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20. Mai 2011

Surfen auf der Westbadwelle

Investoren klopfen bei der Regio Bäder GmbH an, aber der Bürgerverein lehnt deren Projekt "Surf & Beach im Westbad" ab.

  1. Ziemlich nah am brachliegenden Becken des Westbads stehen Wohnhäuser. Foto: Sasse

  2. Eine Art Surfers Paradise soll nach dem Willen einer Investorengruppe auf dem Außengelände des Westbads entstehen. Foto: Ingo Schneider

Bislang müssen sich Surfer in Freiburg an wenigen Hochwassertagen im Jahr auf der "Dauerwelle" in der Dreisam unter der Kronenbrücke vergnügen. Das soll sich ändern, findet eine Investorengruppe, die bislang nicht namentlich bekannt werden will. Vor einigen Monaten hat sie bei der städtischen Regio Bäder GmbH angeklopft mit dem Konzept für einer Surfanlage im derzeit brachliegenden Außenbecken des Westbads. Das Projekt wurde auch dem Bürgerverein Mooswald vorgestellt, der sich nun in einem offenen Brief vehement gegen das Vorhaben ausspricht.

Dem Bürgerverein sei es nicht möglich, so heißt es in dem Schreiben seines Vorsitzenden Horst Bergamelli, die Anfrage positiv zu beantworten: Surfbecken plus Strandgastronomie bis 23 Uhr werde "den Lärmpegel für die Bewohnerschaft auf jeden Fall weiter verstärken". Keine gute Prognose, denn das Quartier ist ohnehin von verschiedenen sportlichen Einrichtungen lärmbelastet. Und das nächste Wohnhaus steht kaum 15 Meter entfernt.

Warum aber ging "die Anfrage" nicht in die politischen Gremien der Stadt, sondern an die Anwohnervertretung? Robert Grammelspacher, Chef der Regio Bäder GmbH, sagt, man habe zunächst sondieren wollen, wie das Projekt in der Nachbarschaft aufgenommen würde. Ein Bebauungsplanverfahren hätte es Grammelspacher zufolge ohnehin nicht geben müssen: Die stehende Welle soll ohne Um- und Neubauten als Becken im Becken in die vorhandene Außenanlage kommen.

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Die Regio Bäder GmbH würde als Verpächterin gegenüber der Investorengruppe auftreten für deren Vorhaben "Schwarzwaldwelle". Von dem hat auch Herbert Mayer vom Sportreferat Anfang des Jahres erfahren. Und auch er fand die Idee, das marode Becken neu zu nutzen, originell. Aber auch er wollte den Bürgerverein hören, bevor der Verwaltungsapparat in Gang gesetzt würde. Dass nun der Bürgerverein sein Veto eingelegt hat, ist für Robert Grammelspacher nicht mehr zu übergehen – zumindest an diesem Standort sei die Sache damit erledigt. Die Investorengruppe teilt jedoch mit, die Absage des Bürgervereins Mooswald sei für sie "kein Beinbruch". Der Flugplatz und das Strandbad seien als Alternative im Gespräch. Die Anlage stehe bereits auf Abruf bereit, das nötige Darlehen sei gewährt. Wenn es nach den drei Investoren ginge, könnte "Europas erster Surf- und Beachclub" in diesem Sommer schon Beach-Boys und -Girls auf die Welle und an einen kleinen Sandstrand locken. Stattdessen werden nun auch die Bürgervereine in Lehen und Betzenhausen/Bischofslinde befragt und via Sportreferat schließlich auch der Gemeinderat. Der Vorsitzende des Betzenhauser Bürgervereins, Norbert Bischler, setzt sich auch für eine Wiederbelebung des Außenbeckens am Westbad ein. Da sei in weiter Ferne ohnehin ein Neubau geplant, erklärt Robert Grammelspacher. Wenn dem so sei, könnte ein Surfbecken vielleicht eine gute Ergänzung zum Familienbadbetrieb sein, so Bischler, aber jegliche zusätzliche Lärmbelästigung für die Anwohner sei auf jeden Fall unzumutbar.

Einer der Investoren ist Betriebswirt. Er betont: "Im Endeffekt entscheiden nicht die Bürgervereine – und es ist ja ein riesiger Mehrwert für die Stadt, wenn sie einen Beachclub mit Strand und Palmen hat, wie es ihn sonst in ganz Europa nicht gibt." Am 3. Juli stellt nun Sportreferent Herbert Mayer das Investitionsvorhaben dem Sportausschuss vor.

Autor: Julia Littmann