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08. Dezember 2011 19:16 Uhr

Mulhouse-Marseille

Südbaden und Freiburg profitieren von TGV-Offensive

Der TGV ist startklar: Vom kommenden Sonntag an rollt er auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke von Mulhouse aus gen Süden. Und in genau einem Jahr bekommt Freiburg seinen eigenen TGV mit direkter Paris-Anbindung.

  1. TGV im neuen Bahnhof in Belfort Foto: Joachim Röderer

Freiburg rückt näher ans Mittelmeer und die französische Hauptstadt – zumindest wenn man auf die Reisezeit schaut. Vom kommenden Sonntag an rollen die französischen Züge TGV auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke Richtung Süden und via Dijon auch in Richtung Paris. Auf der 140 Kilometer langen Neubaustrecke erreichen die TGV bis zu 320 Stundenkilometer. Von Mulhouse dauert die Fahrt nach Dijon künftig nur noch 1:05 statt 2:25 Stunden, nach Paris braust der Zug in 2:40 und nach Marseille verkürzt sich die Fahrzeit von Sonntag an um eine Stunde auf 4:40 Stunden (Kommentar).

Im Dezember 2012 folgt dann die nächste Ausbaustufe der Schnellzugoffensive. Dann wird ein TGV von Freiburg aus über Mulhouse und Dijon nach Paris fahren. "Wir haben die Bestätigung von den Bahngesellschaften, dass es klappt", sagt Uwe Schade, Geschäftsführer des Zweckverbandes Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF).

Maßgeschneiderte Abfahrtszeiten für Paris-Fans

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Auch die geplanten Abfahrtszeiten stehen fest – und die sind für Freiburger Paris-Fans, aber auch für Geschäftsreisende maßgeschneidert: Der Zug wird morgens um 7 Uhr im Hauptbahnhof Freiburg losfahren und dann zwischen 10.30 und 10.45 Uhr am Gare de Lyon in Paris ankommen. Der Direkt-TGV in die umgekehrte Richtung wird etwa um 17 Uhr in Paris starten. Falls die Freiburger das Angebot gut annehmen, würde die französische Eisenbahngesellschaft SNCF mittelfristig noch ein zweites Zugpaar Freiburg-Paris auf die Schienen setzen, berichtet ZRF-Chef Schade.

Derzeit wird ein einst stillgelegtes Schienenstück zwischen Müllheim und Mulhouse wieder ertüchtigt. Auf dieser Strecke fahren künftig die "Freiburg-TGV". Aber auch Nahverkehrszüge verbinden Südbaden und Mulhouse – bisher gibt es allenfalls einen rudimentären Anschluss per Bus oder via Basel. Laut Uwe Schade soll es von Dezember 2012 bis zu acht Verbindungen geben – ursprünglich war man beim ZRF nur von fünf oder sechs Zugpaaren ausgegangen. Es wird auch eine Direktverbindung von Freiburg nach Mulhouse installiert. Aber: Wegen des heute schon dichten Taktes werden die Reisenden aus Freiburg bei den meisten Zügen in Müllheim umsteigen müssen und haben dort Anschluss über die alte, neue Strecke nach Mulhouse.

Doch auch ohne direkte Anbindung gibt es schon jetzt in Freiburg eine große Nachfrage nach TGV-Tickets mit Startpunkt Mulhouse. "Dass man schon zum Mittagessen am Mittelmeer sein kann, ist wirklich unglaublich", sagt Siegfried Klausmann, Bahnexperte und Chef des Reisebüros Gleisnost. Für ihn ist auch Dijon, die Hauptstadt des Burgund, ein Geheimtipp für eine Wochenendreise. Aber auch Lyon "sei touristisch stark unterschätzt".

Tickets nach Marseille, Paris und anderen Zielen gibt es bei SNCF-lizensierten Verkaufsstellen wie Gleisnost derzeit zum Einführungspreis für unter 30 Euro pro einfacher Fahrt. Bei einzelnen Zügen ist auch die Fahrradmitnahme möglich – etwa beim 7.07-Uhr-TGV von Mulhouse nach Marseille. Die Fahrradmitnahme muss aber vorab reserviert werden. Auch das ist nur via SNCF (und nicht über die Deutsche Bahn) möglich. Wer von Freiburg und Umgebung mit dem Auto zum Zug in Mulhouse fährt, kann zum Parken ein neu gebautes Parkhaus direkt am Bahnhof nutzen.

Wenn auf der Rheintalstrecke irgendwann einmal das dritte und vierte Gleis liegt, sollen die badische und elsässische Seite noch besser miteinander verbunden werden. Dann verkehrt die S-Bahn zwischen Freiburg und Mulhouse im Stundentakt, so Uwe Schade vom ZRF.

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Autor: Joachim Röderer