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08. Dezember 2009
Schwarzfahren ist teuer
Dem Regio-Verkehrsverbund entgehen rund drei Millionen Euro jährlich – und wer mehrfach erwischt wird, ist vorbestraft
Nicht zuletzt wegen der Schwarzfahrer heben einige Verkehrsverbünde ihre Preise an. Diese Begründung hat der Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF) zwar noch nicht ins Feld geführt, wenn regelmäßig im August die Regiokarte teurer wird. Doch allein für die Region Freiburg werden die entgangenen Einnahmen auf drei Millionen Euro geschätzt. Laut Polizei erhalten in diesem Jahr etwa 1800 Freiburgerinnen und Freiburger eine Anzeige wegen "Erschleichens von Leistungen". Damit steigt die Zahl mehrfach erwischter Schwarzfahrer im dritten Jahr hintereinander.
Auf den ersten Blick scheint das den Zahlen der Freiburger Verkehrs-AG zu widersprechen. 433 345 Fahrgäste haben die VAG-Kontrolleure in diesem Jahr um den Fahrschein gebeten, 8042 (1,86 Prozent) hatten keinen. Im vergangenen Jahr waren es noch 2,09 Prozent von 388 941 Bus- und Stadtbahngästen, berichtet VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt. Des Rätsels Lösung: Unter den Erwischten wächst die Zahl der "Dauerkunden".Denn beim ersten Verstoß bleibt es beim "erhöhten Beförderungsentgelt" in Höhe von 40 Euro. Wer das nicht entrichtet oder aber zum zweiten Mal ertappt wird, erhält eine Anzeige. 1800 Freiburgerinnen und Freiburger werden es in diesem Jahr sein. Im vergangenen Jahr waren es 1569 und im Jahr 2007 war mit 1308 ein Tiefstand erreicht. "Da gab es weniger Kontrollen", erinnert sich Hauptkommissar Peter Steuck vom Sachbereich Kriminalitätsbekämpfung bei der Freiburger Polizeidirektion.
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Wer nachweisen kann, dass er seinen Fahrschein nur vergessen hatte, kommt mit sieben Euro davon. Das sind laut VAG immerhin 13 Prozent, weshalb Sprecher Andreas Hildebrandt lieber von "Fahrgästen ohne gültigen Fahrschein" spricht als von Schwarzfahrern, weil das Absicht unterstelle.
Wessen Schwarzfahrer-Akte zum ersten Mal bei der Staatsanwaltschaft landet, kann mit Nachsicht rechnen. Häufig wird das Verfahren eingestellt. Doch bei der zweiten Anzeige wird ein saftiger Strafbefehl fällig. Die Geldstrafe richtet sich dabei nach dem Verdienst und zieht eine Vorstrafe nach sich. Von ganz aktuellen Urteilen berichtet die Bundespolizei, die mit Schwarzfahrern in den Zügen zu tun hat. Danach hat das Freiburger Amtsgericht aktuell einer 17-jährigen Schülerin eine Woche Jugendarrest aufgebrummt – sie war vor einigen Jahren fünfmal schwarzgefahren und nun erneut erwischt worden. Sie hätte ein Ticket im Wert von 4,20 Euro gebraucht. "In Südbaden", sagt Thomas Gerbert von der Bundespolizei, "stagniert die Zahl der Schwarzfahrer auf hohem Niveau."
Ohne Fahrschein unterwegs sind Menschen jeden Alters und jeder Berufsgruppe, wie die VAG-Statistik belegt. Männer etwas mehr als Frauen, und Jugendliche unter 18 Jahren etwas mehr als Ältere.
Bahn AG und VAG sind zwei von 17 Unternehmen, die den Regio-Verkehrsverbund bilden. Die einzelnen Unternehmen sind zwar selbst für die Kontrollen zuständig, doch viermal im Jahr setzt der RVF Schwerpunkte. Da gibt es Nikoläuse für die redlichen Kunden und böse Überraschungen für die schwarzen Schafe, wenn sie beim Aussteigen aus Schulbussen oder aus der Tram am Bertoldsbrunnen plötzlich die Aufforderung hören: "Ihren Fahrschein, bitte."
Autor: Uwe Mauch
