Mobilität

Radschnellwege von Freiburg ins Umland sollen 32 Millionen Euro kosten

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Mi, 20. Juni 2018 um 21:13 Uhr

Freiburg

Kommen bald gut ausgebaute Fahrradschnellwege von Freiburg ins Umland? Gutachter halten besonders zwei Strecken für sinnvoll. Die Kosten für das Projekt liegen bei 32 Millionen Euro.

Bis 2025 will die Landesregierung zehn Radschnellwege bauen. Für zwei Trassen, die Freiburg mit dem Umland verbinden, liegen jetzt die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vor. Diese stellt der Regionalverband Südlicher Oberrhein heute in seinem Planungssauschuss vor. Die Gutachter halten zwei Strecken rund um Freiburg für sinnvoll. Die Kosten für das Projekt betragen insgesamt 32 Millionen Euro.

Eine Art Autobahn für Radfahrer – ohne Hindernisse wie Ampeln, steile Anstiege oder große Kreuzungen. So soll ein Radschnellweg für 12,5 Millionen Euro in den kommenden Jahren auf einer 7,4 Kilometer langen Strecke entlang der S-Bahntrasse in Richtung March entstehen.

Dreisam-Variante scheidet wohl aus

Die Strecke entlang der S-Bahn sei laut Studie auch deshalb zu empfehlen, weil sie viele Anbindungen schaffe, etwa zur Technischen Fakultät der Uni und zum neuen Stadion am Flugplatz sowie zu Gewerbegebieten. Ein enorm hohes Potenzial durch städtebauliche Entwicklungen wie dem geplanten Stadtteil Dietenbach gebe es bei der ebenfalls geprüften Variante entlang der Dreisam in Richtung Umkirch. Diese scheidet jedoch wohl aus, weil es unter anderem zu viele enge Stellen gebe, sagte Direktor Dieter Karlin vom Regionalverband, in dem Freiburg und die Nachbarkreise ihre Regionalplanung abstimmen. Erhebliche Eingriffe ins Flussbett und der erforderliche Hochwasserschutz erschwerten zudem eine Realisierung.

Die künftigen Trassen sollen besser ausgebaut sein als die bereits teilweise bestehenden Rad-Vorrang-Routen in Freiburg, etwa der Dreisamuferradweg FR1. So sollen die neuen Wege mindestens vier Meter breit sein. Zudem würden diese im Winter regelmäßig geräumt und nachts durchgehend beleuchtet.

Pro Kilometer 700.000 Euro

Karlin zeigte sich bei einem Pressegespräch vor allem von der geplanten 26,2 Kilometer langen Strecke über Gundelfingen in Richtung Denzlingen und Emmendingen sowie nach Waldkirch überzeugt. Diese werde laut Studie insgesamt 19,3 Millionen Euro kosten. Pro Kilometer seien das 700.000 Euro. Laut Karlin ist der Kosten-Nutzen-Faktor enorm hoch.

Otto Neideck, Vorsitzender des Regionalverbandes, lobte den vom Land geförderten Plan als wichtigen Beitrag für ein nachhaltiges Verkehrskonzept. Er verwies vor allem auf die Bedeutung des Ausbaus von Radschnellwegen für die Pendler. Es gebe ein Potenzial von weit über 10.000 Radfahrern pro Tag im Ballungsraum Freiburg. Dieses nehme vor allem im Hinblick auf E-Bike-Fahrer enorm zu.

In den Gemeinden und Städten sind Radschnellwege Chefsache

Ganz wichtig sei, dass das Land nach der Finanzierung der Machbarkeitsstudie von 80 Prozent nun auch großzügig Mittel für die konkreten Pläne und die Realisierung bereitstelle. An den Gemeinden und Städten werde es nicht scheitern, sind sich Karlin und Neideck einig. Im bisherigen Prozess habe es mit Vorortbegehungen eine hohe Bürgerbeteiligung gegeben.

Überall seien die Radschnellwege Chefsache. "Die Bürgermeister haben alle Interesse daran", sagt Karlin. Die beteiligten Städte und Gemeinden wollen das laut Karlin im Juli in einer gemeinsamen Absichtserklärung deutlich machen und das Land an seinen ambitionierten Zeitplan erinnern.

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