Stadionstandort

Stadt und SC setzen auf den "Wolfswinkel" – Baubeginn 2016?

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Mo, 22. April 2013 um 17:08 Uhr

Freiburg

Was die BZ bereits berichtet hat, ist nun offiziell: Das neue SC-Stadion soll am Flugplatz im Wolfswinkel gebaut werden. Baubeginn könnte laut Freiburgs OB Dieter Salomon schon 2016 sein.

Die Arbeitsgruppe von Verein und Gemeinderat will die Option Wolfswinkel nun durch externe Gutachter detailliert untersuchen lassen. Bis zu diesem Sommer oder Herbst sollen Ergebnisse vorliegen, die dann einen konkreten Vorschlag für den Standort möglich machen. Baubeginn könnte im Jahr 2016 sein, vielleicht auch früher.

"Stadt und Verein kommen damit auf dem Weg zu einem neuen Stadion einen großen Schritt voran", erklärten Oberbürgermeister Dieter Salomon und SC-Vorsitzender Fritz Keller nach der Sitzung der Stadionkommission an diesem für den SC nachrichtenreichen Montag. Die Gutachter von Ernst & Young halten den Wolfswinkel für den "voraussichtlich am besten geeigneten Standort", wie es in einer gemeinsamen Presseerklärung von Stadt und SC heißt. Das Areal gehört der Stadt Freiburg. Für den Bau bräuchte man vermutlich noch einen schmalen Streifen von der Universität und vom Land.

Gebaut werden soll das Stadion auf der Fläche, die einst beim Papstbesuch genutzt wurde. Der Abstand zur Landebahn würde – nach Schätzungen der BZ – rund 200 Meter, die Entfernung zum Wohngebiet auf der anderen Seite rund 350 Meter betragen. Das Areal gilt als ausreichend groß für den Bau eines reinen Fußballstadions mit bis zu 35.000 Plätzen. Die Gutachter gehen von zwei Zuschauerrängen und einer kompakten Bauweise aus. Es werden Außenmaße von rund 185 Meter Länge und knapp 150 Meter Breite zugrunde gelegt. Als ideal gilt nach den geltenden Stadionrichtlinien eine Nord-Süd-Ausrichtung des Spielfelds.

Ökologie- und Klimagutachten sind notwendig

Die Aufgabenliste für die Detailuntersuchung ist lang: Geprüft werden muss das Nebeneinander von Flugverkehr und Stadion. Auch Ökologie- und Klimagutachten sind notwendig. Und es geht um die Lärmemissionen für die Nachbarschaft und um die Lenkung der Besucherströme zum Stadion. Der Autoverkehr soll über die je vierspurigen Mooswaldallee, Hermann-Mitsch-Straße und Madisonallee geführt werden. Parkraum stehe an der Messe zur Verfügung. Mit dem öffentlichen Nahverkehr wäre das Stadion über die Breisgau-S-Bahn und die künftige Straßenbahnlinie zur Messe zu erreichen. Deren Endhaltestelle wird im Bereich von XXX Lutz liegen. Vorgesehen ist aber auch ein Haltepunkt südlich des Flugplatzes an der Madisonallee.

OB Salomon sieht beim Wolfswinkel derzeit keine "unüberwindbaren Hindernisse". Falls dies nach der Prüfung so bleibt, könnte der Gemeinderat im Herbst die Grundsatzentscheidung fällen – wenn auch das Thema Finanzierung geklärt ist. Ein Bebauungsplan muss aufgestellt werden. Baubeginn könnte 2016 sein. Klappt es vielleicht sogar früher? Der OB will keine Jahreszahl nennen, sagt aber: "Wir müssen Druck machen, dass so schnell wie möglich gebaut wird."

Die Hettlinger-Kleingärten bleiben als Ersatzstandort im Verfahren. Die "Hirschmatten" am Zubringer-Mitte sind dagegen raus, weil es dort zu viele unterschiedliche Eigentümer gebe und Konflikte mit dem zu erwartenden neuen Stadtteil Dietenbach gebe, heißt es.

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