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13. September 2011
Pilzsaison
So berät Pilzexpertin Roswitha Baron im Naturmuseum
Es ist Saison - und das wissen die Kenner"Der Wald ist leergefegt", sagt Roswitha Baron. Die berät die mehr oder minder erfolgreichen Pilzesucher im Freiburger Naturmuseum.
Roswitha Baron, sitzt an ihrem Tisch, vor sich wenige, schon etwas älter anmutende Röhrenpilze. Gebracht hat sie Andreas Jäger. Schnell identifiziert die staatlich geprüfte Pilzberaterin die meisten Exemplare als Gallenröhrlinge. "Man erkennt das an den rosa Röhren", erläutert Baron. Schon der Name sagt aus, dass dieser Pilz nicht genießbar ist. Jäger ist trotzdem zufrieden. Ihm geht es bei der Beratung vor allem um den Erfahrungsaustausch.
Die ehemalige Grund- und Hauptschullehrerin Roswitha Baron bietet seit mehr als 50 Jahren Pilzberatung im Naturmuseum an. Momentan allerdings sei der Wald trotz Pilzsaison wie leergefegt, sagt Baron. So hält sich der Andrang gestern am ersten Beratungsnachmittag auch sehr in Grenzen. Als einer der Ersten kommt der vierjährige Johannes mit seinem Vater. In einem Plastikdöschen hat er einen kleinen Pilz mit mattbrauner Kappe. "Das ist ein Wieseltäubling", sagt die Pilzexpertin, "ein äußerst schmackhafter Speisepilz". Vater und Sohn sind zufrieden. Für eine Mahlzeit reicht der Fund allerdings nicht aus.Für die momentane Pilzflaute gebe es keinen erkennbaren Grund, meint Roswitha Baron: "Die Natur ist eben launisch." Auch Bernd Lorenz ist zur Beratung gekommen. Pilze hat er allerdings nicht dabei: "Ich wollte einfach mal zuhören und schauen, was die anderen so gefunden haben", sagt er. Da es keine weiteren Pilze zu begutachten gibt, verlegen sich die Anwesenden auf den fachlichen Austausch.
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Roswitha Baron erzählt vom gelben Raufußröhrling. Den hat sie in diesem Jahr zum ersten Mal in der Hand gehalten: "Wenn ich in den Wald gehe, achte ich eher auf seltene Exemplare als auf Steinpilz und Pfifferling. Ich lerne da nie aus und freue mich, wenn ich etwas Besonderes finde", sagt sie. Auch die Pilzberatung mache sie, weil sie so viel mehr Pilze zu sehen kriege. Trotz ihrer Erfahrung gibt es immer noch Exemplare, die sie nicht hundertprozentig bestimmen kann. Sie kauft deswegen auch regelmäßig neue Fachbücher, denn in der Pilzforschung gebe es laufend neue Erkenntnisse. Nur mit dem Internet kommt die wissensdurstige Expertin nicht zurecht: "Da müssen mir die Enkel helfen."
Autor: Petra Völzing
