratmetern und an der Eisenbahnstraße ein "Treff 3000" auf 800 Quadratmetern. Er gehört ebenfalls zum Edeka-Handelskonzern.Werbung
Bei den kleineren Mitbewerbern gab man sich bei stichprobenartigen Nachfragen sehr zugeköpft im Hinblick auf die neue Konkurrenz. Bei Edeka an der Wasserstraße wollte der stellvertretende Marktleiter gar nichts dazu sagen. Beim Wehrle-Lebensmittelmarkt im Hauptbahnhof-Tiefgeschoss gab man ebenfalls keinen Kommentar ab – nicht mal die Verkaufsfläche war zu ermitteln.
Dieter Wullschleger, Mediensprecher bei der fürs Deutschlandgeschäft zuständigen Migros Basel, bestätigte indes, dass man die Neueröffnung und ihre Auswirkungen bestimmt beobachten werde, auch wenn viele Faktoren die Wettbewerbssituation mitbestimmen. "Wir sind mit unserem Standort in Freiburg, der seit Beginn unter der Leitung von Jens Schrumpf steht und 115 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt, sehr zufrieden", so der Migros-Mann.
Rewe hat die Leitung des eigenen neuen Marktes Georg Folkerts anvertraut, der die vergangenen fünf Jahre den Rewe-Markt im "ZO" an der Schwarzwaldstraße geführt hat. Ihm steht ein Team mit 40 Mitarbeitern zur Seite.
Beim örtlichen Handel mit Biolebensmitteln schlagen die aktuelle Neueröffnung von Alnatura mit 15 neuen Jobs und die weiteren Expansionspläne des Naturkostfilialisten mit Hauptsitz im hessischen Bickenbach hohe Wellen. Alnatura will zusätzlich zu den bestehenden Läden an der Kaiser-Joseph-Straße (800 Quadratmeter) und der Merzhauser Straße (500 Quadratmeter) in absehbarer Zeit weitere Standorte an der Berliner Allee und in Zähringen eröffnen.
"Dieses Vorgehen ist Gesprächsstoff unter den Kollegen", sagt Sabina Gärtner-Drüsedau, die gemeinsam mit ihrem Mann Michael Drüsedau den Bioladen Verde an der Habsburgerstraße führt – und seit gut zwei Jahrzehnten im Biohandel aktiv ist. Jeder neue Alnatura sei teilweise stark spürbar für die Mitbewerber und es drohe Verdrängung, sagte die Kauffrau. "Wir setzen darum umso mehr auf persönlichen Kundenservice und Qualität."
Edgar Rieflin, der Chef des Vita-Naturmarkts im Industriegebiet Nord, wo es auf 800 Quadratmetern Biolebensmittel und andere Biowaren zu kaufen gibt, schätzt, dass Alnatura zu 70 Prozent neue Kundschaft für den Naturkostsektor erschließt und zu 30 Prozent Kunden abwirbt. "Wir setzen der eher funktionalen Atmosphäre bei Alnatura ein persönliches Ambiente entgegen und betonen Frische und Genuss." Vita-Naturmarkt ist seit 1985 ein inhabergeführter Familienbetrieb und zählt 30 Beschäftigte.
Autor: Holger Schindler
