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17. Juli 2012

Studieren mit Behinderung

Beim "Tag der Vielfalt" werden Schwachstellen der Barrierefreiheit an der Uni aufgedeckt.

  1. Mitarbeiter der Universität lernen auf einem Parcours welche Beeinträchtigungen Menschen mit Behinderung erfahren. Foto: Thomas Kunz

Behindert und trotzdem studieren? Was früher vielen undenkbar schien, soll an der Freiburger Universität immer selbstverständlicher werden. Sie hat die "Vielfalt als Wettbewerbsvorteil" entdeckt. An ihrem ersten "Tag der Vielfalt" gestern rückte sie Studierende und Beschäftigte mit Behinderungen und chronischen Krankheiten in den Fokus der Aufmerksamkeit. Schulungen des Dienstpersonals und Selbsterfahrungsangebote für alle sollten nicht nur zu einem achtsameren Umgang miteinander animieren, sondern auch Schwachstellen aufspüren helfen.

Eine erste machte Rektor Professor Hans-Jochen Schiewer beispielsweise aus, als er als Rollstuhlfahrer die Tür vom KG III nach draußen zu öffnen versuchte, was nur mit großer Kraftanstrengung zu bewältigen war. "Das müsste für Rollstuhlfahrer auf Knopfdruck gehen." In der gleichen Teilhabe für alle, unabhängig von Geschlecht, Rasse, ethnischer Herkunft oder Behinderung, sieht Schiewer ein großes Potential für die zukünftige Entwicklung der Universität. Mit neuen Organisationsstrukturen und Strategien soll es systematisch erschlossen werden. So ist die

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Stabsstelle "Gender und Diversity" (Gleichstellung und Vielfalt) direkt beim Rektorat angesiedelt.

Hochrechnungen aus der Gesamtbevölkerung gehen davon aus, dass es an der Freiburger Universität 1800 Studierende und 360 Beschäftigte mit einer Behinderung gibt. Unter den etwa 160 Gebäuden, über die sie verfügt, sind alte und neue mit sehr unterschiedlicher Eignung für Rollstuhlfahrer, Seh- oder Hörbehinderte. Viele müssen nachgerüstet werden, worum sich ein "Arbeitskreis Barrierefreiheit" kümmert. Teilweise wurden neue für Rollstuhlfahrer geeignete Fahrstühle eingebaut. 24 Hörsäle sind mit Induktionsanlagen ausgestattet. Das Studentenwerk baut vermehrt behindertengerechte Apartments. Auf einem "Internetportal Barrierefreiheit" sollen alle universitären Gebäude zielgruppenspezifisch unter die Lupe genommen und je nach Behinderung passende Wege empfohlen werden.

"Eine Behinderung ist nicht unüberwindlich", sagt die sehbehinderte Farmaziestudentin Linda Gungl. "Es ist wichtig, dass Behinderte selbst aktiv werden und ihre Bedürfnisse kundtun." Der Tag der Vielfalt könnte dazu beitragen, dass sie noch besser gehört werden.

Studieren mit Handicap

Ansprechpartner und Anlaufstellen an der Universität:

– Susanne Wenzel, Beauftragte für Studierende mit Behinderung/chronischer Krankheit, Tel. 0761/203-4432,

susanne.wenzel@zv.uni-freiburg.de
– Karl-Heinz Hermle, Behindertenbeauftragter des Studentenwerks, Tel. 0761/ 2101-233, hermle@studentenwerk.uni-freiburg.de (barrierefreies Wohnen, finanzielle Hilfen)
– u-Asta-Referat "Studieren ohne Hürden", referat-soh@u-asta.uni-freiburg.de – Nachteilsausgleich: http://www.studium.uni-freiburg.de
 

Autor: arü

Autor: Anita Rüffer