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07. Juli 2012

SONST NOCH WAS

WANDERFINALE

Die Wimpelwandergruppe des Schwarzwaldvereins hat die Dokumentation ihrer Mammut-Wanderung beim diesjährigen Deutschen Wandertag übergeben: 2010 waren Freiburg und der Schwarzwald Wanderwunderland; danach brachte eine Wandergruppe den Wimpel, wie es Brauch ist, zu Fuß in 36 Etappen 863 Kilometer nach Melle im Osnabrücker Land, wo der Wandertag 2011 stattfand. Die Mellener gingen dieses Jahr nach Bad Belzig bei Berlin. Dort haben nun die Freiburger die Chronik ihrer Tour übergeben – das Finale des Deutschen Wandertags 2010. Der nächste findet in Oberstdorf statt.

BAHNBRECHENDE BAHN
Die Höllentalbahn hat gerade 125. Geburtstag gefeiert, dazu schrieb uns Peter Voswinckel aus Berlin ein dolles Detail: Kaum war die Bahn gebaut, hatte sie entscheidend Anteil an einer medizinischen Entdeckung. "Die führte zur Geburtstunde der Humangenetik durch Sir Archibald Garrod und war bahnbrechend für die Biochemie und Pathologie", so der Professor von der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie. Mit der Bahn transportierte ein Doktorand 1890 wöchentlich Blechkannen voll Urin nach Freiburg. Der Urin kam schwarz an und wurde untersucht. Garrod fand in England heraus, dass das an einer Stoffwechselkrankheit lag (Alkaptonurie), die vererbt wird.

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GRÜNE BÜRGER
"Im grünen Freiburg ist (fast) nichts unmöglich!", schreibt eine Leserin der Sonstnochwas-Redaktion. Sie wohnt am Seepark und freut sich über neue Auswüchse. Als zur Vorbereitung eines neuen Slacklineplatzes die nackten Stämme eingegraben wurden, hörte sie, wie ein Vater seiner kleinen Tochter erklärte: "Schau, da pflanzen sie neue Bäume. Die Stämme sind schon da!" Und als es ein neues Beet gab, hatte die Leserin Spaß, weil jemand eine Gabel ins Beet gesteckt hatte und ihre Enkel diese stets ganz toll fanden. "Wir waren uns jeden Tag einig, dass sie ein bisschen gewachsen ist." Die Enkel freuen sich auf die Früchte – kleine Puppengabeln.

GRÜNE WÜRGER?
Das Gegenteil in Grün beschreibt eine Besucherin aus der Stadt Mainz. In den 80er Jahren hatte sie von dem Mammut-Hain gehört, der bei der Landesgartenschau im Seepark angelegt wurde. 1995 hat sie "die Rarität" live gesehen. Jetzt war sie wieder in Freiburg. "Ich bin bestürzt!", schreibt die Frau, "ein Großteil der Bäume wird von Efeu erwürgt." Das Gartenamt kann sie beruhigen: Ein Baum, der Efeu an sich ranlässt, ist wohl nicht ganz gesund, aber umbringen wird ’s ihn nicht – der Mammut hat eine sehr dicke Rinde, heißt’s im Rathaus. Die Riesen im Seepark haben ganz andere, tiefer liegende Probleme: Ihre Wurzeln reichen nicht ans Grundwasser heran – Wasserstress!

POST VOM DICHTER
Das Freiburger Friedensforum hat sich im April in einem Brief an Günter Grass solidarisch erklärt. Anlass: sein umstrittenes Gedicht "was gesagt werden muss". Der Dichter antwortete – mit einem erklärenden Standardbrief. Individuell zu antworten, sei der Menge der Zuschriften wegen leider nicht möglich, schreibt Grass und bedankt sich.

DER SPRUCH
"Wenn man die Mammutbäume einmal gesehen hat, lassen sie einen nicht mehr los, sie rufen eine Vision hervor, die einen ständig begleitet." John Steinbeck (1902 – 1968), der auch "Jenseits von Eden" schrieb und ein Grüner war, als es noch gar keine Grünen gab.

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Autor: diezwei