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07. Dezember 2015

Studienkompass hilft Kindern aus nichtakademischen Familien

Der "Studienkompass" gibt jungen Menschen Orientierung, die als erste in der Familie studieren.

  1. Luisa Krause Foto: Michael Bamberger

Was will ich nach dem Abitur machen? Will ich studieren? Welches Studium passt zu mir? Sobald das Abitur näher rückt, stellen sich für Jugendliche viele solcher Fragen, die oftmals schwierig zu beantworten sind. Besonders kompliziert ist es für jene, die als erste in ihrer Familie studieren wollen – wie zum Beispiel für die 16-jährige Luisa Krause.

Doch anstatt abzuwarten, bis das Abi vor der Türe steht, ist sie in diesem Jahr eine von 18 Stipendiaten in Freiburg des gemeinnützigen Förderprogramms Studienkompass, das Schülerinnen und Schüler bei der Studienwahl unterstützen soll.

"Ich bin wirklich froh und dankbar, dass ich Teil des Studienkompasses sein darf", sagt Luisa Krause mit einem Lächeln im Gesicht. Sie besucht derzeit die zwölfte Klasse des Kepler-Gymnasiums im Stadtteil Rieselfeld. Sie sei sich zwar sicher, dass sie studieren möchte. Doch welches Fach es werden soll, ist noch nicht ganz klar.

Das Programm ist jeweils auf drei Jahre angelegt

Der Studienkompass ist ein gemeinnütziges Förderprogramm (siehe Infobox), das zusammen mit der baden-württembergischen Karl-Schlecht-Stiftung Kinder unterstützt, die als erste in ihrer Familie ein Studium aufnehmen möchten. Das Programm ist jeweils auf drei Jahre angelegt, in denen die Jugendlichen kostenlos an Workshops und Seminaren zu verschiedenen Themen, zum Beispiel zur Finanzierung des Studiums, teilnehmen können. Zudem werden Vorträge von Studierenden angeboten sowie gemeinsame Besuche von Universitäten und Unternehmen. Ziel des Studienkompass ist, die jungen Menschen in ihrer Studienwahl bestmöglich zu unterstützen und sie auf den späteren Unialltag vorzubereiten.

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"Meine Mama hat den Studienkompass im Internet gefunden, dann habe ich mich da einfach beworben", sagt Luisa. Da ihre Eltern beide nicht studiert haben, könnten sie ihr kaum Tipps geben. Von 51 Bewerbern in Freiburg wurden 45 Schüler zu einem Auswahltest eingeladen. 18 wurden anschließend im Oktober ins Förderprogramm aufgenommen.

Der erste Workshop des Studienkompasses fand bereits statt und beschäftigte sich damit, wie sich die Jugendlichen ihre eigene Zukunft vorstellen. "Es ist super-schön zu wissen, dass ich nicht die Einzige bin, die in Sachen Studium noch unsicher ist", sagt Luisa erleichtert. "Wir konnten uns bei dem Workshop gegenseitig austauschen."

Bis zur achten Klasse wollte Luisa eigentlich Informatik studieren, danach war der Plan, Konditorin zu werden. Doch nach einem Praktikum sei schnell klar gewesen, dass das Backen nur ein großes Hobby für sie bleiben würde. Nun will sie herausfinden, welches Studium am besten zu ihr passt – sei es Biologie, Psychologie oder doch etwas ganz anderes.

Studienkompass

Das Projekt Studienkompass wurde 2007 durch die Accenture-Stiftung sowie die Stiftungen der Deutschen Bank und der Deutschen Wirtschaft ins Leben gerufen. Schirmherrin des Programms ist die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka. Unterstützt werden Kinder aus nichtakademischen Familien, aus schwierigen Familienverhältnissen oder mit Migrationshintergrund. Weitere Informationen zum Thema gibt es im Internet unter der Adresse: http://www.studienkompass.de  

Autor: niwi

Autor: Nina Witwicki