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24. Januar 2014

Stilsicher auf verschiedenen Bühnen

LEUTE IN DER STADT: Andreas Schaps verbindet seine Leidenschaft fürs Musikmachen, Zeichnen und Texten.

  1. Gitarrist und Sänger: Andreas Schaps Foto: Thomas Kunz

"Darf ich Ihnen meine Assistentin Monique vorstellen", sagt Andreas Schaps und deutet allen Ernstes auf eine Schaufensterpuppe. Die ist in ein Paillettenkleid gehüllt, trägt eine rote Federboa und steht in der Ecke seines übervollen Büros an der Markgrafenstraße im Stadtteil Haslach. Zu Füßen von Monique finden sich diverse Gitarren und ein Banjo. Diese Szenerie zeigt ziemlich genau das, was dem 50-Jährigen gelungen ist: seine Leidenschaft für Musik mit seinem Beruf als Werbedesigner zu verbinden.

Der bühnenbegeisterte Gitarrist und Sänger stammt aus dem Ruhrgebiet und lebt seit 40 Jahren in Freiburg. "Um die Ecke denken, mit Schmunzeleffekt", erklärt Andreas Schaps, wie er an Projekte herangeht. Für einen Küchenanbieter textete er zum Beispiel "Zugabel, Zugabel" und zeichnet Gabeln, die heftig applaudieren. Oder er lässt für den Werbeauftrag einer Wohnungsgesellschaft zwei Menschen frohgelaunt in einen Duschkopf singen. Als Werbedesigner hat er sich einen Namen im Baustellenmarketing gemacht. "Ich HABS" lautete der Slogan während der Baustellenphase für die Stadtbahn in der Habsburgerstraße. An die Stelle des A hat er den Keplerturm gezeichnet.

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Seine grafischen Aufträge haben ihm musikalische Kontakte beschert – und andersrum. Vor zehn Jahren wurde er selbst zum Pilotprojekt von Wolfram Stichling, der in der EDV-Branche tätig war und sich gerade als Musikproduzent selbständig machte. "Private Parts", die erste CD, entstand. Aber Andreas Schaps ist keiner, der musikalisch alleine unterwegs sein möchte. 1988 hob er mit Mike Krüll das Projekt "Lang und Breit – musikalischer Unfug mit Banjo und Badewanne" aus der Taufe. In immer schnellerer Taktung kamen neue Musikprojekte dazu. Schaps und Band, The Scope, Tribadix, Bella (Nugent) und Schaps. Stilistisch geht’s von Singer/Songwriter über Blues und Rock bis hin zu komödiantischen Performances.

Er und seine musikalischen Begleiter spielen sich durch Freiburgs einschlägige Locations wie Litfass und Wodanhalle, aber auch bis nach Colmar oder in den Pfarrsaal von Birndorf, in dem Schaps und Krüll mit Besen, Banjo und Stimme zugange waren. Humor spielt eine wesentliche Rolle in seiner Grafik und in der Musik. "Ich war schon immer einer, der rumtrötet und gerne Sprüche macht", sagt Schaps. Das kann er auch für seinen Hauptberuf gebrauchen – er textet vorwiegend selbst.

Unfug mit Banjo

und Badewanne

Wenn es nach ihm ginge, würde er noch mehr musizieren, projektieren, texten und zeichnen. Sein Büro ist voll von inspirierenden Gegenständen. Und da ist ja auch noch Monique, die ihm bei Solokonzerten die Gitarren hält und bei Bedarf für Werbeaufträge Modell steht. Offenbar geht es aufwärts. In den letzten Jahren sei er ein paar Zentimeter gewachsen, ist er ernsthaft überzeugt. Schaps kann sich auch noch im gesetzten Alter entfalten.

Zum 20-jährigen Bestehen seines Büros weiht er heute neue Räume in Merzhausen ein. Natürlich gibt es Live-Musik, von Sängerin Bella Nugent und Schlagzeuger Schroeder – Weggefährten und feste Größen in Freiburgs Musikszene.

Autor: Annette Aly