Freiburg

Die Augustinermuseum-Baustelle ist ein Spielplatz für Erwachsene

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

So, 18. Juni 2017 um 11:40 Uhr

Freiburg

Seit 2006 wird jetzt schon umgebaut. Bis 2020 sollen die Arbeiten noch dauern. Noch braucht man auf der Baustelle Kopfschutz.

Ohne Bauhelm geht es nicht. Wer über Hürden und Leitern klettert und durch enge Türen schlüpft, braucht Kopfschutz. Während direkt nebenan Kinder auf dem "Kleinen August" tollen, ist die Baustelle im und auf dem Augustinermuseum ein Spielplatz für Erwachsene. Bis 2020 soll im letzten von drei Bauabschnitten das ehemalige Konventsgebäude zum modernen Museumsbereich für Dauer- und Wechselausstellungen umgestaltet werden.

Herzstück ist dabei die Schatzkammer in der ehemaligen Sakristei und im mittelalterlichen Gewölbekeller. Dort werden künftig der Silberaltar des Münsters, der Adelhauser Tragaltar und weitere bedeutende Stücke aus der regionalen Kulturgeschichte zu sehen sein. Die seit 2016 laufende Runderneuerung des dritten Bauabschnitts kostet allein 30 Millionen Euro. Vom Bund kommen hierfür 6,7 Millionen Euro im Rahmen des Programms "Nationale Projekte des Städtebaus".

60 Millionen Euro

Insgesamt investiert die Stadt Freiburg mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg und der Erzdiözese Freiburg 60 Millionen Euro in den gesamten Museumskomplex. Der Umbau des erstmals 1923 als Museum genutzten Klostergebäudes begann nach mehrjähriger Planung im Jahr 2006.

Zunächst wurde bis 2010 nach den Plänen des Stararchitekten Christoph Mäckler die ehemalige Klosterkirche mit Chor umgebaut. Dort befinden sich die seitdem für Besucher zugänglichen Ausstellungsräume mit mittlelalterlicher und barocker Kunst sowie Malerei des 19. Jahrhunderts. Von 2013 bis Herbst 2016 wurde im zweiten Bauabschnitt das Haus der Graphischen Sammlung um einen Neubau ergänzt, der zur Salzstraße und den Osthof hin mit dem Altbau verbunden ist.

Dort befindet sich neben Werkstätten, Büroräumen und dem Museumsshop auch eine Fläche für Sonderausstellungen. Während bisher geliehene Kunstgegenstände aufwendig über den Augustinerplatz an- und abgeliefert werden mussten, können Spezialtransporter jetzt über ein Tor im Neubau in das Gebäude hineinfahren und dort be- und entladen. "Das ist ein wichtiger Fortschritt", sagt Projektleiterin Sebel Yüksel-Oppel vom städtischen Gebäudemanagement. Im Frühjahr wurden einige Decken wegen mangelnden Brandschutzes abgebrochen. Nun hofft sie, dass zumindest die Statik im Dachstuhl keine Mängel mehr zeige und die Holzbauarbeiten schnell abgeschlossen werden können.

Sanierung der Fenster

Die nächste Stufe sei dann die komplette Sanierung der mehr als 200 Fenster. Der Altbestand würde dabei so gut wie möglich saniert und bei einigen Gebäudeteilen durch neue Fenster zur Innenseite hin ergänzt. So gehe man nicht nur sicherheitstechnisch und energetisch auf Nummer sicher, sondern habe auch mehr Spielraum für Ausstellungen mit bestimmten Exponaten. Und wenn alles rum ist in drei Jahren, freut sich Sebel Yüksel-Oppel schon auf ein Café im neu gestalteten Zinnengarten oberhalb des Kinderspielplatzes.