Quartiersarbeit auf neuem Weg

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Do, 12. Juli 2018

Freiburg

Stadträte billigen Konzept zur Umsetzung einstimmig.

FREIBURG (sh). Die Neuausrichtung der Quartiersarbeit ist beschlossene Sache. Der Gemeinderat genehmigte das Umsetzungskonzept der Stadtverwaltung einstimmig – nicht ohne zuvor nochmals ausführlich darüber gesprochen und einige Änderungen vorgenommen zu haben. Bei dem Thema waren in früheren Sitzungen die Fetzen geflogen.

Die lange Vorgeschichte des Beschlusses referiert Grünen-Stadträtin Pia Federer – unbeeindruckt vom Appell des Oberbürgermeisters. Martin Horn hat angesichts der fortgeschrittenen Zeit und des Halbfinalspiels gesagt: "Ich lade Sie ein, dass wir die Wortbeiträge etwas komprimieren." Es ufert eher aus.

Auf der Bürgermeisterbank scrollt Horn nach einer Weile auf einem Mobilgerät, ebenso Stefan Breiter, Gerda Stuchlik liest in einem Heft, Martin Haag ist draußen, Ulrich von Kirchbach blickt in die Runde. Federer ist nur eine von vielen. Viele Redner betonen die konfliktive Geschichte, die Notwendigkeit, die Quartiersarbeit vor allem für Mooswald und Zähringen auszubauen, das Konzept noch nachzubessern und jetzt nach vorn zu schauen. Ein interfraktioneller Antrag von Grünen, SPD, Unabhängigen Listen und JPG (Junges Freiburg/Die Partei/Grüne Alternative) listet fünf Forderungen auf, von denen schließlich die meisten übernommen werden, unter anderem die Miete für die Quartiersarbeit voll zu zahlen und die Kosten fürs Fachpersonal spitz abzurechnen.

Das Konzept selbst ist nun unstrittig. Einige Eckpunkte: Stadtteile, die Quartiersarbeit haben, können sie behalten. Es gibt Bedarfsermittlung, einheitliche Kriterien, Zielvereinbarungen und Struktur. Der Zuschuss beträgt dieses Jahr 1,4 Millionen Euro, wovon 440 000 Euro als Sonderausgaben deklariert sind. Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach will ein Fachgespräch organisieren. Die Neuausrichtung soll Anfang 2020 beginnen.